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Bowling for Columbine
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Regie
Michael Moore
Drehbuch
Michael Moore
Produzenten
Charles Bishop, Jim Czarnecki, Michael Donovan, Kathleen Glynn. Michael Moore
Genre Dokumentation FSK 12 Filmlänge 119 min Land USA, Kanada, Deutschland Kinostart 21.11.2002 DVD-Start 03.07.2003 Verleih Prokino |
Story
Nach dem 20.April 1999 war in Littleton, Colorado, USA nichts mehr wie zuvor. Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) waren an jenem Tag in ihre Schule, die Columbine High School, eingedrungen und hatten ein Blutbad angerichtet, dem 13 Menschen zum Opfer fielen, bevor sich die beiden Täter selbst richteten. In Folge des Massakers kochte in den Vereinigten Staaten die Diskussion um das liberale Waffengesetz wieder einmal hoch. Der Dokumentarfilmer Michael Moore begibt sich in seinem Film auf die Spurensuche nach den Ursachen, die verstehen helfen, warum zwei Teenager zu Killern werden. Warum verlieren in den Staaten jährlich über 11.000 Menschen ihr Leben durch Schusswaffen und im Nachbarland Kanada, mit einer Waffendichte von ca. 7 Millionen Waffen bei 10 Millionen Einwohnern lediglich 163? Kurz nach dem Massaker an der Columbine High School war der Schauspieler Charlton Heston, zu jener Zeit Vorsitzender der National Rifle Association, der Pro-Waffen-Lobby, vor Ort und propagierte das Recht eines jeden Amerikaners auf eine Waffe zur Selbstverteidigung…
Filmkritik von Melanie Frommholz
Laut dem zweiten Zusatzartikel der amerikanischen Verfassung sind die Bürger der Vereinigten Staaten berechtigt, Waffen zu tragen. Ab einem bestimmten Alter kann man sie überall im Land legal erwerben und Munition gibt’s im Supermarkt. Worüber wir hierzulande den Kopf schütteln, ist im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine Selbstverständlichkeit. Hier ist man bis an die Zähne bewaffnet. Für Kinder und Jugendliche ist es scheinbar kein Problem, an eine Waffe zu kommen.
Nach dem Massaker an der Columbine High School war das ganze Land geschockt. Und fragte nach dem Warum. Die Politik machte hilflos Gewaltvideospiele und die Musik von Künstlern wie Marilyn Manson verantwortlich. Mit seinem kritischen und aufrüttelnden Doku-Film „Bowling for Columbine“ hat sich Michael Moore ebenfalls auf die Suche nach einer Antwort gemacht und dabei eine Reihe interessanter Verbindungen hergestellt. Der Filmemacher arbeitet heraus, dass Amerika nicht nur das Land der Freiheit und des Mutes ist, sondern auch der Angst. Medien und Wirtschaft gehen hier eine unheilvolle Symbiose ein, die mittels Angst den Konsum anheizt. Vorzugsweise wird die Angst der Weißen gegen die Schwarzen gefördert. Michael Moore besuchte Bürgermilizen, die Waffenindustrie, einfache Bürger, eröffnete ein Konto bei dem es als Begrüßungsgeschenk eine Waffe gab und fragte bei Medienvertretern nach den Hintergründen für bestimmte Sendeformate. Herausgekommen ist das Bild einer Nation, die seit jeher Angst hat und die ihren Kindern zunächst einmal sagt, was sie alles nicht können, anstatt sie in ihren Stärken zu fördern. Wie so oft bei den großen gesellschaftlichen Problemen ist es auch hier eine Vielzahl von Puzzelteilen, die zusammengefügt letztlich nach Littleton führen.
Provozierend, unnachgiebig, unbequem. Michael Moores erster internationaler Doku-Erfolg ist ein aufrüttelnder Blick in das Innere einer Gesellschaft, der viele seiner Landsleute nicht erfreute. Moore bezieht eindeutig Stellung, überspitzt und polarisiert durch seine Thesen, die er mit teils bitterböser Ironie aufarbeitet. Doch allzu oft lässt er auch einfach nur seine Bilder sprechen. Ein Charlton Heston, der konfrontiert mit dem Bild eines sechsjährigen Opfers eines Schusswaffenmissbrauches, einfach wortlos das Gespräch beendet und den Raum verlässt, bedarf auch keiner weiteren Kommentierung.
29 gewonnene Filmpreise, darunter der OSCAR für den Besten Dokumentarfilm, spiegeln deutlich die öffentliche Brisanz von "Bowling for Columbine" wider.
