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Der Mörder und sein Kind (TV)
Der Mörder und sein Kind
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Regie
Matti Geschonnek
Drehbuch
Sabine Thiesler
Genre Drama FSK - Filmlänge 89 min Land Deutschland, 1995 DVD-Start 19.03.2010 Verleih BR |
Story
Martin Dreyer ist pädophil. Er muss mit der schweren Schuld leben, ein kleines Mädchen getötet zu haben - eine Schuld, die ihn tagtäglich quält. Schon zweimal hat er versucht, sich das Leben zu nehmen. Jetzt kümmert er sich aufopferungsvoll um seinen gelähmten Bruder, versucht auf seine Art, damit wieder etwas gutzumachen. Dann lernt Martin Sonja kennen und verliebt sich in die fröhliche und offene junge Frau. Martin glaubt, es doch noch schaffen zu können, hofft auf ein normales und neues Leben. Dann allerdings kommt der vernichtende Schlag: Martin erfährt, dass seine Freundin eine kleine Tochter hat...
Schauspieler
Ulrich Tukur, Ulrich Matthes, Bibiane Beglau, La Kahina Bahloul, S. Höfferer
Filmkritik von Stefanie Rufle
Dies ist ein mutiges Drama mit einem durch und durch heiklen Thema. Wie viel Verständnis darf man für einen pädophilen Mörder haben? Was geht in einem solchen Menschen vor? Ist er einfach nur ein Scheusal oder verdient auch der das Mitgefühl der Gesellschaft? Dieser Film hätte ganz gewaltig danebengehen können - wenn da nicht sein Hauptdarsteller wäre. Der großartige Ulrich Tukur spielt derart feinfühlig, dass es ihm wirklich gelingt, den Menschen im Triebtäter an die Oberfläche zu bringen. Gequält, gehetzt, voller Angst und gleichzeitig voller Hoffnung und immer mit einer Andeutung davon, was unter der Oberfläche lauert - all das spiegelt Tukur durch sein eher sparsames Spiel. Faszinierend, kann man da nur sagen! Völlig zu recht wurde der Mime für diese doch sehr gewagte Rolle mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Dieser Film fesselt, macht Wut, Angst und Trauer und ist teilweise sehr bedrückend. Dabei hinterlässt er aber einen bleibenden Eindruck, ohne Antworten, Botschaften oder Plädoyers in petto zu haben. Hier wird einfach nur erzählt, was in den Tiefen der menschliche Psyche lauern kann und wie leicht ein Mensch zu etwas werden kann, was er eigentlich gar nicht sein will.
