Black Swan

Filmplakat Black Swan
Regie Darren Aronofsky  Drehbuch Andres Heinz, Mark Heyman, John McLaughlin  Produzenten Scott Franklin, Mike Medavoy, Arnold Messer, Brian Oliver 
Genre Psycho-Thriller  FSK 16  Filmlänge 111 min
Land USA  Kinostart 20.01.2011  DVD-Start 10.06.2011  Verleih 20th Century Fox Germany

Story

Nina zählt zu den besten Ballerinas ihrer Kompanie. Als die legendäre Startänzerin Beth in der neuen Spielsaison abgelöst werden soll, tritt die noch junge Nina in ihre Fußstapfen. Ihre erste große Rolle wird die der Schwanenprinzessin in Tschaikowskis weltweit bekanntem Ballett „Schwanensee“ sein. Wie sich jedoch bald herausstellt, ist Nina nur auf den ersten Blick die perfekte Besetzung. Trotz ihrem grazilen und selbstsicheren Auftreten ist sie eine Gefangene ihrer selbst. Sie kann sich von ihrem Perfektionismus nicht loslösen, die Gedanken daran nicht ausblenden und ihr Kleinmädchenleben an der Seite ihrer Mutter nicht hinter sich lassen. Genau dazu wird sie von dem künstlerische Leiter des Ensembles nun jedoch aufgefordert: Um die Doppelrolle der Schwanenprinzessin, die sich aus lieblichem weißen und bösartigem schwarzen Schwan zusammensetzt, glaubhaft umsetzen zu können, muss Nina aus ihrem alten Leben ausbrechen und neue Seiten von sich entdecken. Diese Aufgabe führt Nina in eine starke Identitätskrise und zudem in einen harten Konkurrenzkampf mit der Tänzerin Lily, die genau dort Stärken hat, wo Nina Schwächen aufweist.

Schauspieler

Black Swan Natalie Portman, Mila Kunis, Vincent Cassel, Christopher Gartin, Winona Ryder, Benjamin Millepied, Sebastian Stan, Barbara Hershey, Janet Montgomery, Toby Hemingway, Kristina Anapau, Ksenia Solo, Sergio Torrado

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 6 von 5 Ms Black Swan Nach dem gefeierten Drama „The Wrestler“ liefert uns Erfolgsregisseur Darren Aronofsky mit „Black Swan“ seinen neuen Film ab. Was auf den ersten Blick thematisch unterschiedlicher nicht hätte ausfallen können, ist sich auf den zweiten Blick jedoch ähnlicher, als man im Vorfeld vermutet hatte. War es 2009 noch Mickey Rourke, den Aronofsky als Künstler abbildete, der seinen Körper einsetzt, um sich selbst auszudrücken, ist es 2011 nun Natalie Portman, die diese Rolle übernehmen darf. Auch wenn zwischen Wrestling und Ballett ganze Welten zu liegen scheinen, so findet Darren Aronofsky doch einen großen gemeinsamen Nenner, auf dem er zwei sehr verwandte Geschichten, in zwei unterschiedlichen Welten erzählt.

In den vergangenen Jahren hat sich Darren Aronofsky mit Filmen wie „Requiem for a Dream“ (2000) oder „The Wrestler“ (2009) den Ruf eines herausragenden Regisseurs gemacht. Was ihn auszeichnet, ist die intensive Zusammenarbeit mit seinen Darstellern. Auch in „Black Swan“ investiert er viel Aufmerksamkeit in die darstellerische Leistung seiner Schauspieler. Hautnah nimmt er sie in seinen Fokus, sie sind Kernpunkt seiner Erzählungen. Und so merkt man jeder Faser von „Black Swan“ an, welch harte Arbeit darangesetzt wurde, um die Darsteller dieses Psycho-Thrillers zu Bestleistungen zu treiben. Herausragend ist dabei vor allem Natalie Portman, die ihre physisch ebenso wie psychisch anspruchsvolle Rolle derart leidenschaftlich und authentisch wiedergibt, dass alle Zeichen klar auf OSCAR-Nominierung stehen. Als ehrgeizige Ballerina Nina, die sich nicht nur während den Proben zur Aufführung des „Schwanensees“ zwischen weißem und schwarzem Schwan hin- und hergerissen fühlt, sondern auch privat in eine schwere Identitätskrise gerät, liefert sie eine der besten schauspielerischen Leistungen der vergangenen Monate, wenn nicht sogar des Jahres ab. An ihrer Seite brilliert eine beinahe ebenso herausragende Mila Kunis, die in ihrer Rolle der vogelfreien und lebendigen Lily das exakte Gegenstück zu der stets beherrschten und perfekt grazil erscheinenden Nina darstellt. Schnell entwickelt sich dadurch ein eindrucksvoller Konkurrenzkampf, der über die Grenzen der Geschichte hinausgeht und sich zu einem Leinwandduell entwickelt, das man so schnell nicht wieder vergessen wird.

Rund um seine exzellenten Schauspieler inszeniert Darren Aronofsky mit viel Geschick eine fesselnde und beeindruckende Geschichte, nach der das Ballett für die Wenigsten noch so sein wird, wie zuvor. Dabei beginnt die Erzählung genau so, wie sie im Bilderbuch steht: Im ersten Akt wird Nina als mädchenhafte Primaballerina dargestellt. Obwohl sie das Teenageralter längst hinter sich gelassen hat, fristet sie ihr Sonnenscheinleben noch immer irgendwo zwischen Ballettkompanie, rosarotem Mädchenzimmer und dem Rockzipfel ihrer Mutter. Tschaikowskis Schwanensee zufolge verkörpert sie in ihrer grazilen Naivität den perfekten weißen Schwan. Dies nimmt auch Thomas Leroy (Vincent Cassel), der künstlerische Leiter des Ensembles wahr und besetzt sie für die Rolle der Schwanenprinzessin. Was Nina bei aller technischen Perfektion jedoch fehlt, ist die dunkle, unkontrollierte Seite der Rolle – der schwarze Schwan. Ninas Metamorphose, die sich in den folgenden Akten vollzieht, wird von Darren Aronofsky durch eindrucksvolle Bildkompositionen filmisch umgesetzt. Er setzt mystische Elemente ein, arbeitet mit den harten Kontrasten schwarz und weiß, spielt stetig mit dem Motiv des Spiegels, und macht aus seinem „Black Swan“ dadurch einen Film, der von Doppelgängern und Gegensätzen handelt. Darren Aronofskys Inszenierungsstil ist nicht subtil, er ist klar strukturiert und in der visuellen Architektur wichtiges und wegweisendes Element für die gesamte Erzählung.

„Black Swan“ ist ein beeindruckendes Meisterstück, das den Kleinmädchentraum vom Ballett im rosa Tutu gnadenlos und extrem, aber imposant dekonstruiert. Nicht nur auf Inszenierungs-, sondern auch auf Darstellungsebene ist „Black Swan“ großes Kino, das emotional nahegeht und immer wieder beeindruckt.

Wissenswertes

Black Swan Interview mit dem Regisseur Darren Aronofsky.

Regisseur Darren Aronofsky trat bereits vor zehn Jahren mit einer frühen Drehbuchversion von "Black Swan" an Natalie Portman heran. Für ihn stand schon damals fest, dass sie die Idealbesetzung für die Rolle der Nina ist. Im Vorfeld trainierte Natalie Portman hart. Zehn Monate vor Drehbeginn begann sie fünf Stunden am Tag zu trainieren.

"Black Swan" wurde im englischen Original gesehen und bewertet.


Auszeichnungen

Black Swan
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Beste Regie, Beste Nebendarstellerin (Mila Kunis)

Gewonnene Golden Globes

Beste Schauspielerin - Drama (Natalie Portman)

OSCAR-Nominierungen

Bester Film, Beste Regie, Beste Kamera, Bester Schnitt

Gewonnene OSCARs

Beste Hauptdarstellerin (Natalie Portman)



Besucherbewertung
4.1 / 5  (47 votes)

Kommentare

dimi schreibt am 27.02.11, 21:46
das ist ein typischer frauen film... nur frauen können sich damit vergnügen... die story is total unsinnig...!!! das einzige an diesem euphorischem film is natalie portman und mila kunis die hammer geil aussehen und das wars auch schon..der film hat mich überhaupt nich beeindruckt!!!...
HunnyBunny schreibt am 23.01.11, 19:37
Als erstes muss ich sagen, dass ich niemals etwas mit Ballett am Hut
hatte und mich niemals nur annähernd dafür interressierte.

Das was mich jedoch dazu gebracht hat mir diesen Film anzuschauen, war die Tatsache, dass Natalie Portman (die zweifellos zu meinen Lieblingsschauspielerinnen gehört) endlich einmal eine anspruchsvolle Rolle angeboten wurde. Dies sogar in einem Film der von Künstlern handelt und mit fantastischer Musik von Tschaikowski unterstrichen wird.

Die Rolle der Balletttänzerin Nina ist ihr wie auf den Leib geschnitten. Für diese Rolle wurde Natalie Portman meiner Meinung nach geboren und es hätte
niemand diese Rolle besser ausfüllen und verkörpern können wie sie.

Nach diesem Film saß ich mit offenem Mund in meinem Kinosessel und könnte garnicht glauben was ich da gerade gesehen habe, ich blieb brav bis zum Ende des Abspanns sitzen um erst einmal alles gesehene zu verarbeiten. Wenn sie dafür nach dem verdienten Golden Globe nicht auch den Oscar mit nach Hause nimmt, dann werde ich ganz Hollywood boykottieren, Gott ist mein Zeuge.^^

"Black Swan" ist ein Meisterwerk der Filmkunst und ein muss auch für geizige Kinogänger, denn hier ist jeder Cent gut investiert.
Gast1 schreibt am 15.02.11, 20:47
Der einzige Lichtblick in diesen 2 grauenhaften Stunden Kino war Mina Kunis. Ansonsten sollte man sich gut überlegen ob man 2 Stunden seines Lebens mit diesem sehr gewöhnungsbedürftigen "Meisterwerk" verschwenden sollte.

Natalie Portman hatte ihre Sternstunden wohl eher in vielen ihrer vorherigen, guten Filme aber sicher nich indem sie in "Black Swan" unaufhörlich in die Kamera blickt wie ein verschrecktes Rehlein und des Jammerns nicht müde wird. Die Handlung ist ebenso difus und undurchsichtig wie das absolut unspektuläre Ende. In Ansätzen hätte es spannend werden können...leider völlig am Thema vorbei.

Wenigstens war die Musik gut....
HunnyBunny schreibt am 05.02.11, 16:02
Nun habe ich Black Swan zweimal im Kino angesehen aber dieses Mal mehr auf die Reaktionen des angespannten Publikums geachtet. Viele verstörte Gesichter, zusammenzuckende Mädels.
Am Ende des Films, wie sollte es auch anders sein, blieben 70% des Publikums mit mir bis zum Ende des Abspanns sitzen um den Moment unter eisigem Schweigen voll auszukosten.

Kein Film hat mich so sehr beeindruckt das ich ihn zweimal im kino gesehen habe!
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