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City of Men
Cidade dos Homens
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Regie
Paulo Morelli
Drehbuch
Elena Soàrez
Produzenten
Andrea Barata Ribeiro, Bel Berlinck, Fernando Meirelles, Paulo Morelli
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 110 min Land Brasilien, 2007 DVD-Start 07.11.2008 Verleih Kinowelt |
Story
Brasilien, das sind Zuckerhut, schöne Strände und schöne Mädchen. Doch die Metropole hat auch eine dunkle und dreckige Seite. Die Armenviertel der Stadt sind zwischen den Gangs aufgeteilt, die sich ihren Unterhalt mit Drogen und diversen anderen Verbrechen verdienen. Mitten im Armenviertel Doña Marta leben die beiden unzertrennlichen Freunde Acerola und Laranjinha. Beide halten sich aus den illegalen Machenschaften heraus, doch die Gangs sind allgegenwärtig und eine Abgrenzung schwierig. Bald werden beide Jungs 18 Jahre alt. Doch hier bekommt man kein Auto zum Geburtstag, sondern sucht sich mit der Volljährigkeit einen Job. Acerola ist bereits verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Die damit verbundenen Einschränkungen sind für ihn tägliche Herausforderung. Währenddessen ist Laranjinha auf der Suche nach seinem leiblichen Vater. Acerola findet für ihn heraus, dass er jahrelang im Gefängnis saß und nun auf Bewährung raus ist. Laranjinha und sein Vater kommen sich langsam näher, doch dann erfährt er etwas über dessen dunkle Vergangenheit, die seine Freundschaft zu Acerola vor eine schwere Zerreisprobe stellt. Während auf dem Hügel von Doña Marta ein gnadenloser Bandenkrieg entflammt, müssen sich beide entscheiden auf welcher Seite des Gesetzes sie stehen und ob sie noch Freunde sind.
Schauspieler
Douglas Silva, Darlan Cunha, Jonathan Haagensen, Rodrigo dos Santos, Camila Monteiro, Naima Silva, Eduardo 'BR' Piranha, Luciano Vidigal, Pedro Henrique
Filmkritik von Melanie Frommholz
2003 war das aufrüttelnde Drama „City of God“ der internationale Überraschungserfolg und auch bei den OSCARs in vier Kategorien im Rennen. Dem Film folgte die TV-Serie „City of Men“. 2007 erhielt die Serie aufgrund der enormen Einschaltquoten in Brasilien auch eine Kinoauswertung. „City of Men“ – Der Kinofilm, führt die Geschichte aus „City of God“ und der Serie thematisch fort und bringt ein Wiedersehen mit den bekannten Seriengesichtern. Die in authentischen Bildern eingefangene Milieustudie führt uns in die heutigen Armenviertel der Metropole Rio de Janeiro und zeigt uns Menschen, die in ihrer von Armut, Drogen und Verbrechen beherrschten kleinen Welt wenige Chancen auf ein gutes und gewaltfreies Leben haben. „City of Men“ widmet sich überzeugend einer jungen Generation, die ohne Väter aufwächst und der scheinbar nur bleibt, deren Lebensweg aus Mord, Knast und Drogen zu wiederholen. Es ist eine traurige und berührende Geschichte, die uns Regisseur Paulo Morelli nach einem Drehbuch von Elena Soàrez erzählt und in deren Zentrum mit Douglas Silva als Acerola und Darlan Cunha als Laranjinha zwei gut gewählte und präsente Darsteller stehen.
Die Inszenierung wechselt zwischen kurzen Sprüngen in die Vergangenheit und den aktuellen Wegen der beiden Freunde. So entsteht insgesamt das glaubwürdige Bild einer Parallelgesellschaft abseits der glitzernden Postkartenansicht, das in seiner Intensität und Dichte aber nicht an seinen Vorläufer „City of God“ heranreicht. Soàrez vereint zwar die vielen Milieuaspekte der Story stimmig und vergisst auch die Hoffnungsschimmer nicht. Sie baut beim Aufbau der Geschichte jedoch gerade was die Figurenzeichnung anbelangt unverkennbar auf die Entwicklungen in der TV-Serie auf und schafft es dabei nicht immer auch jene abzuholen, die diese nicht kennen. Gerade die Intensität der Freundschaft zwischen Acerola und Laranjinha kann man so erst langsam nachfühlen, da hier wenig Zeit für eine nochmalige Beleuchtung investiert wurde. Paulo Morelli findet für „City of Men“ eine realistische Optik, die von einer teils unruhigen Kamera eingefangen wird. Verwackelte Handkamerasequenzen bringen gerade in den Verfolgungsjagden in engen Häuserschluchten Dynamik, strengen aber zunehmend auch an.
„City of Men“ ist in seiner Bildersprache und seiner erzählerischen Dichte „City of God“ nicht ebenbürtig. Eine stimmige Milieustudie ist der Film aber dank seiner Darsteller dennoch geworden.
Wissenswertes
„City of Men“ basiert auf der gleichnamigen, vielfach ausgezeichneten TV-Serie, die in Brasilien wöchentlich durchschnittlich 22 Millionen Zuschauer hatte.
Der Film baut thematisch auf der Serie und dem Film „City of God“ auf.
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