Half Nelson

Filmplakat Half Nelson
Regie Ryan Fleck  Drehbuch Ryan Fleck, Anna Boden  Produzenten Anna Boden, Lynette Howell, Rosanne Korenberg, Alex Orlovsky, Jamie Patricof 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 106 min
Land USA  Kinostart 27.03.2008  DVD-Start 10.10.2008  Verleih Arsenal Filmverleih

Story

Für die Öffentlichkeit ist Dan Dunne ein junger Lehrer, der seinen zumeist afroamerikanischen Schülern engagiert alles über die einschneidenden Kapitel der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und der politischen Geschichte beibringen will. Obwohl die Kids der 8. Klasse sonst eher von Schule angeödet sind, mögen sie den coolen und lässigen Dan Dunne und folgen begeistert seinem Unterricht. Als Trainer der Basketball-Mannschaft ist er zudem auch nach der Schule für sie da und versucht ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Als ihn nach einem Spiel seine Liebelsingschülerin Drey völlig high vom Crack in einer Umkleidekabine findet, erlebt sie einen gänzlich anderen Dunne. Hinter der Fassade witziger Sprüche ist der Lehrer eine einsame Seele. Mit Drogen versucht er die Leere in sich zu betäuben. Auch Drey ist einsam. Der Bruder im Knast, der Vater verschwunden hat sie nur ihre Mutter, die als Polizistin aber fast nie zuhause ist. Zwischen Dan und Drey entwickelt sich trotz aller Widrigkeiten eine leise Freundschaft.

Schauspieler

Half Nelson Ryan Gosling, Shareeka Epps, Anthony Mackie, Monique Curnen, Karen Chilton, Tina Holmes, Collins Pennie, Deborah Rush, Jay O. Sanders, Bryce Silver, Sebastian Sozzi, Nicole Vicius, Tristan Wilds

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Half Nelson Leinwandpräsenz und Ausdruckstärke prädestinieren den kanadischen Schauspieler Ryan Gosling für die Darstellung gebrochener, vielschichtiger Charaktere. So ist es kein Wunder, dass er auch in „Half Nelson“ als gebrochener Lehrer Dan Dunne überzeugt. Mit „Half Nelson“ bezeichnet man im Wrestling eine Position die „im Schwitzkasten“ bedeutet. Genau in solch einer Situation ist Dunne. Eigentlich will er lieber Schriftsteller sein, er schafft es jedoch nicht zu schreiben, denn seine Sucht steht ihm im Weg. Die Arbeit mit seinen Schülern bewahrt ihn davor ganz in den Drogensumpf abzurutschen, doch er hat seinen Kokain- und Crack-Konsum schon lange nicht mehr im Griff. Ryan Gosling versteht es überzeugend die innere Leere und Einsamkeit einzufangen, die Dunne erfüllt. Er ist dieses emotionale Wrack, dass auf der Suche nach einem Strohhalm im Strudel die Freundschaft einer Schülerin findet. Dank der eindrücklichen schauspielerischen Vorstellung der jungen Shareeka Epps als Drey wird „Half Nelson“ nicht zur einer One-Man-Show sondern zu einem berührenden Drama mit einem Ende, das Hoffnung aufkommen lässt ohne in Pathos zu versinken. Drehbuchautor und Regisseur Ryan Fleck schaffte es zwar nicht gänzlich alle Längen aus der Handlung zu tilgen und auch die teilweise an den Figuren klebende Kamera ist zu Beginn mühsam, doch seine zurückhaltende Erzählweise fällt angenehm auf und nimmt einen für die Außenseitergeschichte ein.

Auszeichnungen

Half Nelson
OSCAR-Nominierungen

Bester Hauptdarsteller (Ryan Gosling)



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