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Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung
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Regie
Oliver Kienle
Drehbuch
Oliver Kienle
Produzenten
Ralf Hartmann, Stefanie Groß, Jonathan Hild, Verena Monßen
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 108 min Land Deutschland Kinostart 23.09.2010 DVD-Start 20.05.2011 Verleih EuroVideo |
Story
„Wohin führt mich mein Leben, was bringt meine Zukunft und was passiert morgen?“ Das sind Fragen mit denen sich die beiden Jugendlichen Tommy und Sule nicht beschäftigen. Sie frönen ihrem Gangsterleben, in dem sie sich zwischen Drogendeals, harten Schlägereien und finsteren Partys bewegen. Während Tommy gelegentlich an seine Zukunft denkt - immerhin ist er Gymnasialschüler mit Aussicht auf Abitur und ein Studium, hat sogar eine Freundin - bewegt sich Sule, als arbeitsloser Drogendealer jedoch gänzlich abseits eines geregelten Lebens. Als Tommy schließlich mit einer ordentlichen Ladung Drogen von der Polizei hochgenommen und für ein halbes Jahr ins Gefängnis gesperrt wird, beschließt er sein Leben fortan zu ändern.
Als er nach harten sechs Monaten wieder aus dem Knast entlassen wird, gestaltet sich die Umsetzung dieses Planes jedoch alles andere als einfach. Sule ist noch immer dick im Drogengeschäft tätig und fordert von seinem besten Kumpel Unterstützung ein. Tommys Freundin hat sich mittlerweile von ihm abgewandt und auch seine Mutter findet keinen Weg, um ihrem Sohn den Wiedereinstieg ins Leben zu erleichtern. Tommy muss sich entscheiden: Will er ein normales Leben führen, in dem er sogar seine große Liebe wieder zurückbekommen könnte, oder hält er weiterhin zu seinem besten Freund Sule, mit dem er all die Jahre durch Dick und Dünn gegangen ist?
Schauspieler
Jacob Matschenz, Burak Yigit, Balder Beyer, Aylin Tezel, Liv Lisa Fries, Simone Thomalla, Peter Lohmeyer, Manuellsen
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit seinem Spielfilmdebüt erzählt uns Regisseur und Drehbuchautor Oliver Kienle eine Geschichte aus dem deutschen Drogen- und Gangstermilieu in Würzburg. Letztlich bilden die jugendlichen Banden, die sich zwischen Drogen, hartem Gangster-Rap, brutalen Schlägereien, Gefängnisaufenthalten und Bewährungen bewegen, jedoch nur den Rahmen für seinen Film. In Wirklichkeit erzählt Kienle eine Geschichte über eine schwierige Freundschaft, die auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird, und über eine junge, problembehaftete Liebe sowie schwierige Eltern-Kinder-Beziehungen. Dennoch funktioniert „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ nur, oder gerade wegen der Ansiedlung in dem speziellen Umfeld. Das Drogen- und Gangstermilieu, in dem Jugendliche nach ihrem persönlichen Lebensziel suchen, sich in der Welt zu positionieren versuchen, wird durch starke Bilder und eine eben solche Inszenierung überaus authentisch eingefangen. Immer wieder wird der Geschichte durch das problembehaftete Umfeld, in dem sich Tommy (Jacob Matschenz) und Sule (Burak Yigit) bewegen, unterstrichen. Bilder von gnadenlosen Schlägereien oder grenzenlosem Drogenkonsum, wechseln sich mit Wutausbrüchen der Protagonisten ab. Bestärkt werden diese Szenen durch einen einschlägigen Soundtrack, der mit unzensierten Rap-Texten (unter anderem von Afrob, Kool Savas oder Samy Deluxe) auf die allgemein ausweglose und schwierige Situation verweist.
Oliver Kienle unterstreicht die Intensität der Freundschaft zwischen Tommy und Sule immer wieder durch spezifische Merkmale der Gangster- und Drogenszene und bringt dadurch einen Film hervor, der emotional berührt und der mit einer Authentizität und einer erzählerischen Stärke aufwartet, wie man sie in dieser Form nur selten beim deutschen Film erleben kann. Dennoch ist „Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung“ letztlich ein Sozial-Drama, das mit seiner rasanten Inszenierung, seinen Gangsterposen und obszönen Rap-Texten stark auf eine spezielle Zielgruppe zugeschnitten ist. Außenstehende finden da schwer, oder nur allmählich einen Zugang zu der Geschichte. Für eben jene dauert es einige Zeit, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass hinter dem überzogenen Auftreten der Protagonisten und ihrem Leben auf der schiefen Bahn vermutlich mehr Realität steckt, als man zunächst glauben mag.
"Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung" ist das Langfilmdebüt von Oliver Kienle.