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Lügen macht erfinderisch
The Invention of Lying
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Regie
Ricky Gervais, Matthew Robinson
Drehbuch
Ricky Gervais, Matthew Robinson
Produzenten
Ricky Gervais, Dan Lin, Lynda Obst, Oly Obst
Genre Komödie FSK 6 Filmlänge 100 min Land USA Kinostart 08.07.2010 DVD-Start 11.11.2010 Verleih Universal Pictures |
Story
„Was wäre, wenn wir in einer Welt ohne Lügen leben würden? Wenn alles, wirklich alles, das wir sagen, die Wahrheit wäre? Und was wäre, wenn dann doch ein einziger Mensch auf einmal das Lügen entdeckt?“
Drehbuchautor Mark lebt in einer Welt, in der alle Menschen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit sagen. Vor allem er, als Übergewichtiger mit unförmiger Nase, hat es nicht gerade einfach, in dieser Welt zu bestehen. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei Dates wird er immer wieder auf seine körperlichen Macken und seinen mangelnden beruflichen Erfolg hingewiesen. Durch einen genialen Geistesblitz gelingt es ihm jedoch das Lügen zu entdecken. Von der einen auf die andere Sekunde wird damit aus dem Loser Mark ein mächtiger Mann, dem die Welt zu Füßen liegt. Geld, Frauen, beruflicher Erfolg – alles kann er haben, indem er schlicht nicht die Wahrheit sagt. Schon bald werden seine Lügen jedoch immer absurder und entwickeln ein Eigenleben mit verheerenden Folgen. Auch lügen will eben gelernt sein…
Schauspieler
Ricky Gervais, Jennifer Garner, Jonah Hill, Louis C.K., Jeffrey Tambor, Fionnula Flanagan, Rob Lowe, Tina Fey, Donna Sorbello, Stephanie March, Ruben Santiago-Hudson, John Hodgman, Nathan Corddry, Jimmi Simpson, Martin Starr, Philip Seymour Hoffman, Edward Norton
Filmkritik von Kathrin Lang
Als Schöpfer, Dauerdrehbuchautor, ausführender Produzent und gelegentlich auch Schauspieler der britischen Sitcom „Das Büro“ feiert Ricky Gervais übermäßig großen Erfolg. Seit 2005 flimmert die Serie nun schon als eine der Hauptattraktionen über die Mattscheiben rund um den Globus, weshalb Gervais regelmäßig zum Helden der Fernsehnation ernannt wird. Während der Brite in den vergangenen Jahren auch abseits von „Das Büro“ recht erfolgreich für das Fernsehen arbeitet, waren Ausflüge auf die Leinwand hingegen nur selten. Genau genommen ist „Lügen macht erfinderisch“ sein erstes großes Kinoprojekt. Obwohl im Vorfeld alle Zeiger auf Erfolg standen, ist ihm der große Wurf damit widererwarten jedoch nicht gelungen. Die interessante ‚Was wäre, wenn…‘-Frage, von der „Lügen macht erfinderisch“ umspannt wird, bietet zwar haufenweise Ausgangspunkte für eine amüsante und hintergründige Geschichte, wurde von Gervais jedoch nicht mit all ihren Konsequenzen durchdacht.
Dabei beginnt alles unglaublich komisch und sehr vielversprechend: In einer Welt, in der man keine Lügen kennt, begegnen sich Menschen mit ungeschönten Wahrheiten. Beim ersten Date wird weniger dezent auf überflüssige Pfunde oder den ausbleibenden beruflichen Erfolg hingewiesen. ‚Fiktion‘ ist ein Fremdwort, weshalb man im Fernsehen nur Dokumentation zu sehen bekommt. Altenheime werden ganz direkt als ‚a sad place for hopeless and old people‘ bezeichnet. Soweit, so witzig! Es dauert jedoch nicht lange, bis man das Prinzip dieser etwas anderen Welt verstanden hat und auf die eigentliche Geschichte des Films wartet. Diese erschöpft sich im zweiten Drittel jedoch in der Idee, einen Menschen die Lüge erfinden und ihn damit rege Unordnung auf einem geordneten Planeten stiften zu lassen. Schneller als gedacht verfängt sich „Lügen macht erfinderisch“ in der weniger innovativen Idee, die Religion einzuführen und ordentlich auf den (etwas anderen) zehn Geboten oder der Unterscheidung zwischen Himmel und Hölle herumzukauen. Gelungene Gags schimmern dabei zwar immer wieder durch, können sich gegen eine gewisse Langatmigkeit jedoch nicht gänzlich durchsetzen. Der lahme Showdown kündigt sich bereits zu Beginn des letzten Drittels an, in dem der britischen Komödie endgültig die Puste ausgeht.
„Lügen macht erfinderisch“ beginnt fantastisch, geht langatmig weiter und endet traurig einfallslos. Schade, hätte diese Geschichte doch zweifellos Potential zu viel mehr gehabt.
"Lügen macht erfinderisch" wurde im englischen Original gesehen und bewertet.