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Regie
Robert Wilde
Drehbuch
Christian Ulmen
Produzenten
Claus Boje, Sonja Schmitt
Genre Komödie FSK 6 Filmlänge 106 min Land Deutschland Kinostart 05.01.2012 DVD-Start 09.08.2012 Blu-ray-Start 09.08.2012 Verleih Delphi Filmverleih |
Jonas ist 18 Jahre alt und schon mehrfach sitzen geblieben. An der Brandenburger Gesamtschule Paul-Dessau bekommt er nun die letzte Chance geboten, die 10. Klasse mit einem Abschluss hinter sich zu bringen. Für Jonas keine leichte Aufgabe, sind Wörter wie „Logarithmus“ oder „Quinte“ für ihn doch Fremdwörter. Zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in die viel ältere Musiklehrerin, die ihm während ihren Gesangsstunden ordentlich den Kopf verdreht.
Anstatt in seiner Freizeit Mathe zu pauken oder sich mit der Entstehung der Erde auseinanderzusetzen, gründet Jonas eine Schulband und bringt sich und seinen Schulabschluss damit in Teufelsküche – oder wird er es etwa doch schaffen, die Lehrer von seinem Willen und seiner Motivation zu überzeugen?
Mit dem Internetformat „ulmen.tv“ feiert Christian Ulmen schon seit geraumer Zeit große Erfolge. Regelmäßig schlüpft er dabei in verschiedene Rollen, um auf die Menschen auf den Straßen Deutschlands mit diversen provokanten Äußerungen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu konfrontieren. Immer mit dabei: die Kamera, die einen entlarvenden Blick auf die Menschen und deren Reaktionen wirft. Mit „Jonas – Stell dir vor es ist Schule und du musst wieder hin“ überführt der beliebte Entertainer das Konzept nun auf die große Leinwand und zeigt uns dort, zusammen mit Regisseur Robert Wilde, eine Mockumentary über den Schulalltag.
Was eine große One-Man-Show hätte werden können, in der Christian Ulmen ähnlich wie sein britischer Kollege Sascha Baron Cohen zur zentralen (Kult-)Figur hätte avancieren können, ist ein überraschend zurückhaltender Film geworden, der letztlich mehr Dokumentation als Komödie oder entlarvendes Unterhaltungskino sein möchte. Im Gegensatz zu den Folgen von „ulmen.tv“, in denen Ulmen stets eine dem Gesamtgeschehen übergeordnete und übertriebene Position einnimmt, nimmt sich Christian Ulmen in „Jonas – Stell dir vor es ist Schule und du musst wieder hin“ überraschend und angenehm stark zurück, um dem schulischen Alltag um sich herum möglichst viel Raum zur Entfaltung zu bieten. Dabei wird es zunehmend irrelevanter, welches Spiel Ulmen mit den Lehrern, den Schülern und zuletzt dem Publikum spielen möchte und ob man ihm den 18jährigen Jonas nun abkauft oder nicht. Letztlich wirken die offensichtlich konstruierten Szenen zunehmend störend, während die Mockumentary ihre stärksten Momente feiert, sobald sich Ulmen gänzlich aus dem Geschehen und den entfachenden Diskussionen seiner Mitschüler herausnimmt und ähnlich wie der Zuschauer zum aufmerksamen Beobachter wird.
„Stell dir vor es ist Schule und du musst wieder hin!“ Für viele eine sicher gruselige Vorstellung. Schenkt man den halbdokumentarischen Aufnahmen jedoch ansatzweise Glauben, ist der Mikrokosmos Schule nur halb so schlimm, wie man es vielleicht in Erinnerung haben mag. Wenn es hart auf hart kommt, halten die Schüler zusammen, auch wenn sie sich sonst nicht immer ganz grün sind, und selbst so manch miesepetrige Lehrer scheint das Herz doch am rechten Fleck zu haben. Inwieweit die hier gezeigten Bilder jedoch tatsächlich mit der Realität übereinstimmen oder ob es sich dabei nicht vielmehr um eine von der Situation der Filmentstehung beeinflusste Wirklichkeit handelt, bleibt von außen betrachtet auch nach dem Kinogang eine offene Frage.