Späte Aussicht (TV)

Späte Aussicht

Filmplakat Späte Aussicht (TV)
Regie Sylvia Hoffman  Drehbuch Ariela Bogenberger 
Genre Drama  FSK
Land Deutschland  Verleih unbekannt

Story

Der erfolgreiche Unternehmer Peter Freit ist ratlos. Schon die vierte Ausbildung hat Tochter Silvia nun angefangen und auch diese will sie wieder vorzeitig abbrechen. Dass diesmal wirklich ein triftiger Grund besteht, interessiert Vater Peter herzlich wenig. Silvia arbeitet als Pflegeschülerin in einem Altenheim und findet die Zustände und den Umgang mit den Bewohnern dort schlicht unzumutbar. Peter schließt einen Deal mit seiner Tochter ab: Hält sie weiterhin durch, bewirbt er sich als Pflegehelfer im selben Altenheim, um ihr zu beweisen, dass man mit dem nötigen Einsatz alle Hindernisse überwinden kann. Doch schon nach einem Tag im System "sauber und satt" muss Peter erkennen, dass Silvia nicht übertrieben hat. Menschenunwürdige Verhältnisse sind es, mit denen er hier konfrontiert wird, völlig überforderte und ausgebrannte Pflegerinnen und eine Heimleitung, die längst jeglichen Idealismus verloren hat. Auch Pflegerin Agnes, die immer wieder für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal eintritt, kann wenig bewirken. Das Elend der Heimbewohner ist kaum auszuhalten und alle Versuche Silvias und Peters, auch nur minimale Verbesserungen zu bewirken, stoßen permanent auf Ablehnung.

Schauspieler

Späte Aussicht (TV) Herbert Knaup, Anna Maria Mühe, Rosemarie Fendel, Heinz Baumann, Suzanne von Borsody, Ernst Stankovski

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 4 von 5 Ms Späte Aussicht (TV) Regisseurin Sylvia Hoffman hat sich hier an ein höchst brisantes Thema herangewagt. "Späte Aussicht" ist eine permanente Gratwanderung, hätte das Ganze doch leicht ins Kitschige und Unrealistische versinken können. Doch diesen Balanceakt hat Hoffman mit Bravour gemeistert. Ihre sehr fundierte und differenzierte Kritik am Zustand der Altenpflege bleibt bis auf einige wenige Ausrutscher sachlich und realistisch. Hoffman bleibt stets bei den bekannten Tatsachen, verurteilt nicht, sondern zeigt im Gegenteil auf, wie verzweifelt die Pflegekräfte bemüht sind, eine gute Arbeit zu tun. "Späte Aussicht" macht deutlich, woran das ganze System tatsächlich krankt: an den viel zu geringen finanziellen Mitteln und der Unwissenheit derer, die die Entscheidungen treffen. Vor allem der großartig spielenden Darstellerriege ist es zu verdanken, dass dieser Film ein Plädoyer geworden ist für all jene, die in der Pflege tätig sind. Nicht zuletzt aber appelliert "Späte Aussicht" an eine Gesellschaft, die mehr und mehr dazu übergangen ist, die Alten auszugrenzen, ohne darüber nachzudenken, dass jeder Mensch doch das Recht darauf hat, gebraucht zu werden. Auch wenn manche Szenen etwas sehr an den Haaren herbeigezogen wirken, ist dies ein durch und durch kluger und humorvoller Film.



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