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Das Jahr, in dem wir uns kennenlernten
The Year of Getting to Know Us
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Regie
Patrick Sisam
Drehbuch
Patrick Sisam, Rick Velleu
Produzent
Holly Wiersma
Genre Tragik-Komödie FSK 12 Filmlänge 97 min Land USA, 2008 DVD-Start 27.05.2011 Verleih WVG Medien GmbH |
Story
Autor Christopher „Chris“ Rocket ist hin und her gerissen. Seine Freundin Anne geht für drei Jahre ins Ausland und nun erwartet alle Welt, dass geheiratet wird. Doch Chris kann sich nicht dazu durchringen, sie zu bitten zu bleiben. Als ihn aus Florida die Nachricht ereilt, dass sein Vater nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt, kommen die Erinnerungen an seine Kindheit in ihm hoch. Auch seine Eltern hatten keine glückliche Ehe geführt und er erinnert sich an stille Abendessen, bei denen seine verschrobene Mutter versuchte, den Anschein von Familienleben zu wahren. Widerwillig reist Christopher nach Hause. Ein Besuch, der ihn zwingt, sich mit seiner nicht ganz einfachen Kindheit auseinanderzusetzen und der ihm vor Augen führt, was Anne ihm tatsächlich bedeutet.
Schauspieler
Jimmy Fallon, Tom Arnold, Sharon Stone, Chase Ellison, Lucy Liu, John Connon, Bree Turner, Jordana Spiro
Filmkritik von Melanie Frommholz
Patrick Sisams „Das Jahr, in dem wir uns kennenlernten“ wurde angepriesen als „romantische Komödie der Extraklasse“ mit „überragendem Humor“ und bietet eine Besetzung, die mit Sharon Stone, Lucy Liu, Jimmy Fallon und Tom Arnold aufwartet. Da kann man sich zunächst verwundert fragen, warum so ein Film nur das Licht des hiesigen DVD-Marktes erblickt. Tatsächlich erzählt Sisam eine Familiengeschichte, von der bald klar ist, dass komisch oder romantisch hier eher nicht die zutreffenden Attribute sind. Das alleine wäre noch kein Beinbruch, lässt man sich doch gerne trotz anders lautender Versprechungen auch von einer ernsten Geschichte einnehmen. Genau hier beginnen bei „Das Jahr, in dem wir uns kennenlernten“ aber die Probleme. Patrick Sisam, der auch das Drehbuch des Films mitschrieb, steigt über Zeitsprünge in die Vergangenheit von Hauptfigur Chris alias Jimmy Fallon ein und baut daran entlang dessen wenig überraschenden Selbstfindungstrip auf. Was zu Beginn noch als gute Idee klingt, plätschert im weiteren Verlauf spannungslos vor sich hin. Sisams Drehbuch, das er zusammen mit Rick Velleu schrieb, entwickelt weder die notwenige Dynamik, die einen in die Geschichte zieht, noch liefert es starke Dialoge. Zwar verbindet Sisam Gegenwart mit Vergangenheit problemlos, jedoch trägt Jimmy Fallon den Gegenwarts-Teil nicht ausreichend. Der Late Night-Talker und Comedian zeigt fast den ganzen Film lediglich einen Einheitsgesichtsausdruck. Egal, ob er alte Schulfreunde trifft, seine Mutter, oder seine Jugendliebe. Ob Chris sich bei seiner Reise findet? Es muss wohl so sein. Dennoch bieten, außer dem moralischen Schlussresümee, weder das Drehbuch noch Fallon selbst hierzu griffiges. Sein Schicksal als Chris bleibt einem den ganzen Film über einfach egal. Sharon Stone und Tom Arnold als Eltern vermögen dagegen mit ihrem Spiel auch dort Akzente zu setzen, wo das Drehbuch schwach ist. Insbesondere Stone vermag mit starken Auftritten zu glänzen.
Unterm Strich ist „Das Jahr, in dem wir uns kennenlernten“ eher tragisch als romantisch. Auch der überragende Humor findet sich nur in Ansätzen, und so bleibt ein enttäuschender Gesamteindruck. Patrick Sisam wollte Drama und Komödie verbinden, schafft es jedoch nicht, seine vielversprechende Storyidee in eine starke Inszenierung umzumünzen, die amüsiert und berührt. Leider hat er in Jimmy Fallon auch keinen Hauptdarsteller gefunden, der dies für ihn auffängt.
Das Drehbuch basiert auf den Kurzgeschichten "Star Food" and "The Year of Getting to Know Us" von Ethan Canin.
