Peacock

Filmplakat Peacock
Regie Michael Lander  Drehbuch Michael Lander, Ryan O Roy  Produzent Barry Mendel 
Genre Drama  FSK 12  Filmlänge 87 min
Land USA, 2010  DVD-Start 04.11.2010  Verleih Kinowelt

Story

In der 800-Seelen-Gemeinde Peacock, irgendwo in Amerika, lebt in den 50er Jahren das Ehepaar John und Emma Skillpa ein zurückgezogenes, ja fast abgeschiedenes Leben. Eines Tages ist es mit der Zurückgezogenheit dann jedoch schlagartig vorbei. Ein Einsenbahnwagon entgleist und landet direkt in John Skillpas Garten. Plötzlich ist er in aller Munde und die Leute beginnen sich auch immer häufiger nach seiner Frau zu erkundigen, die auffallend wenig zu sehen ist. Was keiner ahnt, John und Emma sind ein und dieselbe Person. Und Emma nutzt die Gelegenheit, um immer mehr Anteile an Johns Leben für sich zu beanspruchen.

Schauspieler

Peacock Cillian Murphy, Ellen Page, Susan Sarandon, Josh Lucas, Graham Beckel, Bill Pullman, Keith Carradine

Filmkritik von Melanie Frommholz

Melli vergibt 4 von 5 Ms Peacock Regisseur Michael Lander beschreibt mit seinem ersten Film in Spielfilmlänge auf subtile Art und Weise den besonderen Fall einer gespaltenen Persönlichkeit und liefert damit ein eindrückliches Drama ab, das dank einer düsteren Atmosphäre auch fesselt wie ein Thriller. Lander spielt gelungen mit dem verschobenen Kräfteverhältnis der beiden „Ichs“ von John Skillpa und lässt den Zuschauer geschickt im Unklaren, welche der beiden Seiten letztlich die Oberhand behalten wird. Während John unsicher ist, ein Sonderling und Außenseiter, verlässt Emma zunehmend die Isolation, in der sie lebt und sucht den Kontakt im Ort. Dadurch, dass beide Persönlichkeiten durch das unvorhergesehene Ereignis des entgleisten Eisenbahnwagons beginnen sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln, gerät das fragile Gleichgewicht zwischen ihnen ins Wanken. Ein faszinierendes Thema, dass Michael Lander stilistisch mit stimmungsvollen Bildern einfängt.

„Peacock“ glänzt mit einer namhaften Riege an Nebendarstellern. Susan Sarandon, Ellen Page und Bill Pullman verblassen jedoch angesichts der Leistung von Hauptdarsteller Cillian Murphy. In der Doppelrolle John/Emma zeigt er was es heißt ausdruckstark und vielschichtig eine Rolle auszufüllen, auch wenn es nicht viele Dialoge zu sprechen gilt. Sicher meistert er die Gratwanderung zwischen den beiden Seiten seiner Figur und zeigt einmal mehr, dass er Figuren jenseits des Normalen beherrscht wie kein zweiter.

„Peacock“ ist inhaltlich wie optisch ein gelungenes Debüt, das lediglich in seiner Auflösung etwas enttäuscht. Um der Geschichte zumindest in Teilen ein positiven Ausgang zu geben, gerät das Ende zu zahm. Michael Lander verschenkt hier die Chance mit einem Schuss Horror seinen Film noch eindringlicher zu machen. Dennoch kann man „Peacock“ insbesondere Fans des Independent-Films nur wärmstens empfehlen.



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