Gerry

Filmplakat Gerry
Regie Gus Van Sant  Drehbuch Casey Affleck, Matt Damon, Gus Van Sant  Produzent Dany Wolf 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 98 min
Land USA, 2001  DVD-Start 06.09.2005  Verleih Kinowelt

Story

Gerry und Gerry kennen nur ein Ziel: Sie wollen zu ‚dem Ding‘, das irgendwo abgelegen vom Highway zu finden sein soll. Als sie es nicht finden, wollen sie zurück zum Auto. Doch: wo steht das, aus welcher Richtung kamen sie? In der Einöde sieht alles ähnlich aus und so verlaufen sie sich und durchqueren in den kommenden Tagen und Nächten die halbe Wüste. Marschieren im Gleichschritt von Berg zu Berg, um nach der Straße und Zivilisation Ausschau zu halten. Ohne Erfolg…

Schauspieler

Gerry Casey Affleck, Matt Damon

Filmkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 4 von 5 Ms Gerry Es beginnt mit einer langen Sequenz: Sieben Minuten betrachtet man ein Auto, das einen Highway entlangfährt. Wohin? Man weiß es nicht. Warum? Das erfährt man erst später, aber auch nur ansatzweise. Und dann? Dann geht es genau so weiter. Die zwei Gerrys steigen aus dem Auto aus und gehen hinein, mitten in die Wüste. Sie wollen zu ‚dem Ding‘ – was und wo auch immer. Ob sie zu ‚dem Ding‘ kommen – man weiß es nicht. Sie verlaufen sich. Und dann? Dann geht es genau so weiter. Lange, kaum enden wollende Sequenzen, die Gerry² auf ihrem langen und wortkargen Irrweg durch die Wüste zeigen.

Wer bereits nach der Anfangssequenz versucht ist, die Vorspultaste zu betätigen, bei dem ist zwar noch nicht alles verloren, aber schon fast: Spannender wird es nur selten. Darum geht es auch nicht. Die wenigen Dialoge zwischen Gerry und Gerry sind improvisiert und sicherlich nicht die Quintessenz dieses Filmes. Auch die Story, deren einziger Höhepunkt die Frage nach dem „Wie lange wohl noch?“ zu sein scheint, steht keinesfalls im Mittelpunkt. Es geht um die fantastische Aufnahme, die minimalistische Gestaltung des gesamten Filmes, die eine anziehende Kraft auswirkt und es vermag den Zuschauer, wenn er bereit ist sich auf dieses experimentelle Konstrukt einzulassen, in seinen Bann zu ziehen. Die monotone Bildwelt hat etwas Hypnotisierendes an sich und schaukelt den Betrachter langsam in einen psychedelischen Zustand, in dem die Gedanken sich auf wundervolle Weise sachte überschlagen.

„Gerry“ wird sein Publikum finden – auch wenn es sicherlich ein sehr kleines ist.

Wissenswertes

Gerry Gus Van Sant gewann 2002 für "Gerry" den Visions Award des Toronto International Film Festivals. Außerdem wurden Gus Van Sant als Regisseur und Harris Savides für die Kameraarbeit 2003 für den Independent Spirit Award nominiert. Harris Savides gewann 2003 den New York Film Critics Circle Award.



Besucherbewertung
3.3 / 5  (4 votes)

Kommentare

+ Kommentar schreiben
Deine Daten
(wird nicht veröffentlicht)
Dein Kommentar*

*Pflichtfeld
Der Kommentar wird von uns vor dem Freischalten geprüft.