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Die anonymen Romantiker
Les Emotifs Anonymes
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Regie
Jean-Pierre Améris
Drehbuch
Jean-Pierre Améris, Philippe Blasband
Produzenten
Nathalie Gastaldo, Philippe Godeau
Genre Komödie FSK 0 Filmlänge 78 min Land Frankreich, Belgien Kinostart 11.08.2011 DVD-Start 09.02.2012 Verleih Delphi Filmverleih |
Story
Angélique ist eine begnadete Chocolatier. Leider jedoch fällt sie immerzu fast in Ohnmacht, wenn sie zu sehr im Fokus der Aufmerksamkeit fremder Menschen steht. Also behält sie ihre Begabung für sich, versucht ihre Sensibilität in einer Selbsthilfegruppe unter Kontrolle zu bekommen und bewirbt sich derweilen um einen Job bei dem Schokoladenmanufakturbesitzer Jean-René. Dieser stellt Angélique in seiner Firma als Vertriebskraft ein, ohne zu ahnen welchen Glücksgriff er damit in Wirklichkeit gemacht hat. Dies mag vor allem darin liegen, dass auch Jean-René viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist. Auch er meidet den Kontakt zu fremden Menschen, gerät schnell ins Schwitzen, wenn man ihm zu nahe kommt. Im Gegensatz zu Angélique lässt er sich in Einzeltherapie betreuen. Durch die Hilfe seines Psychiaters, der ihm regelmäßig Aufgaben mit auf den Nachhauseweg gibt, kommen sich die beiden hochsensiblen Persönlichkeiten Angélique und Jean-René tatsächlich schnell näher. Doch kann das gutgehen, wenn zwei sich in ihrer Andersartigkeit so ähnliche Menschen zusammentun?
Schauspieler
Benoît Poelvoorde, Isabelle Carré, Lorella Cravotta, Lise Lamétrie, Swann Arlaud, Pierre Niney, Stéphan Wojtowicz, Jacques Boudet, Alice Pol, Céline Duhamel
Filmkritik von Kathrin Lang
Gerade mal zwei Wochen ist es her, dass wir Benoît Poelvoorde in „Nichts zu verzollen“ auf der deutschen Leinwand sehen durften, da kommt der französische Schauspieler erneut mit einer Hauptrolle in unsere Lichtspielhäuser. War Benoît Poelvoorde schon in Dany Boons Komödie ein wahrer Glücksgriff, stellt sich der Mime auch in Jean-Pierre Améris‘ Komödie „Die anonymen Romantiker“ als Idealbesetzung heraus. In der Rolle des hochsensiblen, schnell in Panik geratenden und immerzu nervösen Schokoladenmanufakturbesitzers Jean-René, läuft Poelvoorde zu komödiantischer Hochform auf – zumindest so lange es das Drehbuch zulässt. Dies ist vor allem in der ersten Filmhälfte der Fall, in der uns die sonderbar kauzige Figur Jean-René vorgestellt und man mit ihren Eigenarten vertraut gemacht wird. Seine unbeholfene Art und die langsamen Annäherungsversuche an die mindestens ebenso eigenartige Angélique (Isabelle Carré), sind herrlich komisch und wurden auf der Leinwand selten so konsequent andersartig umgesetzt. Leider verliert „Die anonymen Romantiker“ die Besonderheit der Figurenzeichnung in der zweiten Hälfte zunehmend aus den Augen. Ehe man sich versieht, schippert die romantische Komödie in mehr oder minder altbekannten Fahrwasser und steuert dabei ungehindert auf ein unausweichlich kitschiges Ende zu.
Vor allem im ersten Teil überzeugt die französisch-belgische Romantik-Komödie mit frischem und neuartigem Charme. Die vielen lustigen und originellen Momente werden jedoch größten Teils zu Beginn des Films verbraten, wodurch „Die anonymen Romantiker“ zum Schluss an Fahrt verliert. Dennoch sehenswert lustige Romantikunterhaltung für alle Freunde des europäischen Kinos.
2011 wurde Isabelle Carré für ihre Darstellung für den französischen "Prix Lumières" nominiert.