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Wunderkinder
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Regie
Marcus O. Rosenmüller
Drehbuch
Stephen Glantz, Rolf Schübel, Marcus O. Rosenmüller, Kris Karathomas
Produzenten
Alice Brauner, Artur Brauner
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 100 min Land Deutschland Kinostart 06.10.2011 DVD-Start 19.04.2012 Blu-ray-Start 19.04.2012 Verleih STUDIOCANAL |
Story
Die Ukraine im Jahr 1941. Der junge Abrascha und die kleine Larissa sind bereits gefeierte Künstler der klassischen Musik. Der begabte Violinist und die virtuose Pianisten durften nicht nur bereits vor Genosse Stalin spielen, sondern bekamen auch die Ehre einer eigenen Konzerttournee durch die Sowjetunion. Wieder daheim in der beschaulichen ländlichen Idylle freunden sich die beiden musikalischen Wunderkinder mit dem deutschen Mädchen Hanna Reich an. Hanna, die Tochter des örtlichen deutschen Brauereiinhabers, spielt ebenfalls sehr gut Geige und wünscht sich nichts sehnlicher, als Abrascha und Larissa als Freunde zu gewinnen und mit ihnen Unterricht zu bekommen. Bald sind die drei ein unzertrennliches Trio. Doch dann beginnt die Wehrmacht den Russlandfeldzug und marschiert im Sommer auch in der Ukraine ein. Zuerst ist die Familie Reich noch auf der Flucht vor der kommunistischen Parteischikane, doch schon bald hängen im Städtchen die Hakenkreuze. Die beiden jüdischen Wunderkinder Abrascha und Larissa werden, wie ihre Familien, zum Spielball perfider Spielchen des unbarmherzigen Standartenführers Schartow. Auch die Freundschaft zwischen Abrascha, Larissa und Hanna wird durch die Wirren des Krieges auf eine harte Probe gestellt.
Schauspieler
Kai Wiesinger, Catherine Flemming, Gudrun Landgrebe, Elin Kolev, Mathilda Adamik, Imogen Burrell, Konstantin Wecker, Gedeon Burkhard, Natalia Avelon, Michael Mendl, Brigitte Grothum
Filmkritik von Melanie Frommholz
Dem Nazi-Terror im Zweiten Weltkrieg fielen 1,5 Millionen jüdischer Kinder zum Opfer. Eine einfach unfassbare Zahl, die so viel Leid in sich birgt und die das schwärzeste Kapitel einer dunklen Geschichte beziffert. Regisseur Marcus O. Rosenmüller hat ihnen sein Drama „Wunderkinder“ gewidmet. Zusammen mit seinen Co-Drehbuchautoren Stephen Glantz, Rolf Schübel und Kris Karathomas erzählt er die sympathische Geschichte dreier kleiner musikalischer Wunderkinder, die die Liebe zur Musik zusammenführt und die in ihrer Freundschaft alle ethnischen und religiösen Grenzen überwinden. Wie viele andere Kriegsdramen ist auch Rosenmüllers „Wunderkinder“ darüber hinaus ein rührendes Lehrstück über Mitmenschlichkeit und moralisch richtiges Handeln im Angesicht größter Lebensgefahr. Der Regisseur gibt damit einem wichtigen Anliegen erneut eine Stimme, auch wenn seine Inszenierung hinter den Erwartungen zurückbleibt. Authentisch wollte er sein und so sind die Kostüme der Schauspieler und auch die Ausstattung und Sets aufwändig und detailreich. Dennoch bekommt man bald den Eindruck eine Fernsehproduktion und keinen Kinofilm zu sehen. Die Inszenierung und auch die Dialoge sind über weite Strecken hölzern und oft von einer übertriebenen Rührseligkeit. Zwar wirft das Drehbuchteam verkleidet in kindliche Logik einige wichtige Kernfrage auf, oft stehen vermeintlich starke Aussagen aber völlig allein im Raum ohne in einen starken Dialog zwischen den Figuren eingebunden zu sein. Solche Momente sind die Stolpersteine, die verhindern, dass man „Wunderkinder“ sein Herz ganz öffnet. Hinzukommt, dass Marcus O. Rosenmüller den ganzen Film mit der Patina eines naiven, idyllischen Heimatfilms überzieht. Nett anzusehen, aber selbst rassische Vorurteile, politische Ideologien und grausame Boshaftigkeiten bekommen so einen harmlosen Anstrich, der nicht zu einem Kriegsdrama passt. Mit der Besetzung hatte der Filmemacher da ein besseres Händchen. Aus einem Cast mit vielen bekannten Gesichtern, zu denen unter anderem Kai Wiesinger, Gudrun Landgrebe, Catherine H. Flemming oder Gedeon Burkhard gehören, bleibt besonders Konstantin Wecker im Gedächtnis haften, der den Standartenführer Schartow mit einer überzeugenden eisigen Gefühlskälte gibt.
Letztlich setzt Marcus O. Rosenmüller mit „Wunderkinder“ zu sehr auf die Rührseligkeit und zu wenig auf die Herausarbeitung der harten, historischen Fakten und bleibt mit seinem Film damit in der Durchschnittlichkeit hängen.
Grundlage für das Drehbuch war eine Geschichte von Art Bernd. 