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Stammheim
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Regie
Reinhard Hauff
Drehbuch
Stefan Aust, Günter Wulff
Produzenten
Eberhard Junkersdorf, Jürgen Flimm
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 103 min Land Deutschland Kinostart 30.01.1986 DVD-Start 16.10.2009 Verleih Kinowelt |
Story
Am 21. Mai 1975 begann, im eigens dafür gebauten Hochsicherheitstrakt Stammheim, der Gerichtsprozess gegen die linksalternativen Terroristen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Was ein schnelles Verfahren hätte werden können, entwickelt sich jedoch zu einem 192-tägigen Prozess, der mit allen Wassern gewaschen war: Zeugen waren geschmiert, Gespräche zwischen Angeklagten und Verteidigern wurden abgehört und die vier RAF-Mitglieder wurden menschenunwürdig in ihren Zellen gehalten.
Den Angeklagten ging es vor Gericht schlussendlich nicht mehr um ihre Verteidigung, sondern darum ihre Vorstellungen und Ideale in die Welt zu tragen und mit „Stammheim“ auf dieser etwas zu verändern…
Schauspieler
Ulrich Pleitgen, Ulrich Tukur, Therese Affolter, Sabine Wegner, Hans Kremer, Hans Christian Rudolph, Peter Danzeisen
Filmkritik von Kathrin Lang
Pünktlich zur „Jubiläumsfeier“ der wilden 68er kommt die DVD zu „Stammheim“ auf unseren Markt und erinnert uns damit an die linksalternative Bewegung zurück, an deren Spitze sich Kampfgeister wie Andreas Baader und Ulrike Meinhof befanden. Dabei dreht sich alles um den letzten Gerichtsprozess, währenddessen sich die vier Hauptangeklagten Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe zu verteidigen versuchten. Dass dies jedoch kein leichtes Unterfangen war, führt „Stammheim“ eindrucksvoll vor Augen. Nicht nur dass sich die vier RAF-Mitglieder drei Jahre in Einzelhaft befanden und somit sowohl psychisch als auch körperlich alles andere als verhandlungsfähig waren, auch eine anständige Verteidigung blieb ihnen versagt. Wann auch immer sie das Wort vor Gericht ergriffen, wurden es ihnen von dem Richter sofort wieder entzogen. Die Zeugen, die gegen sie aussagten waren geschmiert und Gespräche, die die Angeklagten mit ihren Anwälten führten wurden abgehört. Dass das Drehbuch auf den originalen Gerichtsprotokollen basiert, merkt man diesem Film deutlich an, wirkt er doch überaus authentisch – aber auch erschreckend, hätte man als ahnungsloser Zuschauer doch keine solche enorme Ungerechtigkeit erwartet. Dass der Staat skrupellos sein kann ist eine Sache, doch dass er es auch so offensichtlich, in aller Öffentlichkeit war, ist eine ganz andere. Sympathisanten der linken Szene und Interessierte werden bei „Stammheim“ voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Nicht nur, dass dieser Film einen hohen Unterhaltungswert hat, auch der Informationsfluss fällt nicht zu gering aus, so dass man von dieser Geschichte auch durchaus etwas über die 68er lernen kann. Wer viel von „Stammheim“ erwartet, wird in seiner Haltung nicht enttäuscht werden. Ein toller Film!
Wissenswertes
Der ehemalige SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust schrieb das Drehbuch zu "Stammheim" nach Originalprotokollen des Prozesses. Der viel diskutierte Film gewann 1986 den Goldenen Bären auf der Berlinale.
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Kommentare
Mak schreibt am 21.01.09, 23:52
Da habe ich aber einen anderen Film gesehen...der Film ist ein wichtiges Zeitdokument, keine Frage. Vorallem aber entlarvt der die führenden RAF Mitglieder als Bande superintelligenter Wahnsinniger, die jegliche Urteilsfähigkeit dem eigenen Handeln gegenüber verloren haben.

