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Biutiful
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Regie
Alejandro González Iñárritu
Drehbuch
Alejandro González Iñárritu, Armando Bo, Nicolás Giacobone
Produzenten
Fernando Bovaira, Alejandro González Iñárritu, Jon Kilik
Genre Drama FSK 16 Filmlänge 147 min Land Spanien, Mexiko Kinostart 10.03.2011 DVD-Start 13.10.2011 Blu-ray-Start 13.10.2011 Verleih Prokino |
Story
Uxbal führt als Kleinkrimineller in Barcelona ein tägliches Leben am Rande der Legalität. In den anonymen Straßen heruntergekommener Viertel geht er seinen Geschäften als „Arbeitsvermittler“ nach und bringt illegale Einwanderer an den Mann. Doch hinter der unnachgiebigen Fassade steckt ein hingebungsvoller Familienvater, der seine beiden Kinder Ana und Mateo abgöttisch liebt und versucht für sie ein normales Leben zu gestalten. Mit Marambra, der Mutter der Kinder, verbindet ihn immer noch eine zerstörerische und innige Liebe. Uxbal trägt die Lasten seines Alltags, sehnt sich nach einer Aussöhnung mit Marambra und einer glücklichen Zukunft, doch seit er weiß, dass er krank ist, scheint ihm die Zeit unter den Finger zu verrinnen. Und es ist scheinbar noch so viel zu tun…
Schauspieler
Javier Bardem, Maricel Álvarez, Hanaa Bouchaib, Guillermo Estrella, Eduard Fernández, Cheikh Ndiaye, Diaryatou Daff, Cheng Tai Shen, Luo Jin, George Chibuikwem Chukwuma, Lang Sofia Lin, Yodian Yang
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mexikos Ausnahmeregisseur Alejandro González Iñárritu ist für Vieles bekannt, aber nicht dafür einfache oder leicht verdauliche Filme zu drehen. Insofern reiht sich „Biutiful“ stimmig ein in sein bisheriges Schaffen. Der Filmemacher ist mit dieser Geschichte erneut so dicht dran an allem, dass es weh tut.
Alejandro González Iñárritu taucht für seinen Film ein, in die Abgründe eines anderen Barcelonas, jenseits ausgetretener Touristenpfade und Hochglanz-Schaufenster. Der Filmemacher zeigt die dreckige Realität von illegaler Einwanderung, Drogen und dem Handel mit Plagiaten und mischt darunter einzelne surreale Momente. Eine verwackelte Handkamera fängt diese unstete Welt mit teils harten Schnitten ein. Sie ist die Kulisse für das Portrait eines besonderen Mannes. Iñárritus „Held“ Uxbal ist ein typischer Kleinkrimineller, der es jedoch noch nicht verlernt hat, die Menschen hinter seinen Geschäften zu sehen. Er ist trotz seiner raubtierhaften Gefährlichkeit auf seine Art verlässlich und integer. Iñárritu ist im wahrsten Sinne des Wortes nahe an Uxbal dran. Die Kamera klebt an dem Protagonisten, rückt ihm zu Leibe und lässt ihn und seine Umgebung nicht aus den Augen. Der Filmemacher reizt dieses Stilmittel über die opulente Länge von zweieinhalb Stunden bis zur Schmerzgrenze aus und bedauerlicherweise auch darüber hinaus. Was anfangs dazu führt, dass man in das Leben und Schicksal von Uxbal eintaucht, davon berührt wird, ist letzten Endes nur noch mühsam. Alejandro González Iñárritu will betroffen machen und den Zuschauer an die Grenze des Erträglichen führen, überspannt den Bogen dabei aber merklich. Trotz der recht geradlinigen Erzählweise ist der Film letztlich einfach anstrengend.
Der Grund, warum man sich „Biutiful“ dennoch „antun“ sollte, ist ein grandioser Javier Bardem in der Hauptrolle des Uxbal. Selten war eine OSCAR-Nominierung unstrittiger als in diesem Fall. Der Spanier ist Uxbal mit Haut und Haaren. Sein Spiel ist von der ersten Minute an geprägt von einer ungeheuren Intensität, die insbesondere in den Sequenzen, in denen wir ihn als liebevollen und fürsorglichen Vater sehen, deutlich wird.
Im herkömmlichen Sinne „Schön“ ist in Alejandro González Iñárritus Film wenig. Er legt auch in „Biutiful“ mit der Problematik der illegalen Einwanderer den Finger in eine offene Wunde und gibt seinem Film damit eine wichtige Botschaft. Die Wucht, mit der er jedoch seine Bilder inszeniert, sie dem Zuschauer förmlich entgegendrückt, überlagert die poetischen Momente und bremst die berührende Intimität der Geschichte aus.
Wissenswertes
Der Film ist die erste Zusammenarbeit zwischen Alejandro González Iñárritu und Javier Bardem.
Auszeichnungen
Golden Globe-Nominierungen
Bester ausländischer Film
OSCAR-Nominierungen
Bester ausländischer Film, Bester Hauptdarsteller (Javier Bardem)
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