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Mr. Nice
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Regie
Bernard Rose
Drehbuch
Bernard Rose
Produzent
Luc Roeg
Genre Biopic FSK 12 Filmlänge 116 min Land Großbritannien Kinostart 23.06.2011 DVD-Start 25.11.2011 Blu-ray-Start 25.11.2011 Verleih Koch Media |
Story
Howard Marks ist ein gewitztes Bürschchen. Der Waliser aus einfachen Verhältnissen schafft es dank guter Noten bis nach Oxford, wo er an der Universität dank eines Stipendiums studieren kann. Hier kommt Marks das erste Mal mit Drogen in Berührung. Er findet Gefallen an dieser Form der Bewusstseinserweiterung. Wir haben die 70er Jahre und es herrscht an Haschisch, LSD und co. kein Mangel. Nach dem Studium versucht sich Howard Marks zunächst als Lehrer, doch er merkt schnell: Das ist nicht sein Ding. Als ein Kumpel bei einer Drogenkurierfahrt geschnappt wird, springt er ein. Was nun folgt ist eine sagenhafte Karriere in der Drogenbranche. Marks spannt nicht nur die IRA für den Import von Drogen nach England ein, sondern erweitert das Geschäft bis nach Amerika. Er wird vom MI6 als Agent angeworben und gehört bald zu den meistgesuchten Verbrechnern. Als ein großer Drogendeal auffliegt, wird Marks geschnappt und wandert hinter Gitter. Craig Lorenzo von der US-Drogenbehörde hat den intelligenten Lebemann endlich geschnappt, doch Marks wäre nicht Marks, hätte er nicht noch ein Ass im Ärmel.
Schauspieler
Rhys Ifans, Chloë Sevigny, David Thewlis, Omid Djalili, Elsa Pataky, Luis Tosar, Crispin Glover, Christian McKay
Filmkritik von Melanie Frommholz
Der charmante Verbrecher und Drogenkönig Howard Marks hatte sicherlich ein spannendes und aufregendes Leben. Der Stoff aus dem gute Filme sind. Zu schade, dass Regisseur und Drehbuchautor Bernard Rose es nicht geschafft hat daraus auch tatsächlich ein gutes Drehbuch und einen guten Film zu machen. Von dem intelligenten Geschäftsmann, der das ganze Justizsystem zum Narren gehalten und den Drogenhandel globalisiert hat, zeigt er nämlich wenig. In der klassischen Biopic-Herangehensweise erzählt Rose Howard Marks Geschichte in einer Rückblende, in deren Verlauf er vermeintliche „Meilensteine“ von Marks Verbrecherkarriere rekapituliert. Dabei bleibt Rose jedoch so sehr an der Oberfläche von allem, dass Marks Leben zu einer Aneinanderreihung von gerauchten Joints verkommt, in deren Nebel ab und an eine wichtige Station seines Lebens auftaucht. Der Rest ist Langeweile. Selbst das Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei lockt uns nicht hinter dem Ofen hervor. Auf den Teil in dem von den „43 Decknamen, 89 Telefonanschlüsse, 25 Firmen, Kontakte zu Mafia und Geheimdiensten und über eine Million verkaufte Bücher“ (so der Pressetext) erzählt wird, wartet man vergeblich. Bei der Inszenierung geht Bernard Rose ebenfalls keine überzeugenden Wege. Das die Geschichte erst mit Howard ersten Joint bunt wird, ist noch ein netter Einfall, aber auf die pseudodokumentarischen Bildkollagen, in denen Schauspieler Rhys Ifans wie ein Fremdkörper wirkt, hätte er einfach verzichten können. Einzig dem Schauspieler ist es zu verdanken, dass man für „Mr. Nice“ noch streckenweise Sympathie empfindet. Die schrägen, durchgehallten Typen stehen dem Mimen einfach immer hervorragend und so verkörpert er auch Howard Rose in der ihm unnachahmlichen Art und Weise.
Wie man witzig und unterhaltsam aus dem Leben eines Verbrechers erzählt, hat Steven Spielberg in „Catch me, if you can“ eindrücklich vorgemacht. „Mr. Nice“ ist dagegen eines jener Biopics, die man sich getrost sparen kann, weil man die Person, von dem es erzählt schlicht nicht wirklich kennen lernt.
Für das Drehbuch stand die Autobiographie von Howard Marks "Mr. Nice" Pate, die dieser nach seiner Entlassung aus der Haft 1995 schrieb.

