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Der Unhold
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Regie
Volker Schlöndorff
Drehbuch
Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff
Produzenten
Gebhard Henke, Ingrid Windisch
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 111 min Land Deutschland, Frankreich Kinostart 12.09.1996 Verleih Tobis |
Story
Unschuldig des Kindesmissbrauchs beschuldigt, wird der Franzose Abel zum Einsatz an der Front im Zweiten Weltkrieg verurteilt. In den Wirren des Krieges gerät er in Ostpreußen in Kriegsgefangenschaft und über Umwege an die paramilitärische Eliteschule Kaltenborn, an der der Hitlernachwuchs ausgebildet wird. In seiner blinden Liebe zu den Kindern, rekrutiert Abel für die Nazis immer neue Jungen aus der Umgebung der Schule. Erst als die Ostfront immer näher rückt, beginnt der etwas einfältige Mann zu begreifen, dass auch er benutzt wurde. Doch eine Flucht scheint nicht mehr möglich.
Schauspieler
John Malkovich, Armin Mueller-Stahl, Gottfried John, Marianne Sägebrecht, Heino Ferch, Volker Spengler
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit der Adaption des Romas „Der Erlkönig“ nimmt sich Regisseur Volker Schlöndorff des Phänomens der Verführung durch die Nazis und des Mitläufertums während der NS-Zeit an. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der einfältige Abel, gut gespielt von John Malkovich, der aus dem Wunsch heraus Gutes für Kinder zu tun, den Nazis in die Hände spielt. Abel, von seiner Umgebung oft als „Unhold“ wahrgenommen ist eine eigentümliche Figur, eigenbrötlerisch, naiv-kindlich aber auch unbarmherzig kompromisslos. Schlöndorff inszeniert Abels Geschichte weitestgehend ohne eine Wertung vorzunehmen, oft erscheit die Handlung sogar etwas märchenhaft verklärt. Eine Herangehensweise, die leider nicht sonderlich fesselt. Viele Nachtaufnahmen, in denen nur Konturen der Handlung zu erahnen sind, mindern den Filmgenuss zusätzlich. Die Geschichte wirkt sehr konstruiert und es gelingt nur schwer einen Zugang zu Abels Sicht der Dinge zu finden. Trotz des guten Themas bleibt am Ende ein unzufriedener Gesamteindruck zurück.
"Der Unhold" basiert auf dem Buch "Der Erlkönig" des französischen Schriftstellers Michel Tournier.