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Westwind
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Regie
Robert Thalheim
Drehbuch
Ilja Haller, Susann Schimk
Produzenten
Susann Schimk, Jörg Trentmann
Genre Drama FSK 6 Filmlänge 90 min Land Deutschland, Ungarn Kinostart 25.08.2011 DVD-Start 30.03.2012 Verleih Zorro Film |
Story
Noch ahnen die beiden ostdeutschen Zwillinge Isabel und Doreen nicht, dass der Sommer 1988 ihr Leben für immer verändern wird: In trauter Zweisamkeit aufgewachsen, kann sich das Zwillingspaar ein Leben ohne den jeweilig anderen eigentlich kaum vorstellen. Als die beiden Ferien in einem Pionierlager am Balaton in Ungarn machen, begegnen sie dort einer Gruppe Westdeutscher. Was als Abenteuer und Spaß beginnt, wird vor allem für Doreen schon bald ernste Realität. Hals über Kopf verliebt sie sich in Arne, der Doreens Gefühle auch noch erwidert. Als Arne kurz vor seiner Abreise nach Hamburg steht, stellt er Doreen vor eine folgenschwere Entscheidung: Sie soll Republikflucht begehen – ihr altes Leben in der DDR, zusammen mit ihrer Schwester Isabel, für immer hinter sich lassen. Für Doreen keine leichte Entscheidung…
Schauspieler
Friederike Bech, Luise Heyer, Franz Dinda, Volker Bruch, Hans Uwe Bauer, Hannes Wegener, Albrecht Schuch
Filmkritik von Kathrin Lang
Ein Stück deutsche Vergangenheit arbeitete Robert Thalheim bereits 2007 mit seinem biografisch-fiktionalen Drama „Am Ende kommen Touristen“ auf. Die kleine Geschichte des Zivildienstleistenden Sven verknüpfte Thalheim auf überzeugende Art mit der Judenverfolgung und Fragen der Vergangenheitsbewältigung. Mit seinem nächsten Spielfilm verfilmt Thalheim zwar nicht sein eigenes Drehbuch, betritt aber ähnliches Terrain: „Westwind“ erzählt die Geschichte von Zwillingsschwestern, die in inniger Zweisamkeit in der DDR großwerden, und von denen sich eine, ein Jahr vor dem Mauerfall, in einen Westdeutschen verliebt.
„Westwind“ erzählt eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte aus dem Deutschland der 1988er Jahre, die viel politischen Zeitgeist einer entscheidenden Phase der deutschen Geschichte versprüht, ohne sich dabei jedoch auf Klischees zu stützen. Thalheims „Westwind“ funktioniert ohne die starken Kontraste zwischen West und Ost, zwischen scheinbar grenzenloser Freiheit und Überwachungsstaat. Anstatt durch die Mauer, sind die Liebenden lediglich durch einen Zaun voneinander getrennt, dessen Überwindung weniger eine Frage der Gefahr, denn des Willens ist: Will ich mein altes Leben hinter mir lassen, mich von meiner besseren Hälfte trennen, um meiner Liebe in den Westen zu folgen? Was zu viel Theatralik und reichlich Pathos hätte führen können, bleibt bei Robert Thalheim stets eine leichte und zart berührende Geschichte über die Abenteuerlust junger Menschen, die innigen Bande eines Zwillingspaars und das Aufkeimen der ersten großen Liebe. Die politischen Begebenheiten bilden den Antrieb der Geschichte, verleihen ihr einen Rahmen, innerhalb dem die Ereignisse überhaupt erst passieren können, spielen sich jedoch nie zu stark in den Vordergrund. „Das war keine Entscheidung gegen die DDR, sondern für die große weite Welt“, resümierte Susann Schimk, Zwillingsschwester von Doreen Schimk, treffend in einem Interview.
"Westwind" basiert auf der wahren Geschichte von Susann und Doreen Schimk. Susann betätigte sich für den Film als Co-Autorin und Produzentin.