Willkommen in Wellville

The Road to Wellville

Filmplakat Willkommen in Wellville
Regie Alan Parker  Drehbuch Alan Parker  Produzenten Alan Parker, Armyan Bernstein, Robert F. Colesberry 
Genre Satire  FSK 12  Filmlänge 120 min
Land USA  Kinostart 01.12.1994  DVD-Start 31.05.1999  Verleih Pandora

Story

Eleanor Lightbody will nicht nur ihre Ehe, sondern auch die Gesundheit ihres Mannes retten. Der Arme hat einen verdorbenen Magen, isst kaum noch etwas und wird immer dünner. Ihre letzte Hoffnung liegt in dem berühmten Dr. Kellogg und seinem Sanatorium in Battle Creek. Der Erfinder der Frühstücksflocken, der Heizdecke und noch anderer obskurer Gesundheitsmanischen, rückt jedwedem Zipperlein mit Einläufen, Fleischverzicht und Körperertüchtigungen zu Leibe. Dass dies Sex nicht einschließt, muss William Lightbody, Eleanors Ehemann gleich zu Beginn seines Aufenthaltes bei Dr. Kellogg schmerzlich erfahren. Dafür gibt es elektrische Bäder und diverse andere Behandlungsmethoden, denen er sich im Laufe seiner Zeit bei Dr. Kellogg unterziehen muss.

Schauspieler

Willkommen in Wellville Anthony Hopkins, Bridget Fonda, Matthew Broderick, John Cusack, Dana Carvey, Michael Lerner, Colm Meaney, John Neville, Lara Flynn Boyle, Traci Lind, Camryn Manheim, Roy Brocksmith, Norbert Weisser

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 3 von 5 Ms Willkommen in Wellville Alan Parker hat bei seiner satirischen Reise in die Welt der obskuren Gesundheitsapostel, selbst ernannten Ärzte und vegetarischen Weltverbesserer wirklich nichts ausgelassen. „Willkommen in Wellville“ nimmt den Gesundheitswahn, der Amerika zur Jahrhundertwende erfasste, gehörig in die schwarzhumorige Mangel. Parkers Film offenbart die ganze Scheinheiligkeit, mit der die Oberschicht sich hier in einem Kurparadies verquerer, teils sadistisch anmutender Behandlungen und schwadronierender Quacksalber hingab, sich elementarer menschlicher Bedürfnisse verweigerte und sich dabei noch schick und absolut gesundheitsbewusst vorkam. Dabei galt es natürlich, nach außen immer den Schein der moralischen Grenzen zu wahren. Alan Parker, der auch das Drehbuch schrieb, hat diese eigene Welt der „besonderen Therapien“ gelungen eingefangen und unterhaltsam auf die Schippe genommen. Das Präsentieren von immer neuen unsinnigen Heilmethoden nutzt sich im Verlauf des Filmes jedoch etwas ab. Bedauerlicher ist jedoch, dass es Parker nicht gelingt, seine anderen beiden Erzählstränge durchweg stimmig in die Geschichte einzubauen und damit weitere Perspektiven zu eröffnen. Die Wechsel rauben der Handlung merklich an Schwung und insbesondere die Rückblicke, die Kelloggs Beziehung zu seinem Adoptivsohn George beleuchten sollen, bleiben in ihrer Bedeutung diffus und wenig aussagekräftig.

„Willkommen in Wellville“ präsentiert nicht nur irre Behandlungsmethoden, sondern auch namhafte Darsteller. Das Star-Ensemble, bestehend aus einem genial spielenden Anthony Hopkins, Bridget Fonda, Matthew Broderick und John Cusack, feuert die spitzen Dialoge dabei zuweilen ab wie aus der Maschinenpistole. Das ist oft amüsant, ab und an aber auch mühsam. Insbesondere Hopkins, der den vor missionarischem Eifer nur so glühenden Dr. Kellogg wirklich großartig gibt, kann man gerade in der Anfangssequenz nur schwer folgen, so schnell schießen die Sätze aus seinem Mund. Als eifrige Kellogg-Anhängerin gelingt Bridget Fonda eine gute Darstellung. Matthew Broderick und John Cusack hingegen bleiben im Vergleich blass.

„Willkommen in Wellville“ ist in seiner satirischen Betrachtung des Gesundheitswahns gelungen. Der Film ist jedoch auch ein Beispiel dafür, dass nur, wenn sich alle Einzelteile stimmig in einander fügen, ein herausragender Film entstehen kann.

Wissenswertes

Willkommen in Wellville Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von T. C. Boyle.

Es gab das Battle Creek-Sanatorium tatsächlich. Es wurde 1866 gegründet. Dr. Johne Harvey Kellogg machte es unter seiner Leitung zu einer erfolgreichen Einrichtung.



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