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Gegenüber
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Regie
Jan Bonny
Drehbuch
Jan Bonny
Produzent
Bettina Brokemper
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 105 min Land Deutschland Kinostart 11.10.2007 DVD-Start 30.05.2008 Verleih W-Film |
Story
Nach außen führen Georg und seine Frau Anne ein glückliches Leben. Georg ist Polizist mit Aussichten auf Beförderung zum Kommissar und Anne ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Beide haben sie Freunde und Kollege, die sie für ihr gemeinsames Leben bewundern. Hinter der heimischen Tür des Ehepaares, spielt sich jedoch Grausames ab. Anne neigt zu Gewaltausbrüchen und aggressivem Verhalten, worunter Georg stark zu leiden hat. An schlechten Tagen kann es sogar vorkommen, dass sie ihren eigentlich geliebten Ehemann krankenhausreif prügelt. Als diese Katastrophe langsam nicht mehr innerhalb der eigenen vier Wände zu halten ist und immer weiter auch nach außen dringt, droht die Situation zu eskalieren…
Schauspieler
Victoria Trauttmansdorff, Matthias Brandt, Wotan Wilke Möhring, Susanne Bormann, Anna Brass, Pablo Ben-Yakov, Jochen Striebeck, Maria Körber, Claus-Dieter Clausnitzer, Anne Ratte-Polle, Özgür Özata, Till Butterbach, Guntram Brattia, Ole Ohlson
Filmkritik von Kathrin Lang
Laut einer Studie werden Männer genauso häufig von ihren Frauen körperlich misshandelt, als umgekehrt. In „Gegenüber“ - einem erschreckenden Drama, das auch schon bei den Filmfestspielen in Cannes großen Anklang fand - wird genau dieses Tabuthema behandelt. Regisseur und Drehbuchautor Jan Bonny führt uns mit seinem Streifen direkt hinter die Kulissen einer scheinbar ganz gewöhnlichen Haustür eines deutschen Ehepaars und versucht uns dort vor Augen zu führen, warum Menschen manchmal einem anderen Menschen körperlichen Schmerz zufügen. Die Schläge und Prügel stellen dabei jedoch nur die Spitze des Eisberges dar. In das Zentrum wird die Beziehung der beiden Protagonisten Anne (Victoria Trauttmansdorff) und Georg (Matthias Brandt) gestellt. Es wird sichtbar gemacht, wie die beiden Menschen ticken, welche Vorstellungen und Ideale sie haben und wie sie miteinander umgehen. Dass körperliche Gewalt die einzige Lösung für Anne zu sein scheint, verdeutlicht den Ernst der Lage dabei nur noch und soll merklich nicht das eigentliche Thema dieses Films darstellen. Um diese brisante und auch topaktuelle Geschichte zu erzählen, hat Jan Bonny keinen Standartweg gewählt. Die Perspektive liegt lediglich bei Anne und Georg. Als Zuschauer hat man keinerlei Einsichten von Außen. Auch die Kameraeinstellungen konzentrieren sich nur auf die beiden Protagonisten und bieten dem Zuschauer in ihrer direkten Nähe nur wenig Platz zum Atmen. Regelrecht wird man von dieser Geschichte t bedrängt und steht im absoluten Nahkampf zu ihr. Das ist anstrengend und verlangt vom Betrachter einiges ab. Dennoch: Da muss man durch, denn auch solche Filme braucht das Kino, selbst wenn sie nur schwer zu verdauen sind.
