Bessere Zeiten

Svinalängorna

Filmplakat Bessere Zeiten
Regie Pernilla August  Drehbuch Pernilla August, Lolita Ray  Produzenten Helena Danielsson, Ralf Karlsson 
Genre Drama  FSK Filmlänge 94 min
Land Schweden  Kinostart 08.12.2011  DVD-Start 14.06.2012  Verleih NFP

Story

Als Leena eines Morgens einen Anruf von einem Krankenhaus ihrer Heimatstadt erhält, wird sie mit ihrer grausamen Vergangenheit konfrontiert: viele Jahre schon hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen. Nun jedoch liegt diese im Sterben und ruft nach ihrer Tochter. Nur zögerlich und nicht zuletzt nur unter Druck ihres Ehemanns fährt sie an jenen Ort, an dem sie groß geworden ist – und an dem sie die schlimmsten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Leena hat die Erinnerungen an diese Zeit in den letzten Jahren sorgsam in den hintersten Kammern ihres Gehirns verstaut. Nun brechen diese während der Reise zu ihrer Mutter jedoch wieder hervor: hautnah erinnert sich Leena an ihre alkoholkranken Eltern, die jeden noch so kleinen Moment des Glücks im Alkohol ertränkten und immer wieder mit purer Gewalt gegen die Tristesse ihres erbärmlichen Lebens ankämpften. Währenddessen unternahm die noch junge Leena den Versuch nicht nur ihr Leben zu meistern, sondern auch das ihres kleinen Bruders.
In den vergangenen Jahren hat Leena ihre eigene Familie gegründet und ihre Kindheitswurzeln verleugnet. Als Leena zum ersten Mal seit Jahren wieder ihrer Mutter gegenüber steht, ist sie jedoch gezwungen, sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Schauspieler

Bessere Zeiten Noomi Rapace, Ola Rapace, Outi Mäenpäa, Ville Virtanen, Tehilla Blad, Alpha Blad, Junior Blad, Selma Cuba

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Ms Bessere Zeiten Noomi Rapace hat sich außerhalb ihres Heimatlands Schweden erstmals mit ihrer eindrücklichen Darbietung der Lisbeth Salander in der Verfilmung von Stieg Larssons erfolgreichen „Millennium-Trilogie“ bekannt gemacht. Ihre unglaublich authentische Verkörperung der komplizierten und zutiefst widersprüchlichen Figur hat entscheidend zum Erfolg der Filme „Verblendung“ (2009), „Verdammnis“ (2010) und „Vergebung“ (2010) beigetragen. Mit „Bessere Zeiten“ kehrt Rapace nach diesem Megaerfolg erneut auch wieder auf unsere deutschen Leinwände zurück und überzeugt dort abermals mit einer eindrücklichen Darstellung.
Auch wenn „Bessere Zeiten“ als Familiendrama in einem anderen Genre angesiedelt ist als noch die „Millennium-Trilogie“, sind die beiden Rollen auf einen zweiten Blick gar nicht all zu unterschiedlich. Leena ist eine ebenfalls zweigespaltene Figur: Als Tochter zweier Alkoholiker unter grauenhaften Umständen herangewachsen, lebt sie heute ein von der Vergangenheit losgelöstes Leben mit zwei Kindern und einem liebenden Ehemann. Erst als Leenas Mutter im Sterben liegt, werden alte Erinnerungen wieder hervorgerufen und die mühsam aufgebaute Mauer stürzt langsam in sich zusammen. Noomi Rapace vollzieht in ihrer Darstellung eine sich sachte entwickelnde und dann laut hervorbrechende Wandlung, die in den Bann zieht und vor allem zum Schluss stark berührt. Dass „Bessere Zeiten“ seine ganze emotionale Schlagkraft entfalten kann, liegt neben Noomi Rapace und einem ohnehin ergreifenden Drehbuch jedoch vor allem an der überzeugenden Inszenierung sowie an der Jungschauspielerin Tehilla Blad, die die junge Leena verkörpert.
Zwischen Gegenwart und Vergangenheit pendelnd, mit einer sachte agierenden Kamera, die jedoch immer ganz dicht am Geschehen dran ist, gelingt es Regisseurin und Drehbuchautorin Pernilla August den Kern ihrer Geschichte durch die Inszenierung herauszuarbeiten. Die Atmosphäre, die sie erschafft, unterstreicht zu jeder Zeit eindrücklich die Dramatik der Geschichte und die im Schauspiel verankerte Emotionalität. Langsam wird man in eine Familientragödie reingezogen und dort Zeuge von brutaler Grausamkeit.
„Bessere Zeiten“ ist ein fabelhaft inszeniertes sowie gespieltes Drama – erneut ein Film aus Schweden, der das Talent für eindrucksvolle Filme der Skandinavier hervorhebt.

Wissenswertes

Bessere Zeiten Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2010 erhielt BESSERE ZEITEN den Publikumspreis der unabhängigen Sektion „Settimana Internazionale della Critica“, bei den 52. Nordischen Filmtagen Lübeck wurde der Film zudem mit dem NDR Spielfilmpreis ausgezeichnet.

"Bessere Zeiten" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Susanna Alakoski.



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