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Das Waisenhaus
El Orfanato
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Regie
Juan Antonio Bayona
Drehbuch
Sergio G. Sánchez
Produzenten
Guillermo del Toro, Alvaro Augustin, Mar Targarona
Genre Horror-Thriller FSK 12 Filmlänge 105 min Land Spanien, Mexiko Kinostart 14.02.2008 DVD-Start 29.09.2008 Blu-ray-Start 31.03.2009 Verleih Senator Film |
Story
Laura ist in einem Waisenhaus groß geworden, hatte jedoch das Glück adoptiert zu werden und ein normales Leben in einer Familie führen zu können. Jetzt, Laura ist mittlerweile verheiratet und hat einen siebenjährigen Sohn, kehrt sie wieder in das Haus zurück. Dort angekommen merkt sie jedoch schnell, dass etwas nicht stimmt mit diesem Ort. Als Simon, ihr Sohn, plötzlich von unsichtbaren Freunden berichtet, gerät Laura in Alarmbereitschaft. Doch zu spät, denn Simon ist bereits verschwunden und bleibt dies auch über neun Monate. Bis sich Laura dazu entschließt ihren Sohn zurückzuholen…
Schauspieler
Belén Rueda, Fernando Cayo, Roger Príncep, Mabel Rivera, Montserrat Carulla, Andrés Gertrudix, Edgar Vivar, Geraldine Chaplin
Filmkritik von Kathrin Lang
Mit dem Horror-Thriller „Das Waisenhaus“ können die Spanier nach „Pans Labyrinth“ erneut unter Beweis stellen, dass auch sie in Sachen Film in der oberen Liga mitspielen können. Wüsste man nicht, dass Juan Antonio Bayonas Film seinen Ursprung in dem europäischen Land hat, könnte man glatt der Fehleinschätzung unterlaufen, dass es sich hierbei um eine Hollywoodproduktion handelt. Umso schöner jedoch, dass es eben nicht so ist, und dass man mit „Das Waisenhaus“ endlich mal wieder den Beweis dafür aufbringen kann, dass auch Europa für Schaudern vor der Leinwand sorgen kann. Leider ist es jedoch so, dass gewisse Anlehnungen an andere Filme dieses Genres nicht von der Hand gewiesen werden können. Einflüsse von „The Others“, „Poltergeist“ oder gar „Freitag der 13.“ sind hier eindeutig festzustellen, was den Gesamteindruck zumindest im Ansatz trübt. „Alles schon mal gesehen, alles schon mal da gewesen.“ – Leider ein Gedanke, der dem Zuschauer des Öfteren durch den Kopf geht, wenn gerade „Das Waisenhaus“ über die Leinwand flimmert. Nichtsdestotrotz weiß Bayonas Horrorstreifen nur zu gut, wie er für Unterhaltung und Schrecken sorgen kann. Dabei setzt er bewusst nicht auf den puren und alles übergreifenden Schock, sondern auf das Zusammenspiel der mysteriösen und ungreifbaren Elemente, die hervorragend zusammenwirken und für ein gruseliges Kribbeln in der Magengegend sorgen. Weiter unterstrichen wird dies durch geschickt integrierte Soundeffekte, die den Zuschauer langsam aber sicher in seinem Kinosessel zusammensinken lassen. Unterstützt und wunderbar abgerundet, wird dieses gelungene Angstkino durch eine sensationellgute Hauptdarstellerin. Belen Rueda als Mutter Laura agiert durchweg überzeugend und sorgt mit ihrem unerschütterlichen und vor nichts Halt machenden Mutterinstinkt für zusätzliches Schaudern. Leider müssen dem Drehbuchschreiber Sergio G. Sánchez zum Ende die guten und überzeugenden Ideen ausgegangen sein. Viel zu enttäuschend und viel zu vorhersehbar endet „Das Waisenhaus“ nach knappen 100 Minuten mit einem gänzlich unwürdigen Schluss. Schade, aber verzeihbar, hat man zuvor doch einen Film gesehen, der vollkommen zu Recht einem grusligen Genre zugeordnet wurde und der sein Eintrittsgeld durchaus wert war.
"Das Waisenhaus" ist Juan Antonio Bayonas Kinodebüt. Der Film lief 2007 auf dem Filmfestival in Cannes im Rahmen der „Semaine de la Critique“ und wurde dort euphorisch und mit Standing Ovations aufgenommen.