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Offside
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Regie
Jafar Panahi
Drehbuch
Jafar Panahi, Shadmehr Rastin
Produzent
Jafar Panahi
Genre Tragik-Komödie FSK 0 Filmlänge 87 min Land Iran Kinostart 29.06.2006 DVD-Start 07.10.2010 Verleih Kinowelt Home Entertainment |
Story
Als in Therean die iranische Fußballnationalmannschaft zum WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrain antrat, zog dieser Event – wie in jedem anderen Land auch – abertausende Zuschauer an. Einen großen Unterschied gab es jedoch: Unter den zigtausenden Fans sollte sich keine einzige iranische Frau befinden. Weiblichen Fußballfans war der Zugang zum Stadium nicht gestattet.
Ein paar wenige junge Mädchen wagen den Versuch aber dennoch und schleichen sich heimlich bis vor die Stadientore. Während es einigen gelingt die Wachen und die Schranken des enormen Polizeiaufgebots zu umgehen, werden andere erwischt und in Gewahrsam genommen. Lange Diskussionen führen die gefangenen Mädchen nicht zum Ziel. Die Wachmänner sind dazu angehalten streng nach Befehl zu verfahren und die Mädchen bis zur Sittenwache zu bringen.
Schauspieler
Sima Mobarak Shahi, Shayesteh Irani, Ayda Sadeqi, Golnaz Farmani, Mahnaz Zabihi, Nazanin Sediq-zadeh, Melika Shafahi, Safdar Samandar, Mohammad Kheir-abadi, Masoud Kheymeh-kabood, Mohammed-Reza Gharebaghi, Hadi Saeedi, Masoud Gheyas-vand, Ali Baradari
Filmkritik von Kathrin Lang
2006 in den Kinos gestartet, erzählt Jafar Panahis „Offside“ vom Fußballfieber zu Zeiten der WM und damit von einem Fieber, das global zum Tragen kam, aber in jedem Land unterschiedliche Auswirkungen hatte. Für seine Tragik-Komödie wurde der iranische Autorenfilmer nicht grundlos mehrfach ausgezeichnet. Mit „Offside“ wirft er einen minimalistischen, aber äußerst signifikanten Blick auf das Leben im Iran und verknüpft diesen fremden Lebenseinblick geschickt mit dem Weltsport Fußball. Erst im direkten Vergleich mit dem WM-Hype in Deutschland von 2006, kommt die Bedeutung des Filmes in ihrem ganzen Ausmaß zum Tragen. Während bei uns die Stadien gleichermaßen von jung und alt, von Mann und Frau gefüllt wurden, herrschten im Iran andere Zustände: Weiblichen, iranischen Fußballfans war der Zugang zu Stadien nicht gestattet – und dennoch verspürten zahlreiche Frauen und Mädchen den Drang ihrem Land bei dem alles entscheidenden WM-Qualifikationsspiel beizustehen. Obwohl Jafar Panahi scharfe Kritik übt und die Missstände im Iran deutlich aufzeigt, sucht er dennoch einen humoristischen Zugang zu der Thematik. Gekonnt verknüpft er das große Drama mit gewitzten Elementen und lässt sein „Offside“ damit wiedererwartend zu keiner moralischen Abhandlung werden. Seine Wirkung entfaltet der Film dennoch und verweist einmal mehr auf die enormen Unterschiede zwischen West- und Ostzivilisation.
Jafar Panahis "Offside" feierte auf der Berlinale 2006 seine Welturaufführung und wurde einen Tag später mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.