The Ides of March - Tage des Verrats

The Ides of March

Filmplakat The Ides of March - Tage des Verrats
Regie George Clooney  Drehbuch George Clooney  Produzenten George Clooney, Grant Heslov, Brian Oliver 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 97 min
Land USA  Kinostart 22.12.2011  DVD-Start 24.05.2012  Blu-ray-Start 24.05.2012  Verleih Tobis Film

Story

Stephen Meyers ist jung, engagiert und karriereorientiert. Ein Gewinnertyp, der es mit Anfang 30 bereits weit im Politbusiness gebracht hat. Er brennt für die demokratische Sache. Insbesondere brennt er für den US-Präsidentschaftskandidaten Mike Morris, in dem er den idealen neuen amerikanischen Regierungschef sieht, und dessen Wahlkampfkampagne nicht die erste ist, die er federführend mitgestaltet. Stephen weiß, was er kann und tritt entsprechend selbstbewusst auf. Ein Stück Überheblichkeit und Selbstverliebtheit, die der Chef der Kampagne vom Morris’ Gegenkandidaten schnell als dessen Pferdefuß erkennt und ihm eine ausgeklügelte Falle stellt. Plötzlich sieht sich Stephen Meyers von der Gewinnerstraße ins Karriereabseits katapultiert und böse ausgebremst. Nun muss er entscheiden, was ihm seine Ideale tatsächlich wert sind...

Schauspieler

The Ides of March - Tage des Verrats George Clooney, Ryan Gosling, Paul Giamatti, Philip Seymour Hoffman, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Jeffrey Wright, Max Minghella, Wendy Aaron, Hayley Madison

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 5 von 5 Ms The Ides of March - Tage des Verrats Politik ist ein schmutziges Geschäft. Ein geflügeltes Wort, das nicht nur Wahlkampf für Wahlkampf seine Bedeutung und Richtigkeit immer wieder unter Beweis stellt. In diesem Business geht es nicht um wahren Freundschaften oder echtes Vertrauen, sondern um Allianzen, die man schmiedet, um Loyalitäten, die man sich sichert und um Gefälligkeiten, die man nachdrücklich einfordert. Bittere Wahrheiten für jemanden, der angetreten ist, die Dinge in seinem Land zu verändern ohne sich und seine Ideale dabei zu verraten. Wahrheiten, die einen Menschen verändern. Wenige Filme schaffen es, uns dieses dreckige System mit seinen ungeschriebenen Gesetzen auf so klare Art und Weise anschaulich zu machen und dabei gleichzeitig aufzuzeigen welchen Weg uns unsere Entscheidungen durch dieses System nehmen lassen, wie „The Ides of March – Tage des Verrats” das tut. Von enthusiastisch und hell für die Sache lodernd hin zu berechnend, zynisch und verbittert. Verrate ich meine Ideale zu Gunsten der Karriere? Höre ich auf mein mitfühlenden Herz oder meinen analytischen Verstand? Gehe ich unter oder steige ich auf? Wir durchleben insbesondere mit Protagonist Stephen Meyers eindrücklich die Phasen einer sogenannten politischen Karriere und in welcher Geschwindigkeit sie von statten gehen kann. George Clooney betreibt dabei keine Schwarz-Weiß-Malerei mit seinem Drehbuch, das sich durch viele treffende Dialoge auszeichnet, sondern sucht nach Erklärungen in persönlichen Motivationen, privaten Enttäuschungen und Desillusionierung und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Letztlich zählt nur, ob ich an die Macht komme oder nicht. Der Weg dorthin ist Schweigen. Geschickt verpackt er das Ganze in einen packenden und spannenden Thriller, der sich zwar nicht immer überraschend entwickelt, der sich jedoch durch seine kompromisslose Kehrtwende weg von der idealisierten Illusionen hin zur bitteren Realität auszeichnet und uns damit unsanft auf den Boden selbiger zurückholt.

Geadelt wird „The Ides of March – Tage des Verrats” insbesondere durch die hervorragenden Darstellerleistungen. George Clooney, der nicht nur hinter der Kamera als Regisseur, Drehbuchautor und Co-Produzent fungierte, ist da noch das schwächste Glied in einer starken Riege, die mit Paul Giamatti, Philip Seymour Hoffman und Marisa Tomei noch drei weitere OSCAR-Nominierte bzw. -Preisträger bereithält. Starker Mittelpunkt des Films ist jedoch eindeutig Ryan Gosling, der mit dieser Leistung endgültig seinen Anspruch auf weitere Charakterrollen unterstreicht. Von idealistisch, nett und sympathisch bis hin zu aalglatt und eiskalt beherrscht er alle Facetten der Figur des Stephen Meyers und bleibt uns dabei doch immer nah.

Politik ist ein schmutziges Geschäft. Filme wie „The Ides of March – Tage des Verrats” zeigen, dass Ehrlichkeit hier keine Konjunktur hat. Ein ernüchternden Fazit, das uns so manche aktuelle Entwicklung wieder einmal kritisch hinterfragen lässt.

Wissenswertes

The Ides of March - Tage des Verrats Das Drehbuch basiert auf einer Adaption von Beau Willimons Theaterstück "Farragut North".

Auszeichnungen

The Ides of March - Tage des Verrats
Golden Globe-Nominierungen

Bester Film - Drama, Beste Regie, Bester Schauspieler - Drama (Ryan Gosling), Bestes Drehbuch

OSCAR-Nominierungen

Bestes Drehbuch (Adaption)



Besucherbewertung
3.0 / 5  (4 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.