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Genova
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Regie
Michael Winterbottom
Drehbuch
Laurence Coriat, Michael Winterbottom
Produzenten
Andrew Eaton, Michael Winterbottom
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 94 min Land Großbritannien, 2008 DVD-Start 22.02.2011 Verleih Ascot Elite |
Story
Nachdem der Uni-Lehrer Joe und seine beiden Töchter Kelly und Mary durch den schrecklichen Unfalltod der Ehefrau und Mutter aus der Bahn geworfen wurden, sucht Joe für alle einen Neuanfang und nimmt einen Lehrauftrag in Italien, genauer in Genua, an. Hier soll ihnen der Rückweg in einen normalen Alltag gelingen, nachdem in der Chicagoer Wohnung noch alles an Marianne erinnert. Doch die zehnjährige Mary plagen tiefe Schuldgefühle, weil sie sich mitschuldig am Unfall fühlt, der zum Tod der Mutter führte. Kelly, ihre älter Schwester, frönt dagegen scheinbar ungezwungen bald dem italienischen Lebensstil im Sommer mit langen Nächten und Nachmittagen am Strand. Joe versucht zwischen all dem den Mädchen einen geregelten Alltag zu geben und ihnen wieder näher zu kommen.
Schauspieler
Colin Firth, Perla Haney-Jardine, Willa Holland, Catherine Keener, Hope Davis, Margherita Romeo, Alessandro Giuggioli, Carlo Moretti
Filmkritik von Melanie Frommholz
Die Zeit heilt alle Wunden. Eine abgedroschene Binsenweisheit, der doch ein wahrer Kern innewohnt. Gerade wenn man einen geliebten Menschen verliert, hilft manchmal einfach das schiere Weiterleben. Regisseur und Drehbuchautor Michael Winterbottom begleitet in seinem Film „Genova“ eine Familie nach genau einem solch schweren Schlag und findet ansprechende Bilder, die streckenweise dokumentarisch und realitätsbezogen anmuten, dann aber auch wieder symbolträchtig die verwinkelten Gassen Genuas in Szene setzen. Der Filmemacher verkitscht angenehmerweise nichts und auch wer Theatralik sucht, wird sie hier nicht finden. In dem Winterbottom seinen Figuren folgt, den Alltag einfängt, bekommt die Geschichte eine gewisse Beiläufigkeit, die den Blick zwar einfühlsam für die emotionale Reise der Charaktere und deren Stimmungen öffnet, bei der man aber zunehmend den Rahmen einer echten Handlung vermisst. Hektische Schnitte und eine Kamera, die zu oft nicht verweilen mag, strengen mit der Zeit an und bringen uns Joe und seinen Kindern nicht näher. Den Raum, den Winterbottoms Inszenierungstil seinen Darstellern lässt, wissen die drei Hauptdarsteller Colin Firth, Willa Holland und Perla Haney-Jardine allerdings gut zu nutzen. Es begeistert, mit welcher Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit sie in ihre Rollen schlüpfen. Schade, dass Michael Winterbottom ihnen nicht auch ein Drehbuch geschrieben hat, in dem starke Dialoge ihrer inneren Reise mehr Ausdruck verleihen. So bleiben sie immer einen Tick zu fern.
Michael Winterbottom wurde für seine Regiearbeit beim Filmfestival von San Sebastián und beim Tallinn Black Nights Festival ausgezeichnet. 