Türkisch für Anfänger

Filmplakat Türkisch für Anfänger
Regie Bora Dagtekin  Drehbuch Bora Dagtekin  Produzenten Lena Schömann, Christian Becker 
Genre Komödie  FSK 12  Filmlänge 110 min
Land Deutschland  Kinostart 15.03.2012  Verleih Constantin Film

Story

Die 19jährige Lena Schneider hat es nun echt nicht leicht. Durch die antiautoritäre Erziehung ihrer hippen Mutter Doris nicht nur traumatisiert, sondern auch frustriert, gilt sie mittlerweile als kleine Spießerin, deren Mutter mehr Spaß am Leben hat als sie selbst. Als sie von der berufsjugendlichen Doris auch noch zu einem Urlaub nach Südostasien verdonnert wird, steht Lena endgültig kurz vor der Kapitulation. Glück im Unglück für die Teenagerin als das Flugzeug auf dem Flug ins Urlaubsparadies abstürzt und Lena von ihrer Mutter getrennt wird und auf einer einsamen Insel strandet. Blöd nur, dass sie dabei nur halb so alleine ist, wie sie es gerne wäre. Mit in ihrem Rettungsboot sitzen der nervige „Albaner“ Cem mit seiner Schwester Yagmur und der stotternde Grieche Costa. Keiner hat Abitur, nur Lena – da kann das Überleben in freier Wildnis schnell zu einem waschechten Abenteuer werden…

Schauspieler

Türkisch für Anfänger Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Anna Stieblich, Adnan Maral, Pegah Ferydoni, Arnel Taci, Katja Riemann, Katharina Kaali, Frederick Lau, Nick Romeo Reimann, Günther Kaufmann

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 3 von 5 Ms Türkisch für Anfänger Als die erste Folge der ARD Fernsehserie „Türkisch für Anfänger“ im März 2006 ausgestrahlt wurde, erreichte diese mit über 2,5 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von über 10%. Mit den darauffolgenden 51 Episoden, die in drei Staffeln ausgestrahlt wurden, mauserte sich „Türkisch für Anfänger“ innerhalb kürzester Zeit zu eine der erfolgreichsten deutschen Vorabendserien. Seit 2008 mussten Fans auf die liebgewonnene Berliner Multi-Kulti-Familie Öztürk-Schneider verzichten, bis diese 2012 nun im großen Stil die Leinwand erobern.

Auch wenn die Idee, dass eine deutsche Vorabendserie für das Kino verfilmt werden soll, zunächst geradezu absurd klingt, muss man „Türkisch für Anfänger“ überraschenderweise doch einige Qualitäten zusprechen. Der größte Bonus dürfte dabei sogleich sein, dass nicht nur alle wichtigen Schauspieler der Serie auch für den Spielfilm gewonnen werden konnten, sondern vor allem, dass mit Bora Dağtekin der Schöpfer der Serie auch bei der Kinoversion die inhaltliche und inszenatorische Führung übernimmt. Bora Dağtekin kennt die Eigenheiten seiner Figuren und versteht besser wie jeder andere, weshalb sie sich im Fernsehen einer solchen Beliebtheit erfreuten. Sichtlich einfach fällt es ihm auch, die hervorstechenden Eigenheiten der Figuren auch im Drehbuch des Kinofilms zu verankern, weshalb man trotz über dreijähriger Pause schnell den Eindruck vermittelt bekommt, dass sich nichts verändert hat: wenn Lena (Josefine Preuß) besserwisserisch sein darf, Cem (Elyas M'Barek) den Macho raushängen lassen kann und sich Mutter Doris auf emanzipatorischem Selbstfindungstripp befindet, dann ist die Welt von „Türkisch von Anfänger“ eben schon ziemlich in Ordnung.

„Türkisch von Anfänger“ mag man jedoch nicht nur der Figuren wegen, sondern auch weil man Bora Dağtekins regelrechte Zerpflücken des Themas „Integration“ derart lustig findet, dass man sich bei so manchem Spruch kaum noch halten kann. Das zumindest war in der Serie so – und glücklicherweise darf das natürlich auch im Film nicht fehlen. Tatsächlich sind Dağtekin auch 2012 so einige flotte Oneliner für sein Drehbuch eingefallen. Einer davon fällt ziemlich zu Beginn und gibt schnell den Erzählton des ganzen Kinofilms an: als Lena im Auto nebenan Yagmur mit Kopftuch erblickt, entfährt ihr: „Fahr schnell weiter, bevor sie den Zünder drückt!". Ähnlich politisch-unkorrekt bleibt „Türkisch für Anfänger“ in facettenreicher Hinsicht bis zum Schluss und trifft damit immer wieder direkt ins Schwarze.

So ideenreich die Dialoge und Gedankengänge der Figuren sein mögen, so einfallslos und dünn ist jedoch die Story. Von einer Dramaturgie kann kaum die Rede sein – höchstens von einer recht gelungenen Aneinanderreihung einiger guter Oneliner. Ein bisschen schade ist das, denn lässt der nächste große Lacher nur geringfügig zu lange auf sich warten, offenbaren sich sogleich die Drehbuchschwächen von „Türkisch für Anfänger“. Ein bisschen fülliger, spannender und weniger hanebüchen hätte die Geschichte durchaus ausfallen dürfen; doch war man dies auch schon von der Serie nicht unbedingt gewohnt.

Obwohl „Türkisch für Anfänger“ sicherlich seine Schwächen hat, so muss am Schluss dennoch die Rede von einer gelungenen Kinoadaption sein. Alles, was die Serie auszeichnet und zu einem Erfolg gemacht hat, findet sich auch in der Kinovariante wieder. So ist das (Ziel)Publikum von Spielfilm und Vorabendserie dasselbe, was für den Erfolg von für „Türkisch für Anfänger“ nur Gutes bedeuten kann.

Wissenswertes

Türkisch für Anfänger Die gleichnamige Serie zum Kinofilm umfasst folgende Staffeln:
Türkisch für Anfänger (TV-Serie) - Staffel 1
Türkisch für Anfänger (TV-Serie) - Staffel 2
Türkisch für Anfänger (TV-Serie) - Staffel 3

Die Serie lief von 2006 bis 2008 im Vorabendprogramm auf der ARD.



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Kommentare

Katharina schreibt am 21.03.12, 19:10
Ihr seid alle wirklich blöd, der Film ist klassse ihr seid einfach hobbylos....
Hassan schreibt am 18.03.12, 12:01
LANGWEILIG!
Alexander schreibt am 10.03.12, 15:07
Ein totaler Schwachsinn! Schlechte Story, schlechte Schauspielerische Leistung und katastrophale Inszenierung. Der deutsche Film wird niemals ernst genommen, bei solchen Produktionen.
Johanna lange schreibt am 06.05.12, 08:35
Der film ist gut geworden. Ich finde aber es hatte noch etwas länger sein können.
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