Privatunterricht

Élève libre

Filmplakat Privatunterricht
Regie Joachim Lafosse  Drehbuch Joachim Lafosse, François Pirot  Produzent Jacques-Henri Bronckart 
Genre Drama (Gay)  FSK 16  Filmlänge 104 min
Land Frankreich, Belgien, 2008  DVD-Start 25.03.2010  Verleih Pro-Fun Media

Story

"Wie lange brauchst du denn so bis zum Orgasmus?"
"Bist Du beschnitten?"
"Liegst Du gern oben oder unten?"
So ähnlich gestalten sich die Fragen, die Jonas sich von den mindestens doppelt so alten Freunden seiner Mutter anhören muss. Am Anfang noch schüchtern, nimmt er später das Angebot dankend an, sich von seinen Freunden aufklären und sich nützliche Tipps geben zu lassen. Pierre geht sogar noch weiter und hilft Jonas aufopferungsvoll bei der Schulnachhilfe, damit der durch die schwierigen Prüfungen kommt. Doch Pierre ist die einfache Nachhilfe nicht genug und er gibt dem dankbaren Jungen auch in sexueller Hinsicht "Privatunterricht"...

Schauspieler

Privatunterricht Jonas Bloquet, Jonathan Zaccaï, Yannick Renier, Claire Bodson, Anne Coesens, Johan Leysen

Filmkritik von Thomas Ays

Tom vergibt 4 von 5 Ms Privatunterricht „Selten war Verführung so böse“ lautet der Pressetext. Genau so ist es. Die Geschichte ist so leise böse und kommt derart hinterrücks daher, nur um ihren Zuschauern das scharfe Messer rücksichtslos in den Rücken zu rammen, dass es schon fast körperlich weh tut. Joachim Lafosse erzählt eine Geschichte, die kompromiss- und schonungslos geworden ist. Sein Pierre ist so ziemlich das Widerlichste, was in der letzten Zeit auf den heimischen Fernsehern zu sehen war. Er gibt einem Jungen Nachhilfe, opfert sich für ihn auf, lernt Tag und Nacht mit ihm, bis Jonas ihm vor Dankbarkeit verfällt und sich nicht traut, sich zu wehren – denn Pierre ist schließlich sein Freund. Damit jedoch nicht genug. Pierre geht noch einen Schritt weiter und spielt mit dem schlechten Gewissen seines Schützlings – und das schonungslos.
Am Ende bleibt einem der Mund offen stehen vor soviel seelischer Grausamkeit, die als solche in Joachim Lafosses Film jedoch nicht in Erscheinung tritt. Im Gegenteil. Gerade am Schluss hätte der Filmemacher konsequenter sein müssen. Vielleicht ist jedoch genau das die Realität. Solche Schweine kommen eben oft damit durch, dürfen vergewaltigen und missbrauchen, ohne dass die Opfer sich wehren – aus Dankbarkeit, oder: Weil sie sich ja nicht gewehrt haben. Bei so tiefen menschlichen Abgründen will man sich am Ende nur noch übergeben.

Wissenswertes

Privatunterricht "Privatunterricht" ist lediglich im französischen Original mit deutschen Untertiteln erhältlich.



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