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Triage
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Regie
Danis Tanovic
Drehbuch
Danis Tanovic
Produzenten
Marc Baschet, Alan Moloney
Genre Kriegs-Drama FSK 16 Filmlänge 95 min Land Irland, Spanien ,2009 DVD-Start 25.01.2011 Verleih Ascot Elite |
Story
Kriegsfotograph Mark Walsh kommt 1988 von einem Einsatz im umkämpften Kurdistan schwer angeschlagen nach Hause zurück. Er ist abgemagert und kann nicht mehr richtig laufen. Angeblich sei er in einen Fluss gefallen und mitgerissen worden, erzählt er seiner Frau Elena. Zusammen mit seinem Partner und besten Freund David hatte Mark im Nahen Osten über einen Monat ausgeharrt, doch dann war David aufgrund der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes alleine nach Dublin abgereist. Mark war noch geblieben, hatte Bilder von einer kurdischen Offensive gemacht und muss nun feststellen, dass David scheinbar nicht daheim angekommen ist. Er zieht sich mehr und mehr in sich zurück und seiner Frau fällt auf, dass er auch den Kontakt zu Davids Frau scheut. Mark will nicht erzählen, was in Kurdistan tatsächlich geschehen ist und was er über Davids Verbleib wirklich weiß…
Schauspieler
Colin Farrell, Christopher Lee, Paz Vega, Kelly Reilly, Branko Djuric, Jamie Sives, Ian McElhinney, Juliet Stevenson, Mozaffar Shafeie, Luis Callejo, Eileen Walsh
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.“ (Platon)
Regisseur und Drehbuchautor Danis Tanovic hat für seine dritte Spielfilmarbeit „Triage“ eine kraftvolle Geschichte adaptiert, die sich als Drama im Drama entpuppt. Tanovic beginnt stark, erzählt eindringlich vom gefährlichen Alltag des Kriegsfotographen, davon wie man abstumpft, um zu überleben, aber auch von der tiefen Freundschaft zwischen Mark und David. Die Kamera wird für sie zum Schutz vor dem Leid und dem Grauen vor der Linse. Bilder von Toten und Verstümmelten gibt es in jedem Kriegsfilm und doch berührt gerade die ersten halbe Stunde von „Triage“ besonders, weil Danis Tanovic zwar bekannte Aspekte zum Thema Krieg bedient, den Zuschauer aber binnen kurzer Zeit emotional abzuholen vermag. Man hat sich auf eine Geschichte über die raue Wirklichkeit der Kriegsberichterstattung eingestellt und auch auf eine Freundschaftsgeschichte, als die Zäsur kommt. Sobald mit Marks Heimkehr das „zweite“ Drama beginnt, hat man das Gefühl in einem neuen Film zu sein. Danis Tanovic beleuchtet nun die psychologische Seite des vom Krieg zutiefst traumatisierten Mark mit all seinen Facetten. Auch dieser Teil ist tiefgründig, wenn auch ein Stück weit vorhersehbar, weil das Drehbuch sich hier auf ausgetretenen Pfaden bewegt. Dem Filmemacher gelingt es nur zögerlich seine beiden Filmteile elegant zu vereinen. Erst gegen Ende schlägt Tanovic dann allzu abrupt den dramaturgischen Bogen zum ersten Teil des Films. Die Hintergrundgeschichte des Großvaters von Elena bleibt dabei ein Teil, der mit starken Szenen eingeführt, zwar grundsätzlich zum Thema passt, letztlich aber für sich alleine stehen bliebt, weil Tanovic ihn nicht weiter nutzt.
Durchweg überzeugen können bei „Triage“ die Schauspieler. Colin Farrell gibt hier nicht nur vollen körperlichen Einsatz sondern spielt auch sonst sehr überzeugend und echt, genauso wie Christopher Lee und der übrige Cast. Besonders Farrells Darstellung des Kriegsfotographen Mark geht an die Nieren und berührt.
Trotz seiner dramaturgisch und drehbuchtechnisch nicht lupenreinen Umsetzung berührt „Triage“ auf der emotionalen Ebene tief, weil die Geschichte genau die Punkte trifft, die weh tun und die sehr nachdenklich machen. Letztlich schafft es Danis Tanovic, auch dank seiner Schauspieler, den Kern seiner Antikriegsaussage eindrücklich zu transportieren und darauf kommt es am Ende an.
Wissenswertes
Der Begriff „Triage“ kommt aus der Militärmedizin und wird mit „Sichtung“ oder „Einteilung“ übersetzt. Er beschreibt den ethisch schweren Prozess der Einsortierung von Verletzten bei knapper personeller und/oder materieller Ressourcen unter dem Aspekt, wem noch geholfen werden kann und wem nicht.
Für seinen ersten Spielfilm „No Man's Land“ erhielt Regisseur Danis Tanovic 2002 den OSCAR in der Kategorie „Bester ausländischer Film“.
Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Scott Anderson.
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