Eine Insel namens Udo

Filmplakat Eine Insel namens Udo
Regie Markus Sehr  Drehbuch Clemente Fernandez-Gil, Markus Sehr  Produzenten Andreas Brauer, Erik Winker, Martin Roelly 
Genre Komödie  Filmlänge 80 min
Land Deutschland  Kinostart 16.06.2011  DVD-Start 25.11.2011  Verleih X-Verleih

Story

Udo hat eine Eigenschaft, die er mit nicht vielen Menschen auf dieser Welt teilt: Er ist unsichtbar, leidet unter sogenannter „Schwersichtbarkeit“. Von allen Menschen, zwischen denen er tagtäglich verweilt, wird er erst wahrgenommen, wenn er sich auftürmt und mit einem Schulterklopfen auf sich aufmerksam macht. Udo empfindet diesen Umstand jedoch nicht als weiter tragisch – immerhin ist das schon sein ganzes Leben lang so und gehört zu ihm. Er fühlt sich wohl auf seiner eigenen kleinen Insel des Lebens, auf der er es sich nach all den Jahren richtig gemütlich gemacht hat. Erst als Jasmin in sein Leben tritt, ändert sich alles. Jasmin kann ihn tatsächlich sehen und ist entzückt von dem kauzigen Udo, der irgendwie ganz anders ist, als all die anderen Männer. Die beiden kommen sich näher, doch vor allem für Udo stellt diese Situation eine große Herausforderung dar. Die Gefühle zu Jasmin lassen aus ihm einen Sichtbaren werden, der sich fortan, wie jeder andere auch, an die Regeln halten muss…

Schauspieler

Eine Insel namens Udo Kurt Krömer, Fritzi Haberlandt, Bernd Moss, Karo Ketonen, Maja Beckmann, Jan-Gregor Kremp, Rolf Berg, Markus Klauk, Andreas Windhuis, Piet Fuchs

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Eine Insel namens Udo Es gibt Tage, Stunden oder Momente da fühlen wir uns unsichtbar. Jeder kennt es wohl, das merkwürdige Gefühl von etwas oder jemandem nicht wahrgenommen zu werden. Manchmal ist das angenehm, da man unbemerkt zum heimlichen Beobachter werden kann. Manchmal verursacht das Gefühl aber auch großes Unbehagen, da man sich nichts mehr wünscht, als gesehen zu werden. Regisseur und Co-Drehbuchautor Markus Sehr treibt diese kleinen oder manchmal auch großen Momente, die jeder von uns schon einmal auf die eine oder andere Weise erlebt hat, auf die Spitze, indem er sie in seinem Langfilmdebüt wortwörtlich nimmt. Protagonist Udo (Kurt Krömer) ist tatsächlich eine Insel, auf der er ganz alleine unter Tausenden von Menschen lebt. Sein Dasein als Unsichtbarer beschert ihm nicht nur Nachteile, sondern hat durchaus auch seine Vorzüge. Udo weiß um diese, schließlich kennt er es nicht anders, und hat es sich in all den Jahren auf seiner Insel bequem gemacht: In seinem Job als Kaufhausdetektiv ist er unschlagbar gut, eine eigene Wohnung braucht er nicht, da er sich unbemerkt an jeden Ort der Welt schleichen kann, und nicht einmal seinen morgendlichen Kaffee muss er selbst bezahlen, da ohnehin niemand bemerkt, wenn er mal eben an fremden Tässchen nippt. Klammheimlich lebt er wie ein König unter uns, was „Eine Insel namens Udo“ eine tolle Situationskomik beschert. Noch lustiger wird es, als Udo von Jasmin (Fritzi Haberlandt) von seiner Insel gezerrt und mitten hinein ins Leben, unter die wachenden Augen aller, katapultiert wird.

Kurt Krömer ist genau der richtige Kandidat für die Darstellung des lebensfremden und unbeholfenen Udos. In seinem ersten großen Kinoauftritt fügt sich der Comedy erprobte Krömer toll in seine Rolle ein. Ziemlich steif in seiner Artikulation und unbeholfen in seinem körperlichen Auftreten, sorgt Krömer alias Udo für viel niedlichen Humor, über den man sich immerzu kringelig lachen könnte. Auch Fritzi Haberland, die bislang meist im dramatischen Genre zu sehen war, präsentiert sich von einer ungewohnt witzigen Seite. Als Udo und Jasmin, einer kauziger als der andere, geben Krömer und Haberlandt ein amüsantes Leinwandpärchen ab, das wunderbar für knackige 80 Filmminuten unterhält.

„Eine Insel namens Udo“ ist vielleicht nicht der ganz große Wurf - dazu fehlt der Komödie die ein oder andere Kante, an der man sich reiben kann, oder auch eine zusätzliche Erzählebene, die etwas tiefer greift. Nichtsdestotrotz, großer Wurf hin oder her: Markus Sehrs Langfilmdebüt ist mit seinem charmanten Humor und der herrlichen Situationskomik eine kurzweilig und wunderbar unterhaltende Komödie, der bis zum Schluss nicht der Atem ausgeht. Was will man mehr?

Wissenswertes

Eine Insel namens Udo "Eine Insel namens Udo" ist das Langfilmdebüt von Regisseur Markus Sehr.



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