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Blindflug
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Regie
Ben von Grafenstein
Drehbuch
Boris Dennulat
Produzent
Jochen Laube
Genre Tragik-Komödie Filmlänge 63 min Land Deutschland, 2007 Verleih W-Film |
Story
Rainer hat eigentlich alles, was er will: Einen befriedigenden Job, eine tolle Wohnung, eine super Freundin. Fehlt eigentlich noch das perfekte Kind. Doch Lotte, seine Freundin, will in 6 Wochen ihre neue Arbeit beginnen und nicht an ein Kind denken müssen – und sie kriegt Panik!
Henrik ist gerade dabei seine Wohnung auszuräumen – und das auf eine ganz andere Art und Weise. Die Müllmänner sind es nämlich, die seinen Job machen. Sein gesamtes Hab und Gut, alles was er besitzt lässt er auf die Mülldeponie bringen. Auch sein geliebtes Auto lässt Henrik verschrotten. Anschließend macht sich Henrik auf den Weg zum Flughafen, um mit zwei Tickets an den Arsch der Welt zu fliegen.
Am Flughafen angekommen trifft die verwirrte Lotte auf den seltsamen Henrik. Und das Leben beginnt…
Schauspieler
Barbara Philipp, Christoph Bach, Michael Rotschopf, Chris Pichler, Jeff Burrell, Aykut Kayaick
Filmkritik von Thomas Ays
„Blindflug“, das will man glauben oder nicht, ist das Filmdebüt von Ben von Grafenstein und gleichzeitig seine Abschlussarbeit. Wer das vorher nicht weiß, rennt mit offen stehendem Mund aus dem Kinosaal. Unglaublich echt und dicht zeigt er seine Figuren in einer Geschichte, die den Grad zwischen Tragik und Komik herausragend meistert. Diese unterschwellige Melancholie der Geschichte ist beeindruckend verfilmt und ein Highlight des deutschen Films.
Regisseur Ben von Grafenstein verbrachte Monate mit Drehbuchautor Boris Dennulat im „Hinterzimmer“ und trieb damit Produzent Jochen Laube in den Wahnsinn. Eigentlich hätte der Dreh bereits starten sollen, doch der Regisseur war mit dem Drehbuch einfach nicht einverstanden: „Das ist es noch nicht!“ Und genau das ist der Punkt: Das Buch punktet mit großartigen Figuren, die noch dazu ausgezeichnete Dialoge sprechen dürfen.
Neben den tollen Sätzen ist es aber vor allem den brillanten Schauspielern zu verdanken, das „Blindflug“ so ist, wie er ist. Barbara Philipp spielt die Lotte herrlich zerrissen und ohne Richtung im Leben, Michael Rotschopf ist einfach herrlich als Rainer und Christoph Bach als Henrik ein echter Augenöffner. Man merkt, wie perfekt dieses Zusammenspiel dieser drei Schauspieler, auch hinter der Kamera, funktionierte.
Mit 60 Minuten hat „Blindflug“ vermutlich nicht das Zeug, um ins Kino zu kommen. Wünschen tun wir es ihm trotzdem. Mit diesem Film ist dem Regisseur und den Hauptdarstellern, die sehr zum Gelingen des Film beitrugen, ein kleines Juwel gelungen, das von vorn bis hinten beeindruckt, dazu glänzend unterhält und lange nachwirkt. Großartig!
