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Fair Game
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Regie
Doug Liman
Drehbuch
Jez Butterworth, John-Henry Butterworth
Produzenten
Bill Pohlad, Janet Zucker, Jerry Zucker, Akiva Goldsman, Doug Liman, Jez Butterworth
Genre Polit-Thriller FSK 12 Filmlänge 105 min Land USA Kinostart 25.11.2010 DVD-Start 28.04.2011 Verleih Tobis Film |
Story
Seit dem College-Abschluss steht Valerie Plame im Dienst der CIA und ist erfolgreich für heikle Auslandmissionen zuständig. Unter dem Deckmantel eines bürgerlichen Lebens versteht sich. Nach den Anschlägen auf das World Trade Center ist sie maßgeblich damit betraut, die Existenz von atomaren Massenvernichtungswaffen im Irak zu verifizieren. Die CIA kommt zu dem Ergebnis, dass es im Irak solche Waffen nicht gibt. Umso erstaunter verfolgt die Agentin, wie 2003 Vertreter der Bush-Regierung öffentlich von Quellen berichten, die deren Existenz bestätigend und letztlich einen Krieg mit dem Irak begonnen wird. Eine Quelle, die vor Ort war und sich überzeugen konnten, dass der Irak kein waffenfähiges Plutonium hat, ist ihr Mann der Journalist Joe Wilson. Während Valerie sich zunächst entscheidet Ruhe zu bewahren, folgt Joe seinem Gewissen und geht mit seinem Wissen an die Presse. Ein Schritt, der für ihre Familie ungeahnte Folgen hat. Valerie wird als Agentin enttarnt, verliert ihren Job und muss sich fortan nicht nur mit den sturen Ansichten ihres Mannes herumschlagen sondern auch täglich Todesdrohungen aushalten.
Schauspieler
Naomi Watts, Sean Penn, Sam Shepard, Bruce McGill, David Andrews, Ty Burrell, Brooke Smith, Michael Kelly, David Denman, Noah Emmerich, David Warshofsky
Filmkritik von Melanie Frommholz
Demokratie gibt es nicht umsonst!
Was Joe Wilson alias Sean Penn hier gegen Ende von „Fair Game“ einer Gruppe von Studenten mit auf den Weg gibt ist eine These, die theoretisch einleuchtet. Doch wie steht es damit, sie mit Leben zu füllen? Wie verhalte ich mich, wenn die obersten Repräsentanten meines Staates lügen, diese Lüge auf meinem Rücken austragen, sie für die Rechtfertigung eines Krieges benutzen und ich die Möglichkeit habe die Wahrheit ans Licht zu bringen? Bin ich der treue Staatsdiener, der den Mund hält? Oder verteidige ich mich, auch öffentlich?
Als 2001 am 11.September das World Trade Center Ziel eines Terroranschlages wurde, erschütterte dies die Vereinigten Staaten von Amerika in ihren Grundfesten. Der Feind war plötzlich vor dem eigenen Wohnzimmerfenster und nicht mehr in der Ferne. Die Regierung von Präsident Bush junior war gefordert und sie entschied sich zum Gegenschlag. Mit dem Irak und seinem despotischen Machthaber Saddam Hussein war der Schuldige bald gefunden. Aber natürlich musste man das Volk erst mit handfesten Beweisen überzeugen und hinter sich bringen, bevor man zum Gegenschlag ausholen konnte. Da es die nicht gab, hat man sie sich kurzerhand gebastelt. Was nun folgte war die wohl größte Lüge in der jüngeren amerikanischen Geschichte. Wie heute wohl so gut wie bewiesen ist, gab es jene fast einsatztauglichen Massenvernichtungswaffen, derer wegen der Irak bombardiert wurde, nie. Alles eine große PR-Aktion, um das Volk in Angst und Panik zu halten. Neun Jahre nach dem 11.09.2001 ist die Zeit reif, sich auch der vermeintlich kleinen Randgeschichten dieses Skandals zu widmen. Geschichten, wie der von Valerie Plame, die aufgrund der Tatsache, dass ihr Mann, der ehemalige Niger-Botschafter und Journalist Joe Wilson, offen Position gegen die Atomwaffen-Argumente der Regierung bezog, von Mitarbeitern des Weißen Hauses als CIA-Agentin enttarnt wurde. Unglaublich und doch wohl tatsächlich so geschehen. Regisseur Doug Liman erzählt mit „Fair Game“ vor diesem Hintergrund nicht nur einen durch und durch packenden Polit-Thriller, sondern stellt auch nachdrücklich die Fragen nach dem Wert von Wahrheit und von Loyalität. Ihm ist damit eine aufrüttelnde Aufarbeitung jüngster, noch immer brand aktueller, Geschichte gelungen, die jenseits alle James Bond-Agentenromantik die Tiefen dunkler, kompromissloser Machtpolitik anschaulich beleuchtet.
Mit Naomi Watts und Sean Penn ist „Fair Game“ in den Hauptrollen stark besetzt. In ihren Standpunkten und Auseinandersetzungen symbolisieren sie eindrücklich die innere Zerreisprobe zwischen Loyalität und dem Preis, den man für die Wahrheit zahlen muss. „Fair Game“ ist ein Film, der seine Sprengkraft erst langsam entfaltet, sich aber nicht zuletzt auch Dank dem charismatischen und authentischen Spiel des Gespanns Watts/Penn in das Gedächtnis brennt. Das wir heute die Geschichte von Valerie Plame als Kinofilm in unseren Lichtspielhäusern sehen zeigt eines: Die Demokratie funktioniert noch. Und es lohnt sich für die Wahrheit einzustehen.
Das Drehbuch zu „Fair Game“ basiert auf den Romanen „The Politics of Truth“ von Joseph Wilson und „Fair Game“ von Valerie Plame Wilson. 