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Julia
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Regie
Erick Zonca
Drehbuch
Aude Py, Erick Zonca
Produzenten
Bertrand Faivre, François Marquis
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 138 min Land Frankreich Kinostart 19.06.2008 DVD-Start 09.01.2009 Verleih Kinowelt |
Story
Julia ist kurz vor dem Abgrund. Die Trinkerin säuft die Nächte durch und wacht morgens neben ihr unbekannten Männern auf. Einzig ihr Freund Mitch, ein trockener Alkoholiker, hat sie noch nicht aufgegeben und zwingt sie, als Gegenleistung für seine letztmalige Unterstützung zu den Treffen der anonymen Alkoholiker zu gehen. Hier trifft Julia auf die psychisch labile Mexikanerin Elena, die davon träumt, ihren Sohn wieder zu sehen. Tom, so heißt der Junge, lebt bei seinem Großvater, einem Milliardär. Elena plant Tom zu entführen und mit ihm nach Mexiko zu fliehen. Sie bittet Julia um ihre Hilfe und diese wittert die Chance, endlich an das große Geld zu kommen. Doch was sich als todsicheres Ding angehört hat, soll zu Julias größtem Alptraum werden….
Schauspieler
Tilda Swinton, Saul Rubineck, Aidan Gould, Kate del Castillo, Bruno Bichir, Horacio Garcia Rojas, Kevin Kilner
Filmkritik von Melanie Frommholz
Exzentrische Frauenrollen sind die Paradedisziplin der englischen Charakterdarstellerin Tilda Swinton. Mit „Julia“ legt die Schauspielerin erneut Zeugnis darüber ab, wie gut sie es versteht, in komplexe Figuren abzutauchen und diese mit Leben zu füllen. Als abgewrackte, planlose und völlig ichbezogene Trinkerin Julia wankt sie keine Minute in ihrer Glaubwürdigkeit. Sie ist diese abgehalfterte Alkoholkranke, die für dieses Spiel eigentlich schon viel zu alt ist und die verzweifelt nur noch ums eigene Überleben und den nächsten Drink kämpft.
Glaubt man zu Beginn noch an ein Trinkerdrama, entwickelt sich der Film von Erick Zonca zu einem Roadmovie und endet in einem unerwarteten Gangstershowdown. Die Handlung folgt keinem konventionellen Schema. Sie richtet ihren Focus ganz auf ihre eigenwillige Hauptfigur, die einen merkwürdigen Läuterungsprozess durchlebt und am Ende zwar nicht das große Geld, aber kleine innige Momente des Glücks findet. Auch Julias leisen Wandel hin zu mehr Mitgefühl verkörpert Tilda Swinton mit Bravour. Ohne Scham und mit Mut zur Hässlichkeit verleiht sie Julia Authentizität. Dank ihrem intensiven Spiel, das über weite Strecken elektrisiert, verzeiht man dem Film auch seine Längen und Storydurchhänger.
„Julia“ lief als Wettbewerbsbeitrag auf den 58. Berliner Internationalen Filmfestspielen.