Der Erde so nah

El Corazón de la tierra

Filmplakat Der Erde so nah
Regie Antonio Cuadri  Drehbuch Antonio Cuadri, Shelley Miller, Luiz Felipe Comparato  Produzenten Antonio Cuadri, Juan Carlos Orihuela 
Genre Drama  FSK 16  Filmlänge 102 min
Land Spanien, Großbritannien, 2007  DVD-Start 05.06.2008  Verleih e-m-s GmbH

Story

Man schreibt das Jahr 1888. Im andalusischen Huelva fristen die Einwohner ein klägliches Dasein. Zum einen wird ihre Arbeitskraft in der örtlichen, von den Briten betriebenen Kupfermine schändlich ausgenutzt, zum anderen verpesten deren giftige Gase die ganze Gegend. Eine erschreckend hohe Kindersterblichkeit, zahllose Todesfälle unter den Arbeitern und unheilbare Krankheiten sind die Folge. Die Menschen von Huelva müssen viel Leid ertragen, doch nur wenige haben den Mut, offen gegen die Briten zu rebellieren. Der britische Direktor der Kupfermine ist ein wahrer Ausbeuter und Tyrann und spielt ganz offen mit seiner Macht. Doch dann taucht der aus Kuba deportierte Anarchist Maximiliano Tornet auf und ruft zum offenen Widerstand auf. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes bricht nun über die Bevölkerung herein, denn der eher zaghafte Protest endet in einem Massaker. Die von den Briten zur Hilfe gerufene spanische Armee schießt die Demonstranten wahllos nieder, und zahllose Kinder, Frauen, Bauern und Bergarbeiter kommen dabei ums Leben.
Jahre später führt das Schicksal die Tochter Tornets, die Nichte des Direktors der Kupfermine und einen jungen Briten zusammen, die diesen unseligen Ereignissen einen neuen Verlauf geben werden…

Schauspieler

Der Erde so nah Catalina Sandino Moreno, Sienna Guillory, Hugh Dancy, Bernard Hill, Joaquim de Almeida, Philip Winchester, Ana Fernandez

Filmkritik von Stefanie Rufle

Steffi vergibt 5 von 5 Ms Der Erde so nah Mit „Der Erde so nah“ hat der spanische Regisseur Antonio Cuadri ein großartiges Epos in der Tradition von „Das Geisterhaus“ geschaffen. Es ist ein berührender und dramatischer Film über die erste ökologische Revolution der Welt. Herausragende Darsteller wie Catalina Sandino Moreno, Sienna Guillory, Hugh Dancy, Bernard Hill und Joaquim de Almeida zeigen, wie Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeit zur Revolution führen können, wie Menschen das Beste wollen und doch eine Katastrophe herbeiführen können und wie schwer es ist, den Blick für richtig oder falsch zu bewahren. Viele Fragen werden hier in den Raum gestellt: Gibt es eine wirkliche soziale Gerechtigkeit? Dürfen ökologische Ressourcen auf Kosten der Bevölkerung ausgeschöpft werden? Darf eine Revolution mit Gewalt betrieben werden? Wer hat das Recht über Leben oder Tod zu entscheiden und worin liegt der Wert eines Lebens? Mit gewaltigen Bildern und einer mehr als authentischen Inszenierung gelingt es Cuadri, eine bewegende Geschichte zu erzählen, ohne dabei zu bewerten oder zu verurteilen. Am Ende bleibt nur die Erkenntnis, dass eine Revolution zwar manchmal als der einzige Weg erscheint, dass die Opfer, die sie fordert, aber niemals gerechtfertigt sind.



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