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Maman ist kurz beim Friseur
Maman est chez le coiffeur
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Regie
Léa Pool
Drehbuch
Isabelle Hébert
Produzenten
Lyse Lafontaine, Michael Mosca
Genre Tragik-Komödie FSK 6 Filmlänge 97 min Land Kanada, 2008 DVD-Start 19.11.2010 Verleih Senator Film |
Story
Bislang führte die Familie Gauvin ein geregeltes und gesittetes Familienleben. Dieses harmonische, aber auch sehr bestimmte Leben findet jedoch sein jähes Ende, als sich herausstellt, dass Vater Gauvin seit längerem eine Affäre hat. Kurzentschlossen packt Mutter Gauvin ihre Koffer, um das Land zu verlassen und sich in London niederzulassen. Ihre drei Kinder lässt sie einfach zurück. Diese, vor allem die beiden jüngsten Söhne, verstehen die Welt nicht mehr. Elisa, die älteste Tochter, gibt sich selbst die Schuld an der ausweglosen Situation, da sie die Affäre aufgedeckt hat. In den kommenden Tagen schlüpft sie in die Mutterrolle, meistert diese jedoch nur bedingt gut. Sie ist selbst viel zu jung und mit ihrem Kopf eigentlich ganz wo anders...
Schauspieler
Marianne Fortier, Élie Dupuis, Hugo St-Onge-Paquin, Laurent Lucas, Céline Bonnier, Gabriel Arcand, Benjamin Chouinard, Antoine Desrochers, Lenie Scoffié, Paule Ducharme
Filmkritik von Kathrin Lang
„Maman ist kurz beim Friseur“ ist ein atmosphärisch dichtes Familiendrama, das seinen besonderen Esprit der Tatsache zu verdanken hat, dass die ebenso heitere wie tragische Geschichte aus der Perspektive der Kinder erzählt wird. Es geht um das Erwachsenwerden und Heranwachsen unter verqueren Bedingungen, um die Bindung zu den Eltern ebenso wie zu Freunden und um die Auswirkungen der Erziehung. „Maman ist kurz beim Friseur“ stellt mit dem Elternpaar, Vater und Mutter Gauvin, ein Paar in den Mittelpunkt, das viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, als dass es auf die speziellen und manchmal auch besonderen Wünsche der Kinder eingehen könnte. Sie fühlen sich von den hohen Anforderungen, die an sie als Elternteile gestellt werden, zunehmend mehr überfordert – und so beginnt die zunächst idyllische und sehr behütet Kindheit von den drei Gauvin-Kindern langsam zu bröckeln. Der Zuschauer darf dies mitverfolgen – und erlebt dabei einige leichtfüßige, aber auch einige emotional nahegehende Momente.
„Maman ist kurz beim Friseur“ ist ein toll erzählter Film aus Kanada, der in seiner besonderen Inszenierung immer wieder an das europäische Kino erinnert. Zudem kann die Tragik-Komödie auch durch seinen toll ausgewählten Soundtrack einige Pluspunkte sammeln. Ein schöner Film, der zu Teilen Erinnerungen an die eigenen Kindheitstage weckt und dabei nostalgisch unterhält.
