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Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected
Adam Resurrected
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Regie
Paul Schrader
Drehbuch
Noah Stollman
Produzenten
Ehud Bleiberg, Werner Wirsing
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 102 min Land Deutschland, USA, Israel Kinostart 19.02.2009 DVD-Start 19.11.2009 Verleih 3L Filmverleih |
Story
Adam Stein ist ein gefeierter Clown und Varieteekünstler mit eigener Show in Berlin. Er tut erfolgreich das was er liebt, ist glücklich verheiratet und Vater zweier bezaubernder Töchter. Die Nazi-Herrschaft wirft ihre Schatten 1930 voraus, als Stein in einer seiner Vorstellungen einem gewissen Herrn Klein durch Einsatz seiner Hellsichtigkeit das Leben rettet. Der Mann und er werden sich wieder begegnen. Im Konzentrationslager. Klein, mittlerweile Lagerkommandant, erkennt den Clown wieder und hält ihn fortan an als seinen persönlichen Hund. Ein perverser Deal: Adam Stein führt das Leben eines Hundes. Läuft auf allen Vieren. Frisst aus dem Napf und schläft im Zwinger mit Kleins Schäferhund. Und überlebt, während seine Familie stirbt.
1961, Tel Aviv. Adam Stein hat Demütigungen durch Klein und sein Überleben durch ein Dasein als Hund nie verwunden. Seit Jahren lebt er fast ständig in einer speziellen Klinik für Menschen wie ihn mitten in der Wüste. Hier ist er der Star, unterhält die Patienten mit seinen Witzen, gibt den Dandy und Lebemann. Doch innerlich hat sich Adam nie verziehen, dass er das Grauen überlebt hat. Alles ändert sich als ein neuer Patient in die Klink kommt – ein kleiner Junge, der denkt er wäre ein Hund. Noch einmal ist Adam Stein gezwungen den Hund zu geben, um ein Leben zu retten.
Schauspieler
Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Joachim Król, Ayelet Zurer, Derek Jacobi, Genia Dodina, Idan Alterman, Dror Keren, Tudor Rapiteanu, Veronica Ferres, Moritz Bleibtreu, Juliane Köhler
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit der Verfilmung des nicht unumstrittenen Buches „Adam Hundesohn“ ist dem Filmemacher Paul Schrader ein aufrüttelnder und in vielerlei Hinsicht anderer Holocaust-Film gelungen, der ein tiefes Gefühl der Beklemmung hinterlässt und sehr berührt. Die Geschichte von Adam Stein ist eine grausame, wie so viele jüdische Schicksale während der Naziherrschaft. Das Drehbuch von Noah Stollmann verzichtet jedoch auf die klassischen Bildnisse und Betroffenheits-Klischees, die man bei einem Holocaust-Film unweigerlich erwartet. „Ein Leben für ein Leben“ stellt Grausames neben Heiteres: Sadistische Entmenschlichung neben den Humor einer Clowndarbietung und wirft den Zuschauer so in ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Gerade noch hat man geschmunzelt, und schon ist man fassungslos angesichts rauchender Krematoriumstürme. „Ein Leben für eine Leben“ wird durch diese unorthodoxe Inszenierung eine Mischung aus magischen, schockierenden, grotesken und surrealen Momenten, die einen weiter und weiter in ihren Bann schlägt, auf die man sich jedoch bewusst einlassen muss. Der Film ist eine ständige Gradwanderung, die getragen wird von dem eindrücklichen Spiel eines fantastischen Jeff Goldblum. Paul Schraders Hauptdarsteller trägt den Film auf beeindruckende Art und Weise. Durch ihn können wir das persönliche Trauma der entmenschlichten Nazi-Behandlung greifen und sehen die verzweifelten Überlebenden des Holocaust hinter den Statistiken.
Paul Schrader vereinte für sein Projekt deutsche, israelische und amerikanische Schauspieler vor der Kamera. So sind neben Goldblum und einem Willem Dafoe, der für seine Verhältnisse schon beinahe klassisch besetzt ist, auch viele Stars der heimischen Schauspielszene zu sehen. Eindeutig herausstricht hier Joachim Krol als verzweifelter Wolfowitz.
„Ein Leben für ein Leben“ ist nicht der erste Film über den Holocaust und wird auch sicherlich nicht der letzte sein. Einer der ungewöhnlichsten ist er in jedem Fall und der erste, bei dem Deutsche und Israelis gemeinsam an einem solchen Thema arbeiten. Adam Steins ungewöhnlicher Weg der Genesung wird nicht zuletzt auch dadurch zu einem warmen Hoffnungsschimmer, der bleibt.
"Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected" ist die Verfilmung des Romans "Adam Hundesohn" von Yoram Kaniuk.