Aktuell im Kino
Demnächst im Kino
- 30.5.
- Die wilde Zeit
- 30.5.
- Hangover 3
- 30.5.
- The Big Wedding
- 30.5.
- To The Wonder
- 6.6.
- After Earth
- 6.6.
- Before Midnight
- 6.6.
- Das wundersame Leben ...
- 6.6.
- Snitch - Ein riskanter Deal
- Zu den Kinostarts
Moonrise Kingdom
|
Regie
Wes Anderson
Drehbuch
Wes Anderson, Roman Coppola
Produzenten
Wes Anderson, Jeremy Dawson, Steven M. Rales, Scott Rudin
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 98 min Land USA Kinostart 24.05.2012 DVD-Start 27.09.2012 Blu-ray-Start 27.09.2012 Verleih Tobis Film |
Story
1964: die zwei Zwölfjährigen Sam, Pfadfinder, und Suzy, Tochter aus schrägem Elternhaus, beschließen, dass sie auf ihr bisheriges Leben keine Lust mehr haben und büxen kurzer Hand von zu Hause aus. Während die beiden in der Wildnis ihre Erfüllung suchen und mit ihrer Liebe zueinander allen Widrigkeiten tapfer standhalten, machen sich die Eltern, der ortsansässige Polizist, das Jugendamt sowie ein leicht verwirrter Oberpfadfinder mit samt seiner Pfadfinderschar auf die Suche nach den beiden jungen Ausreißern…
Schauspieler
Kara Hayward, Jared Gilman, Bruce Willis, Bill Murray, Tilda Swinton, Edward Norton, Frances McDormand, Harvey Keitel, Jason Schwartzman, Bob Balaban, L.J. Foley, Seamus Davey-Fitzpatrick, Charlie Kilgore, Jake Ryan
Filmkritik von Kathrin Lang
Spätestens seit „Die Royal Tenenbaums“ hat Wes Anderson den Ruf eines Regisseurs, der mit die verschrobensten Filme des vergangenen Jahrzehnts in die Kinos gebracht hat. Immer wieder bricht Anderson mit klassischen Erzählmustern und fordert den Kinogänger samt seinen einstudierten Sehgewohnheiten durch ganz eigensinnige Inszenierungen heraus. Der sehr eigenwillige und nicht selten überaus skurrile Stil des Regisseurs spaltet schon seit jeher die Meinungen. Wo die einen kunstvolles Kino sehen, entdecken die anderen kaum mehr als sonderbare Inszenierungsmanieren und merkwürdige Geschichten über kauzige Figuren, mit denen man eigentlich nie so ganz warm werden möchte. Mit „Moonrise Kingdom", der die 65. Filmfestspiele in Cannes eröffnete, gelingt es Wes Anderson vielleicht zum ersten Mal in seiner Karriere die zwei Seiten des Filmemachens in einem Werk zu vereinen. „Moonrise Kingdom“ jedenfalls ist erneut ein außergewöhnlich erzählter Film, der mit überaus eigenwilligen Figuren und Dialogen hantiert, der zwischen all den experimentellen Ansätzen jedoch eine im Grunde sehr klassische Geschichte über die erste große Liebe, das langsame Erwachsenwerden und die Rebellion gegen die Normen der Welt erzählt. Erneut erstaunt Anderson jedoch nicht nur in Sachen Storytelling, sondern auch mit einer namhaften Schauspielerriege und mit der Entdeckung zweier faszinierend aufspielenden Jungdarstellern, die er für die Hauptrollen besetzt. Was jedoch während „Moonrise Kingdom“ mit am Stärksten hervorsticht, sind zweifellos die sehr sorgsam auserwählten Kulissen, die der Regisseur für seinen Film geradezu akribisch liebevoll in Szene setzt. In jeder einzelnen Kameraeinstellung kann man die Liebe zum Detail und einen sehr kunstvollen Charakter erkennen, was aus der Tragik-Komödie schon rein optisch einen wahren Genuss werden lässt.
Mit „Moonrise Kingdom“ erzählt Wes Anderson eine sehr schräge und immer wieder absurd komische Geschichte, die tief im Inneren jedoch so ungeheuer liebevoll und ergreifend ist, dass man kaum mehr von einem typisch kauzigen Werk des Filmemachers sprechen mag. Vielmehr gelingt es Anderson den goldenen Weg in der Mitte zu finden, ohne dabei sich selbst zu verlieren – weshalb nicht nur Fans von dem neuen Anderson vollauf begeistert sein werden, sondern sicherlich auch einige seiner bislang schärfsten Kritiker.
Wes Anderson eröffnete mit "Moonrise Kingdom" die 65. Filmfestspiele in Cannes.
