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Tatort - Schwarze Tiger, weiße Löwen (TV)
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Regie
Roland Suso Richter
Drehbuch
Eoin Moore, Ulrike Molsen
Produzent
Marcus Mende
Genre Krimi Filmlänge 90 min Land Deutschland, 2011 Verleih NDR |
Story
Auf dem Weg zu einer wichtigen Besprechung muss Kommissarin Charlotte Lindholm einem Tier ausweichen und fährt mit ihrem Auto auf einen großen Stein. Inmitten einer ländlichen Reihenhaussiedlung wartet sie auf den Abschleppdienst, als es in einem der Häuser zu einer Gasexplosion kommt. Ein Mann kommt dabei ums Leben – unauffälliger Familienvater und vermeintlich braver Ehemann. Offensichtlich handelt es sich um Mord, und Charlotte Lindholm stößt bei ihren Ermittlungen schnell auf einige dunkle Flecken im Leben des Mordopfers. Zusammen mit Sigrid Malchus, ihrer Ermittlungspartnerin vor Ort, findet Lindholm heraus, dass der Ermordete eine Datsche am Waldrand besaß, in der sie Fotos einer jungen Frau und Kinderspielsachen finden. Vom Doppelleben ihres Mannes ahnte die trauernde Witwe Martina Käster angeblich nichts, sie ist vollauf damit beschäftigt, ihre Tierpension am Laufen zu halten.
Es erleichtert die Ermittlungen in diesem komplizierten Fall nicht unbedingt, dass Charlotte Lindholm sich Hals über Kopf in den Journalisten Jan Liebermann verliebt hat, der sie allerdings am langen Arm verdursten lässt. Doch obwohl Charlotte mit dem Kopf nicht immer dabei ist, treten mehr und mehr Indizien zutage, die die Kommissarin und ihre Partnerin in die finstersten Abgründe blicken lassen…
Schauspieler
Maria Furtwängler, Benjamin Sadler, Inka Friedrich, Michaela Caspar, Janina Stopper, Christian Beermann, Hannah Scheibe, Peter Anders, Peter Becker, Andreas Dobberkau, Claudia Funke, Lutz Herkenrath, Thomas Lehmann, Jean Denis Römer, Wojo van Brouwer
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Schwarze Tiger, weiße Löwen“ ist erneut einer jener „Tatorte“ aus Hannover, die den unglaublichen Facettenreichtum von Maria Furtwängler deutlich machen. Einerseits stellt sie Charlotte Lindholm als toughe Ermittlerin mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen dar, auf der anderen Seite steht eine schwer verliebte und absolut verletzliche Frau, die sich wie ein Teenager verhält. Damit verleiht sie der Kommissarin eine menschliche Tiefe, die wir von anderen „Tatort“-Ermittlern so nicht kennen. Es ist herrlich, der verknallten Charlotte zuzusehen, wie sie ihrem Angebeteten die zehnte Nachricht auf der Mailbox hinterlässt oder ihm heimlich in einem Café auflauert. Maria Furtwängler zieht hier alle Register, was zeigt, dass sie für den Ausbau ihrer Rolle den nötigen Freiraum bekommen hat. Daneben ist sie aber, trotz ihres Liebesdilemmas, die clevere und auch einfühlsame Kommissarin, die sich in diesem Fall nicht aufs Glatteis führen lässt.
Es ist eine besonders perfide und absolut erschreckende Geschichte, die sich die Drehbuchautoren Ulrike Molsen und Eoin Moore ausgedacht haben. Immer wieder fühlt man sich an den Fall der Österreicherin Natascha Kampusch erinnert, der seinerzeit durch alle Medien ging. Regisseur Roland Suso Richter gelingt es, in bedrückenden Bildern das Grauen der Opfer so einzufangen, dass man als Zuschauer die Beklemmung selber fühlen kann. Dieser „Tatort“ aus Hannover hat alles, was gute Krimiunterhaltung ausmacht: undurchsichtige Figuren, einen packend inszenierten Fall und Schauplätze, die Gänsehaut verursachen. Daneben steht mit Charlotte Lindholm eine charismatische Ermittlerin, deren Zusammenspiel mit Benjamin Sadler als Jan Liebermann und Inka Friedrich als Ermittlungspartnerin Sigrid Malchus einfach nur Spaß macht.
Wissenswertes
Erstausstrahlung: 11.12.2011.
Alle Fälle von Lindholm:
• 2003: Hexentanz
• 2003: Sonne und Sturm
• 2004: Heimspiel
• 2004: Märchenwald
• 2005: Dunkle Wege
• 2005: Atemnot
• 2006: Schwarzes Herz
• 2006: Pauline
• 2007: Das namenlose Mädchen
• 2007: Wem Ehre gebührt
• 2008: Erntedank e.V.
• 2008: Salzleiche
• 2009: Das Gespenst
• 2009: Es wird Trauer sein und Schmerz
• 2009: Vergessene Erinnerung
• 2010: Der letzte Patient
• 2010: Mord in der ersten Liga
• 2011: Schwarze Tiger, weiße Löwen
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