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Dorfpunks
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Regie
Lars Jessen
Drehbuch
Norbert Eberlein
Produzenten
Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber
Genre Drama FSK 12 Filmlänge 89 min Land Deutschland Kinostart 23.04.2009 DVD-Start 16.10.2009 Verleih Indigo |
Story
Sommer 1984: In einer Kleinstadt an der Ostsee treibt sich der rebellische Teenager Malte herum. Zum Missfallen seiner sehr liberalen Eltern, hat er die Schule geschmissen und macht nun eine Ausbildung zum Töpfer. Eigentlich hat er jedoch andere Träume. Er will Musiker werden und mit der Band, die er zusammen mit seinen besten Kumpels gegründet hat, eine große Karriere starten. Leider fehlt den Bandmitgliedern nicht nur das nötige Talent, sondern vor allem auch die nötige Motivation. Als Dorfpunks lungern sie tagein, tagaus auf der Straße herum. Von Gleichaltrigen werden sie geächtet; gelegentlich auch verprügelt. Doch das stört die Punks nur wenig. Sie interessieren sich nicht für das verhasste Spießertum – und eigentlich auch nicht für ihre eigenen Interessen. Erst als die Freunde bei einem Bootsausflug beinahe ums Leben kommen, ist eine Entwicklung in Sicht. Doch was nun: sich dem bürgerlichen Leben beugen oder doch etwas für die Musikerkarriere tun?
Schauspieler
Cecil von Renner, Ole Fischer, Pit Bukowski, Samuel Auer, Daniel Michel, Laszlo Horwitz, Axel Prahl, Friederike Wagner, Peter Jordan, Bojan Heyn
Filmkritik von Kathrin Lang
„Merkt ihr was, Leute? Eben waren wir noch scheiße… und jetzt sind wir ne Band!“
Mit seinem zweiten Roman „Dorfpunks“ entwarf Rocko Schamoni 2004 ein Porträt über das antiautoritäre, anarchistische Treiben jugendlicher Punks. Obwohl die Geschichte klar in den 1980er Jahren angesiedelt ist, scheint sie jedoch absolut zeitlos zu sein. Auch die filmische Umsetzung des Romans hält das Lebensgefühl vieler Teenager mit üppig Zeitgeist fest: Nicht wissen was die Zukunft bringt - im Heute leben - lieber nicht an morgen denken und schon gar nicht daran, was alle anderen denken. Wie so oft im deutschen Film wird dieser rebellischen Gefühlslage auch im Fall von „Dorfpunks“ durch Musik Ausdruck verliehen. Großartig spielt die deutsche Independentproduktion mit diesem Element und lässt es letztlich zum Kernstück des Geschehens werden. Während die Welt der rebellierenden Teenager nur sehr fragmentarisch aufgebaut wird, bildet die Musik den berühmten roten Faden und leitet genreübergreifend und stets treffend durch den Film.
Leider hat die etwas andere Coming-of-Age-Geschichte jedoch nicht viel mehr zu bieten. Vielleicht noch etwas Nostalgie für die Kinder der 80er und die eine oder andere eindrückliche Schauspielleistungen. Daneben verschwimmt eine eigentlich ansprechende Geschichte jedoch immer mehr zu einem bruchstückhaften Bild über die Sinnlosigkeit der Jugend, der durch das Motiv des 'Punks' auf sehr wackligem Pfad eine tiefere Bedeutung zukommen soll - die man letztlich jedoch vergebens sucht.
"Dorfpunks" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Rocko Schamoni und feierte seine Premiere auf den 59. Internationalen Filmfestspielen in Berlin.