Tideland

Filmplakat Tideland
Regie Terry Gilliam  Drehbuch Terry Gilliam  Produzenten Jeremy Thomas, Gabriella Martinelli 
Genre Fantasy  FSK 16  Filmlänge 121 min
Land Kanada, Großbritannien  Verleih EuroVideo

Story

Es gibt wohl Kinder, die eine schönere Kindheit als die kleine Jeliza-Rose haben. Ihre Eltern sind beide stark drogenabhängig und kümmern sich nur sehr bedingt um das kleine Mädchen. Als Jeliza-Roses Mum an einer Überdosis stirbt, beschließt der Vater mit seiner Tochter in das alte Haus seiner verstorbenen Mutter zu ziehen. Kaum dort angekommen, stirbt auch er an einer Überdosis und Jeliza-Rose ist von nun an auf sich allein gestellt. Diese realisiert den frühen ihres Vaters jedoch kaum und flüchtet in eine Fantasiewelt, in der sie zusammen mit vier Puppenköpfen, die sie liebevoll als ihre besten Freundinnen bezeichnet, viele Abenteuer erlebt.

Schauspieler

Tideland Jodelle Ferland, Janet McTeer, Brendan Fletcher, Jeff Bridges, Jennifer Tilly, Adlon Adair, Wendy Anderson

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 2 von 5 Ms Tideland Es ist doch schon als sehr geschmacklos zu bezeichnen, was uns „Tideland“ hier abliefert. Schon die ersten Szenen, die dem Zuschauer vorgeführt werden und in denen gezeigt wird, wie die kleine Jeliza-Rose großgezogen wird, sind schlichtweg erschreckend. Aber es kommt noch schlimmer: Nachdem erst die Mutter an einer Überdosis Drogen stirbt, wird auch der Vater von dem gleichen Schicksal heimgesucht. Also, was tun? Genau! Lassen wir das kleine Mädchen einfach zusammen mit ihrem langsam verwesenden Vater in dem Haus alleine weiterleben. Letztendlich ist das Problem jedoch nicht einmal diese absurde Geschichte an sich, sondern der Punkt, dass die Chemie hier einfach überhaupt nicht stimmt. So viel Mühe man sich auch geben mag, man kann dieses süße kleine Mädchen mit ihrer Fantasiewelt und den zahlreichen tollen Aufnahmen, einfach nicht mit dem ganzen Chaos, das darum herum herrscht, in Einklang bringen. Letztendlich sollte damit wohl ein gewisser Gruseleffekt erzeugt werden, der allerdings zu Gunsten eines angewiderten Zuschauers, gänzlich in den Hintergrund rückt.



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Kommentare

Pantalaimon schreibt am 15.04.10, 12:43
Bemerkenswert ist schon die angewiderte Grundhaltung der Rezensentin, durch die die vorliegende Filmkritik dominiert wird. Keine Rede ist hier von Terry Gilliams gewagtem Unternehmen, eine kontroverse Geschichte zu erzählen, die auf provokante Weise die Themen Unschuld, schwere Kindheit und die heilende Kraft der Phantasie miteinander in Beziehung bringt. Die Geschichte provoziert insbesondere mit der Behauptung, dass objektiv schreckliche Erlebnisse von Kindern gegebenenfalls vollkommen anders wahrgenommen und verarbeitet werden als von Erwachsenen. Die These, dass Kinder stärker sind als im Allgemeinen angenommen wird, nicht bloß Opfer, sondern Lebenskünstler, konfrontiert Erwachsene mit ihren eigenen idealisierten Vorstellungen von Kindheit und kratzt an tradierten Vorurteilen. Insofern halte ich sie für absolut diskussionswürdig und würde den Film nicht sofort als geschmackloses Ekelkino in die unterste Schublade stecken.
Wie erklärt sich überhaupt, dass der zugrunde liegende Roman Preise gewonnen hat, während der Film so verteufelt wird? Gilliam hat sich jedenfalls sehr eng an der Buchvorlage orientiert. Sein Stil, mit den Mitteln der Groteske Extremsituationen auf die Spitze zu treiben, macht gerade die Individualität dieses Visionärs aus.
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