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Waffenstillstand
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Regie
Lancelot von Naso
Drehbuch
Lancelot von Naso, Kai Uwe Hasenheit, Collin McMahon
Produzenten
Florian Deyle, Martin Richter, Philip Schulz-Deyle Dario Suter, Christoph Daniel, Marc Schmidheiny, Klaus Dohle
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 96 min Land Deutschland, Schweiz Kinostart 01.04.2010 DVD-Start 18.11.2010 Verleih 3L Filmverleih |
Story
Der Irakkrieg im Jahr 2004: Nach dem Fall Bagdads konzentriert sich der sunitische Widerstand in der Stadt Falludscha. Die amerikanische Armee versucht die Stadt einzunehmen und hat sie abgeriegelt. Während eines 24-stündigen Waffenstillstandes versucht die Krankenschwester Kim, die in Bagdad als logistische Leiterin einer Hilfsorganisation arbeitet, zusammen mit dem Arzt Alain Laroche und dem jungen deutschen Journalisten Oliver und dessen Kameramann Ralf mit einem improvisierten Hilfstransport Medikamente nach Falludscha zu bringen. Oliver wittert in der Fahrt einen großen journalistischen Coup und die einmalige Chance eine exklusive Story zu ergattern, während Rolf eher skeptisch ist, aber dennoch mitfährt. Mit der Gefahr im Rücken und der Ungewissheit vor ihnen macht sich die ungleiche Truppe auf die gefährliche Reise. Die Uhr tickt, denn sind sie nicht bis zum morgen wieder raus aus der umkämpften Zone kann ihnen nicht einmal die amerikanische Armee helfen.
Schauspieler
Mathias Habich, Thekla Reuten, Hannes Jaenicke, Max von Pufendorf, Husam Chadat, Peter Gantzler, David Michael Williamson, Harvey Friedman, Larbi Sassi
Filmkritik von Melanie Frommholz
„Von den Helfern hört man meistens nur, wenn sie entführt oder geköpft werden!“ Regisseur Lancelot von Naso
Der Krieg im Irak ist das größte Trauma der Amerikaner seit Vietnam. In nun bereits etlichen Filmen haben sie sich an die Aufarbeitung gemacht. Jüngstes erfolgreiches Beispiel ist der OSCAR-prämierte Film von Kathryn Bigelow „Tödliches Kommando“. So gut wie allen amerikanischen Filmen ist die Soldaten-Perspektive gemein. Regisseur Lanzelot von Naso geht mit dem ersten deutschen Spielfilm zu diesem Thema einen anderen Weg und stellt die Helfer und Berichterstatter in das Zentrum des Geschehens. Ihren Alltag, ihren täglichen Kampf und ihre Sichtweise wollte er transportieren. Ihm ist mit „Waffenstillstand“ ein eindringlicher und sehenswerter Beitrag zu diesem Thema gelungen, der trotz der Ansiedlung im Irak durchaus ein Bild liefert, das auch für andere Kriegsregionen gilt. Nicht zuletzt dank einer stimmigen Besetzung aus der Hannes Jaenicke als erfahrener Kameramann Rolf und Matthias Habich als desillusionierter und ironische Spitzen verteilender Arzt Alain hervorstechen, gelingt es dem Film ein realistisches Bild der Situation der Helfer zu zeichnen, dass zwischen Angst, Misstrauen, Hilflosigkeit und dem unbändigen Willen helfen zu wollen pendelt. Gerade was die Ambitionen der Helfenden und insbesondere auch der Journalisten anbelangt, hätte man jedoch durchaus noch kritischer in die Geschichte einsteigen können. Von Naso hat sich für die nicht nur kritische sondern auch spannende und packende Variante entschieden und damit in jedem Fall eine sehenswerten Beitrag zu einem wichtigen Thema geliefert.
"Waffenstillstand" ist das Langfilmdebüt von Regisseur Lancelot von Naso.
