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Die Geschichte vom Brandner Kaspar
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Regie
Joseph Vilsmaier
Drehbuch
Klaus Richter
Produzenten
Joseph Vilsmaier, Markus Zimmer
Genre Heimatfilm FSK 6 Filmlänge 100 min Land Deutschland Kinostart 16.10.2008 DVD-Start 06.05.2009 Verleih Concorde Film |
Story
Als eines Tages kein geringerer als der Tod höchstpersönlich beim alten Brandner Kaspar an die Türe klopft und diesem verkündet, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat, überlegt sich der zum Tode verurteile Kaspar einen hinterlistigen Plan: Zunächst lockert er den steifen Tod mit ein paar Gläschen Kirschgeist auf, um ihn anschließend beim Kartenspielen über den Tisch zu ziehen. Der Plan geht sogar auf und am Ende der eigentlich unheilvollen Nacht, hat der schlaue Brandner Kaspar mit dem Tod weitere 21 Lebensjahre ausgehandelt. Als Petrus im Himmel davon Wind bekommt, ist im sonst so himmlischen Paradies buchstäblich die Hölle los. Sofort muss der Tod wieder zum Kaspar eilen, um diesen endgültig vor das heilige Gericht zu zitieren.
Während sich der Tod mit einem schlechten Gewissen plagt, weil er sein Versprechen brechen muss, lernt der sonst so lebensfrohe Brandner Kaspar die Schattenseiten der neugewonnenen Lebensjahre kennen. Sein geliebtes Nannerl stirbt tragischerweise bei einem Jagdunfall und lässt ihren Großvater auf der Welt alleine zurück. Dieser ist nun gar nicht mehr all zu abgeneigt, sich vom Tod abholen zu lassen…
Schauspieler
Franz-Xaver Kroetz, Michael Herbig, Lisa Maria Potthoff, Peter Ketnath, Sebastian Bezzel, Alexander Held, Jürgen Tonkel, Detlev Buck, Herbert Knaup, Jörg Hube, Elisabeth Trissenaar
Filmkritik von Kathrin Lang
Ist es sonst immer Marcus H. Rosenmüller gewesen, der sein Publikum mit bayrischen Heimatfilmen zu unterhalten wusste, ist es jetzt der sonst eher dramatisch veranlagte Joseph Vilsmaier („Stalingrad“), der uns einen solchen Film in die Lichtspielhäuser bringt. Bereits zum dritten Mal wurde die bayrische Legende vom Brandner Kaspar nun filmisch in Szene gesetzt. Zum ersten Mal 1949, dann 1975 als TV-Adaption und jetzt 2008, als idyllischer Heimatfilm, der sowohl Tragödie als auch Komödie sein will. Leider liegt genau an dieser Stelle bei "Die Geschichte vom Brandner Kaspar" auch schon der Hund begraben. Obwohl das liebevoll inszenierte bayrische Märchen weite Strecken durch einen einmaligen Humor zu punkten weiß, wird nicht selten auch ein ernster Ton angeschlagen. Damit vermag der Zuschauer in seinem Kinosessel nur schwer umzugehen, wirkt die gesamte Geschichte des Filmes im Grunde doch schon so absurd, dass diese dramatischen Szenen hier so ganz und gar nicht reinpassen wollen. Warum sich Vilsmaier das Drama, bei all seinen gelungenen witzigen Momenten, nicht gänzlich sparen konnte, bleibt fraglich. Allein schon mit Michael Bully Herbig, der den dusseligen Tod schlichtweg herrlich verkörpert, hat der Regisseure einen wahren Glückstreffer gelandet. Auch seine Hauptfigur, der Brandner Kaspar gespielt von Franz Xaver Kroetz, wurde herrlich komisch getroffen - ebenso wie die vielen Bewohner des göttlichen Paradieses. Ein breites Publikum wird Joseph Vilsmaier mit seinem nicht ganz gelungenen Genremix dennoch ansprechen. Für jung und alt ist etwas dabei, was das Gesamtkonzept schon wieder etwas glanzvoller „aus´schaun“ lässt.
Der „Brandner Kaspar“ ist eines der populärsten Volksstücke in deutscher Sprache und erlebte bereits zwei Verfilmungen (1949 und 1975) sowie zahllose Bühnenaufführungen.
