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Hamlet (1990)
Hamlet
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Regie
Franco Zeffirelli
Drehbuch
Franco Zeffirelli, Christopher De Vore
Produzent
Dyson Lovell
Genre Historien-Drama FSK 12 Filmlänge 134 min Land USA Kinostart 10.10.1991 DVD-Start 21.02.2006 Verleih Kinowelt |
Story
Der junge Dänenprinz Hamlet ist zur Beerdigung seines plötzlich verstorbenen Vaters von Wittenberg in die heimische Burg zurückgekehrt und muss nun miterleben, wie seine Mutter Gudrun nur wenig später seinem Oheim und seines Vaters Bruder Claudias das Eheversprechen gibt. Gudrun bittet Hamlet eindringlich doch positiv in die Zukunft zu sehen und ihr das neue Glück zu gönnen, doch Hamlet vermisst seinen Vater und kann nicht an einen Unfall glauben. Als Hamlet der Geist seines verstorben Vaters erscheint und ihm berichtet, dass er von Claudius heimtückisch ermordet wurde, kennt sein Rachedurst keine Grenzen. Er greift zu einer perfiden List, um den Mörder zu entlarven und schont dabei auch seine Lieben nicht.
Schauspieler
Mel Gibson, Glenn Close, Alan Bates, Paul Scofield, Ian Holm, Helena Bonham Carter, Stephen Dillane, Nathaniel Parker, Sean Murray, Michael Maloney
Filmkritik von Melanie Frommholz
Mit Filmemacher Franco Zeffirelli machte sich 1990 ein guter Shakespeare-Kenner an eine neue Verfilmung des bekannten historischen Dramastoffes. Der Regisseur, der zusammen mit Christopher De Vore auch das Drehbuch schrieb, interpretiert den Stoff nicht unbedingt ganz werkgetreu, sondern setzt seinen Schwerpunkt ganz auf die menschliche Tragödie, die William Shakespeare ins Zentrum seines Bühnenstückes gestellt hatte. Einige Nebenszenen fallen damit weg. Dem direkten Vergleich mit der späteren sehr werkgetreuen und genialen Kenneth Branagh-Adaption aus dem Jahr 1996 hält Zeffirellis Film damit sicherlich nicht stand. Dennoch besticht diese Hamlet-Verfilmung mit seiner Konzentration auf den berührenden Kern der Geschichte. Wo Laurence Oliver auf eine kopflastige Psychoanalyse der Rachegefühle des Protagonisten setzte, findet Franco Zeffirelli eigene Charakter- und Szenengestaltungen, die die Zusammenhänge klar herausstellen, die Beweggründe der Handelnden erdet und die Figuren klarer zeichnet. Ihr Schicksal erreicht damit das Herz des Zuschauers. Franco Zeffirelli erschließt den klassischen Stoff durch diese Herangehensweise gelungen für ein breites Publikum. Optisch orientiert sich der Italiener am rauen Mittelalter und kreiert mit einer opulenten Ausstattung und Kostümen so eine stimmungsvolle Leinwandversion des Theaterstoffes.
In der Hauptrolle des Dänenprinzen überzeugt überraschend Mel Gibson mit einer starken Darstellung. Bis dahin eher durch actionlastige oder komische Filmstoffe bekannt, zeigt der Amerikaner hier seine Qualitäten als Charaktermime. Im übrigen Cast ist es insbesondere Helena Bonham Carter als Ophelia, die hervorsticht. Figuren mit einem seelischen Zwiespalt liegen der Mimin einfach hervorragend.
Hollywood trifft unter der Regie eines Italieners auf englisches Kulturgut. Franco Zeffirelli „Hamlet“ wurde bei seinem Kinostart eher belächelt. Zu Unrecht. Ihm ist eine unterhaltsame Interpretation gelungen, die den Kern der Geschichte sehr gut einfängt und damit die Zuschauer erreicht.
Wissenswertes
Hollywood brachte bereits unzählige Verfilmungen von Shakespeares wohl berühmtesten Prinzen hervor. Hier die Bekanntesten:
1948: "Hamlet" mit Laurence Olivier
1990: „Hamlet“ mit Mel Gibson
1996: „Hamlet“ von und mit Kenneth Branagh
2000: „Hamlet“ mit Ethan Hawke
Auszeichnungen
OSCAR-Nominierungen
Beste Ausstattung, Beste Kostüme
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