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Killing me Softly
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Regie
Chen Kaige
Drehbuch
Kara Lindstrom
Produzenten
Lynda Myles, Michael Chinich
Genre Erotik Thriller FSK 16 Filmlänge 100 min Land USA Kinostart 09.01.2003 DVD-Start 25.08.2003 Verleih Universum Film |
Story
Es ist ein kalter Wintermorgen, an dem sich Alices Leben von Grund auf verändern soll: Auf dem Weg zur Arbeit begegnet sie einem Mann, der sie mit unglaublich intensivem Blick ansieht. Alice ist wie vom Blitz getroffen. Am Mittag trifft sie erneut auf den Fremden und folgt ihm ohne zu überlegen in eine Londoner Wohnung. Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen und hemmungslosen Beziehung, die keinen Platz mehr für anderes lässt. Obwohl Alice nichts von diesem Fremden namens Adam weiß, lässt sie sich auf eine Affäre mit ihm ein, die ihr schier den Atem raubt. Die Lust, die sie mit Adam erlebt und die alles verzehrende Leidenschaft sind für sie wie das Atmen lebensnotwendig. Die selbstbewusste und im Beruf erfolgreiche Frau lässt alles hinter sich, beendet ihre Beziehung mit dem fürsorglichen und liebenswerten Jake und bricht alle Brücken hinter sich ab.
Obwohl ihr diese Obsession auch zunehmend Angst macht, ist sie dennoch bereit, Adam zu heiraten. Allmählich erfährt sie mehr und mehr Details aus dem Leben des Extrembergsteigers – und die lassen ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie erhält verstörende anonyme Briefe und stößt auf eine Verbindung Adams mit verschwundenen Frauen und Toten im Himalaya. Und auch Alices Liebe zu Adam wird immer öfter auf die Probe gestellt. Mehr und mehr überschreitet er die Grenze zwischen Leidenschaft und Gewalt und irgendwann wird Alice bewusst, dass sie in der Falle sitzt. Doch wer sollte ihr jetzt noch helfen?
Schauspieler
Heather Graham, Joseph Fiennes, Natascha McElhone, Ulrich Thomsen, Ian Hart, Jason Hughes, Helen Grace, Olivia Poulet
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Höhenangst“, der wohl beste Thriller von Nicci French, diente als Vorlage zu „Killing me Softly“ unter der Regie von Chen Kaige. Im Gegensatz zum atemberaubend spannend geschriebenen Roman kann man das von Kara Lindstrom adaptierte Drehbuch allerdings nur als schwach und lückenhaft bezeichnen. Auch wenn Regisseur Chen Kaige vor allem seinen Hauptdarsteller Joseph Fiennes absolut überzeugend in Szene gesetzt hat und auch ansonsten für packende Spannung sorgte, kann man nur fassungslos den Kopf schütteln angesichts der Entwicklung der Handlung, die sich zusehends mehr von der Romanvorlage entfernt. Vor allem Heather Graham mit ihren weit aufgerissenen, unschuldigen blauen Augen und dem engelsgleichen Äußeren hat so gar nichts mit der Buchheldin Alice zu tun. Sie wirkt einfach nur naiv und schwach, von der inneren Zerrissenheit und den immer weiter wachsenden Zweifeln einer an und für sich starken Frau, die im Buch widergespiegelt werden, ist ihr nichts anzumerken. Dadurch wirkt die Geschichte zunehmend unlogisch und an den Haaren herbeigezogen, denn die allmählich entstehenden Zweifel, die aus einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung Stück für Stück die wahre Hölle machen, sind hier komplett ausgespart.
Zwar kann man Alice aufgrund eines wirklich überzeugend agierenden und absolut charismatischen Joseph Fiennes in jeder Sekunde verstehen, doch die immer brutaler werdenden Facetten dieser obsessiven Beziehung werden dem Zuschauer nur sehr verschleiert angedeutet, was dazu führt, dass die Wende in Alice Verhalten kaum nachzuvollziehen ist. Gegen Ende werden immer mehr wichtige Handlungselemente aus Nicci Frenchs Thriller komplett verändert und der Schluss ist ein gänzlich anderer. Das kann nur damit erklärt werden, dass für das Finale nochmals eine absolut überraschende Wendung benötigt wurde. Zur Glaubwürdigkeit des gesamten Films trägt das allerdings wenig bei.
Trotz all dieser Kritikpunkte gelingt es „Killing me Softly“ dennoch, den Zuschauer 95 Minuten lang absolut zu fesseln, was als Beispiel dafür gelten mag, wie ein Regisseur aus einem schwachen Drehbuch doch noch das Bestmögliche herausholen kann. Doch unterm Strich wäre es dem Film wohl dienlicher gewesen, die reichlich gesäten Erotikszenen etwas zu reduzieren und stattdessen mehr in die Tiefe der großartigen Romanvorlage vorzudringen.
„Killing me Softly“ ist der erste englischsprachige Film des Regisseurs Chen Kaige und basiert auf dem Thriller „Höhenangst“ von Nicci French.
