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The Boys of St. Vincent (TV)
The Boys of St. Vincent
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Regie
John N. Smith
Drehbuch
Sam Grana, John N. Smith, Des Walsh
Produzenten
Sam Grana, Claudio Luca
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 178 min Land Kanada, 1992, 1993 DVD-Start 22.04.2011 Verleih Pro-Fun Media |
Story
70er Jahre, Kanada: Das Waisenhaus St. Vincent wird von der katholischen Kirche geführt. Die Brüder dort bilden die Jungen aus und lehren sie die Rituale des Glaubens. Doch wenn das Licht ausgeht in diesem Waisenhaus, beginnt das Grauen. Bruder Lavin ist der Direktor der Einrichtung. Er hat sich einen ganz besonderen Jungen herausgesucht, den er nach Herzenslust missbrauchen kann und es auch tut. Kevin Reevey ist 10 Jahre alt, als ihn Lavin immer und immer wieder sexuell nötigt. Der Junge leidet Höllenqualen und mit ihm viele andere, die des Nachts Besuch von den Brüdern in ihren Betten bekommen. Erst als der ehemalige Hausmeister zur Polizei geht, tut sich etwas im Waisenhaus und die Kirche schaltet sich ein...
15 Jahre später steht der ehemalige Bruder Lavin vor Gericht. Er hat geheiratet und selbst zwei Söhne. Seine Frau wusste nichts von der dunklen Vergangenheit ihres Mannes bis er von der Polizei abgeführt wird. Kevin Reevey muss sich gerade die Frage stellen, ob er seinem Peiniger noch einmal gegenübertreten will. Er weiß auch nicht ob er das überhaupt kann oder ob ihn die Angst besiegt. Doch sicher ist eines: Wenn Kevin jetzt nicht aussagt, kann er es nie wieder tun...
Schauspieler
(Schrei nach Hilfe):Henry Czerny, Johnny Morina, Brian Dooley, Philip Dinn, Brian Dodd, Ashley Billard, Jeremy Keefe, Jonathan Lewis, Michael Wade, Greg Thomey, Alain Goulem, Ed Martin, Maurice Podbrey, Sam Grana, Aidan Devine
(Späte Wahrheit - 15 Jahre später):Henry Czerny, Sebastian Spence, Lise Roy, David Hewlett, Timothy Webber, Kristine Demers, Mary Walsh, Sheena Larkin, Pierre Gauthier, Brian Dooley, Michael Chiasson, Frank Schorpion, Brian Hennessey, Dereck O'Brien, Berni Stapleton
Filmkritik von Thomas Ays
Der Film, so stellt der Vorspann klar, verfolgt keinerlei wahren Ereignissen, sondern lehnt sich nur an zufällige Begebenheiten an, wobei diese Tatsache vollkommen egal ist. Im vergangenen Jahrhundert, und da müssen wir uns nichts vormachen, wurden in so manch kirchlichen Einrichtungen Kinder sexuell missbraucht. Missbraucht von Männern in Roben, die etwas versprachen vor Gott und vor ihrer Kirche. Hinter dunklen Gemäuern lassen sich jedoch geschworene Worte schnell vergessen und wenn man sich an 10jährigen Jungen vergehen kann, sieht Gott bestimmt weg, wenn man seine Sünden später nur reumütig beichtet. Es ist eine Welt, in der einem als Zuschauer eines solchen Films nur schlecht werden will. In so einer Welt will doch niemand leben. Und doch geschehen diese Dinge. Wer weiß schon, wie hoch die Dunkelziffer an Jungen und Mädchen ist, die von Vertretern der heiligen Kirche missbraucht wurden?
Die Verfilmungen der „The Boys of St. Vincent“-Reihe „Schrei nach Hilfe“ und „Späte Wahrheit – 15 Jahre später“ zeigen ganz deutlich die beklemmenden Situationen der Jungen, sodass schon das bloße Zusehen Mühe macht. Die Drehbuchautoren Sam Grana, John N. Smith und Des Walsh haben wirklich ganze Arbeit geleistet und furchtbare Szenarien entworfen, die wütend, fassungslos und hilflos zugleich machen. Dabei ist vor allem Henry Czerny als Bruder Peter Lavin eine Wucht in seiner Darstellung. Er zeigt eine Performance, die einen schon als Zuschauer das Fürchten lehrt. Wie das für Jungs, wie Johnny Morina (als Kevin) gewesen sein muss, solch grenzwertige Szenen zu spielen, muss wohl noch ergründet werden. Egal ob Set oder nicht, gesund war diese Rolle für den damaligen Jungen sicherlich nicht.
Die 1992 und 93 produzierten Verfilmungen sind unbedingt sehenswert. Differenziert und tiefgründig werden hier glaubhafte Blicke auf Opfer und Täter geworden. Großartig.
2011 wurden durch PRO-FUN beide TV-Filme, die 1992 und 1993 produziert wurden, auf DVD veröffentlicht. Somit sind "Schrei nach Hilfe" und "Späte Wahrheit - 15 Jahre später" erstmals ungeschnitten in einem DVD-Doppelpack erhältlich.