Schwabenkinder (TV)

Schwabenkinder

Filmplakat Schwabenkinder (TV)
Regie Jo Baier  Drehbuch Jo Baier  Produzenten Arno Ortmair, Dieter Pochlatko, Volker Hartmann 
Genre Heimatfilm  Filmlänge 110 min
Land Deutschland, Österreich, 2003  DVD-Start 18.10.2004  Verleih BR

Story

Ende des 19. Jahrhunderts in einem kleinen Tiroler Bergdorf. Nach dem schrecklichen Lawinentod der Mutter gerät Kaspars Familie in tiefste Not. Sie müssen ein Dasein in bitterster Armut fristen und irgendwann erkennt der Vater, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als seinen ältesten Sohn wegzuschicken. Der Pfarrer rät ihm, Kaspar ins Schwabenland zu geben, wo dieser sich als billige Aushilfskraft verdingen soll. Schweren Herzens, doch in der Hoffnung, dass es seinem Sohn dort besser gehen wird, nimmt der Vater Abschied von Kaspar, der nun einen beschwerlichen Weg vor sich hat. Ein "Kooperator" führt ihn mit zwölf anderen Kindern über das verschneite Gebirge gen Ravensburg. Eine schwierige und entbehrungsreiche Odyssee liegt vor Kaspar, der hofft, auf dem Ravensburger Kindermarkt an einen guten Bauern zu geraten. Dort werden nämlich die Kinder als Bauernknechte und -mägde verkauft. Doch Kaspar hat das Pech, an Steinhauser, einen "Saubauern" zu geraten, der den Jungen tyrannisiert und ausbeutet. Irgendwann wird Kaspar klar, dass ihm nur noch die verzweifelte Flucht bleibt.

Schauspieler

Schwabenkinder (TV) Thomas Unterkircher, Tobias Moretti, Vadim Glowna, Harry Prinz, Jürgen Tarrach, Naomi Krauss, Andrea Eckert

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Schwabenkinder (TV) Anhand der Geschichte des kleinen Kaspar beleuchtet Jo Baier das Schicksal der "Schwabenkinder". Dies waren Bergbauernkinder aus Tirol, Vorarlberg und der Schweiz, die Ende des 19. Jahrhunderts ins Schwäbische zogen, um dort für den Familienunterhalt mitzuverdienen, indem sie als billige Aushilfskräfte an Bauern verkauft wurden. Baier erzählt hier auf behutsame Weise eine tragische Geschichte und verpasst dabei nicht, die auswegslose Situation der damaligen Zeit aufzuzeigen, die viele Eltern zwang, ihre Kinder ins Ungewisse zu schicken, in der Hoffnung, so überleben zu können. Großartige Darsteller, allen voran der eher unbekannte Thomas Unterkircher, der als Kaspar restlos überzeugt, tragen dazu bei, dass "Die Schwabenkinder" so authentisch wirkt. Tobias Moretti als "Kooperator", der einerseits mit der Not der Menschen sein Geld macht, andererseits auch eine große Verantwortung für die "Schwabenkinder" verspürt, macht seine Sache durch und durch gut. Die Kulissen sind stimmig und gut gewählt, so diente als Handlungsort des historischen Ravensburg die Bodenseestadt Meersburg. "Die Schwabenkinder" erzählt ein Kapitel deutscher Geschichte auf äußerst berührende Art und Weise und ist einfach nur gelungene Unterhaltung.



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