Windland (TV)

Windland

Filmplakat Windland (TV)
Regie Edward Berger  Drehbuch Michael Schenk 
Genre Krimi  FSK
Land Deutschland  Verleih HR

Story

Ein verschlafenes Nest, irgendwo in Deutschland. Hier wird ein achtjähriges Mädchen ermordet - die Nachricht ruft große Bestürzung, aber auch Hass unter den Dorfbewohnern hervor. Schnell macht das Gerücht die Runde, der Bruder des Försters Oskar sei der Täter - schließlich musste er einst wegen Missbrauchs einer Minderjährigen in Jugendhaft. Der stille Oskar lebt mit seinem todkranken Vater zusammen, hat sein ganzes Leben darauf konzentriert, diesen zu pflegen. Als der Vater schließlich stirbt, kehrt Oskars Bruder Theo nach vielen Jahren in seinen Heimatort zurück. Alle Wut und Frustration der Bürger scheint sich nun zusammenzuballen und gegen den Mann zu kehren, dem keiner je seine einstige Tat verziehen hat. Auch Oskar ist zutiefst verunsichert, hat er doch selber eine kleine Tochter, die bei seiner geschiedenen Frau und deren neuen Lebensgefährten Arno lebt. Zwar verteidigt er zunächst seinen Bruder, doch kann er sich wirklich sicher sein, dass dieser nicht rückfällig geworden ist?

Schauspieler

Windland (TV) Joachim Król, Michael Schenk, Anna Schudt, Birge Schade, Jens Harzer, Till Firit, Fritz Roth

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Windland (TV) Wow, das ist wahrlich starker Tobak! "Windland" ist ganz sicher kein Film, den man sich eben mal schnell so nebenher anschauen kann. Diese Milieustudie wühlt auf, stimmt nachdenklich und hinterlässt einen tiefen Eindruck beim Zuschauer. Michael Schenk, der den Bruder Theo spielt, ist auch zugleich für das Drehbuch verantwortlich - und hat doppelt gute Arbeit geleistet. Er hat eine intelligente und tiefsinnige Geschichte geschrieben und spielt gleichzeitig den verdächtigen Bruder, dem niemand mehr eine Chance geben will, zutiefst überzeugend. Die Frage, ob jemand nach verbüßter Haft eine reelle Chance auf gesellschaftliche Rehabilitation hat, wird hier mit viel Fingerspitzengefühl behandelt. Dabei geht es nicht um schwarz oder weiß, sondern nur darum, welche Möglichkeit einem Menschen überhaupt bleibt, sich in unserer Gesellschaft tatsächlich zu ändern. Joachim Król ist in diesem Film ein echtes Highlight. Der stille Förster Oskar gewinnt durch sein Spiel unglaublich viele Facetten, er wirkt ungemein menschlich und so völlig hilflos in seiner verfahrenen Situation. Król überzeugt in seiner Rolle restlos und lässt diesen atmosphärisch dichten Film zu einem echten Genuss werden.



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