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Requiem
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Regie
Hans-Christian Schmid
Drehbuch
Bernd Lange
Produzent
Hans-Christian Schmid
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 93 min Land Deutschland Kinostart 02.03.2006 DVD-Start 09.03.2007 Verleih X-Verleih |
Story
Michaela Klingler wächst in den Siebzigerjahren in einem streng katholischen Elternhaus in der schwäbischen Provinz auf. Immer wieder wird die junge Frau von epileptischen Anfällen heimgesucht, die auch nicht aufhören wollen, als sie ihr Pädagogikstudium in Tübingen beginnt. Mit Unterstützung ihres Vaters und gegen den erklärten Willen ihrer Mutter ist Michaela aber dennoch entschlossen, das Studium durchzuziehen und zum ersten Mal die Freiheit außerhalb des streng religiös geprägten Zuhauses zu genießen. Sie freundet sich mit ihrer ehemaligen Mitschülerin Hanna an und verliebt sich zum ersten Mal – in den Chemiestudenten Stefan.
Doch die immer wiederkehrenden epileptischen Anfälle wecken in Michaela die Überzeugung, sie sei vom Teufel besessen. Die religiösen Wahnvorstellungen nehmen allmählich zu, so dass Michaela sich bald keinen anderen Rat mehr weiß, als beim Pfarrer ihres Heimatortes Hilfe zu suchen. Der stellt schließlich den Kontakt zu einem jungen Priester her, der Michaela zu einem Exorzismus rät…
Schauspieler
Sandra Hüller, Burghart Klaußner, Imogen Kogge, Anna Blomeier, Nicholas Reinke, Jens Harzer, Walter Schmidinger, Friederike Adolph, Irene Kugler, Johann Adam Oest, Eva Löbau
Filmkritik von Stefanie Rufle
„Requiem“ ist ein leise inszenierter und großartig gespielter Film, der den Kampf eines jungen Mädchens zeigt, das mit den zwei so unterschiedlichen Welten, in denen es sich bewegt, nicht länger klarkommt und schließlich an den selbst erschaffenen inneren Dämonen zerbricht. Grandios ist hierbei die Leistung von Sandra Hüller als Michaela Klingler, in der sich der Erzkatholizismus ihres Elternhauses regelrecht festgebissen hat, was schließlich dazu führt, dass sich ihre Epilepsie mehr und mehr in religiösen Wahnvorstellungen Bahn bricht. Zurückhaltend und dennoch zutiefst eindringlich stellt die Schauspielerin die junge Frau dar, deren Mutter, dargestellt von einer überzeugenden Imogen Kogge, von Anfang an von ihrem Scheitern überzeugt ist. An ihrer Seite brilliert Burghart Klaußner als Vater, der stets zwischen den Fronten steht, ständig zwischen Mutter und Tochter zu vermitteln sucht und am Ende doch hilflos zusehen muss, wie seine Tochter untergeht. Vor allem im Zusammenspiel dieser drei wird deutlich, wie der gesunde Menschenverstand immer mehr den strikten Anschauungen eines erzkonservativen und fast schon fundamentalen Glaubens weicht.
Dabei verzichtet Regisseur Hans-Christian Schmid auf jegliche reißerischen Schockeffekte und ist weit entfernt davon, übernatürliche Abgründe auch nur anzudeuten. Er zeigt vielmehr das ergreifende Schicksal eines jungen Mädchens auf, das einem fatalen Irrglauben unterliegt und dafür am Ende mit seinem Leben bezahlen muss. Auch der erste Exorzismus, der an Michaela durchgeführt wird, verläuft leise und unaufdringlich und deutet lediglich an, wovon man gerade Zeuge wird. „Requiem“ lebt viel von seiner Symbolik, und das Ende dieser auf wahren Begebenheiten beruhenden Geschichte wird nur im Abspann thematisiert. Dieser Film hallt noch lange in den Köpfen der Zuschauer nach, weil er zeigt, wie eng psychische Erkrankungen tatsächlich mit unseren inneren Dämonen verknüpft sind.
Wissenswertes
„Requiem“ beruht auf wahren Begebenheiten. Er spielt auf den „großen Exorzismus“ der Anneliese Michel zu Beginn der 1970er Jahre an, der mit deren Tod in Verbindung gebracht wird.
Mit dem Schicksal der Anneliese Michel beschäftigte sich bereits der Kinofilm „Der Exorzismus von Emily Rose“ aus dem Jahr 2005.
Beim Deutschen Filmpreis 2006 erhielt „Requiem“ Auszeichnungen in folgenden Kategorien: Bester Spielfilm: Filmpreis in Silber, Beste weibliche Hauptrolle (Sandra Hüller), Beste weibliche Nebenrolle (Imogen Kogge), Bestes Kostümbild und Beste Tongestaltung.
Außerdem erhielt Sandra Hüller für ihre Leistung den Silbernen Bären der Berlinale und den Bayerischen Filmpreis.
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