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Damages - Im Netz der Macht (TV-Serie) - Staffel 1
Damages - Season 1
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Regie
Allen Coulter, Greg Yaitanes, John David Coles, Lawrence Trilling, Jean de Segonzac, Mario Van Peebles, Daniel Attias, Guy Ferland, Thomas Carter, Timothy Busfield, Ed Bianchi
Drehbuch
Todd A. Kessler, Glenn Kessler, Daniel Zelman, Mark Fish, Aaron Zelman, Willie Reale, Davey Holmes, Jeremy Doner, Adam Stein
Produzenten
Allen Coulter, Mark A. Baker
Genre TV-Serie (Thriller) FSK 16 Filmlänge 559 min Land USA, 2007-2008 DVD-Start 05.06.2008 Verleih Sony Pictures |
Story
Ellen Parsons ist eine junge, viel versprechende Anwältin in New York. Schließlich hat sie ein Vorstellungsgespräch bei Patty Hewes, der härtesten Anwältin der Stadt. Wegen Ellens Verbindungen zu Personen, die in eine Sammelklage verwickelt sind, wird sie von Patty eingestellt und voll in den Fall Frobisher integriert. Dieser muss sich nämlich einer Sammelklage stellen, da er sein Unternehmen gegen die Wand gefahren hat und seine Mitarbeiter nun vor dem Ruin stehen. Während sich die zwei Parteien juristisch wie psychologisch bekämpfen, baut sich ein immer undurchsichtigeres Netzt an Intrigen und Betrügereien auf. Beide Seiten schrecken weder vor Erpressung noch vor Mord zurück, um ihre Ziele durchzusetzen. Ehe sie sich versieht, ist Ellen mitten drin in einem Machtkampf, der nur einen Gewinner kennen kann…
Schauspieler
Glenn Close, Rose Byrne, Ted Danson, Zeljko Ivanek, Noah Bean, Tate Donovan, Philip Bosco, Anastasia Griffith, Tom Aldredge, Francie Swift, Donnie Keshawarz, Maya Days, Casey Siemaszko, Peter Facinelli, Marlyne Afflack, Zachary Booth, Peter Riegert, Carmen Goodine, Garret Dillahunt, Michael Nouri, Donna Murphy
Kritik von Sascha Koch
Dass sich bekannte Kinogrößen nicht auf dem absteigenden Ast und schon gar nicht am Lebensabend ihrer Karriere befinden, wenn sie für eine TV-Serie unterschreiben, zeigt erneut wieder ein großer Filmstar auf beeindruckende Weise. Glenn Close gibt der Serie „Damages“ ihr Gesicht und alles, was ihr schauspielerisches Repertuar zu bieten hat.
Bei „Damages“ handelt es sich um einen Justiz-Thriller mit Krimielementen. Dabei wird der Zuschauer in der ersten Episode „Ein Traumjob“ gleich mal mächtig überrumpelt. Wer hier nicht durchblickt und aufhört, diese Serie zu verfolgen, verpasst aber einiges! Denn schon in den nächsten Episoden erschließen sich dem Zuschauer ziemlich rasch die Fronten und Verbindungen der Charaktere sowie der Fall, den die Serie behandelt. Trotz einer über die gesamte Staffel hinweg enorm komplexen Handlung, wird dem Zuschauer auf jeden Fall die Chance gelassen, zu folgen. So werden dem Zuschauer immer Ausschnitte von Ereignissen gezeigt, die in der Zukunft passieren, in der Gegenwart aber noch keinen Sinn ergeben. Mit Fortlaufen der Staffel nähert man sich dann immer mehr diesem Tag X. Immer mehr Handlungsbögen werden enthüllt, Verbindungen klarer und insgesamt steigt die Spannungskurve mit jedem Schritt in die Richtung der Auflösung enorm.
Und die bekommt der Zuschauer auch. Da die erste Staffel eigentlich die einzige sein sollte, bietet sie eine gut abgeschlossene Storyline, mit welcher der Zuschauer gut zufrieden sein kann, die aber trotzdem die Option für eine zweite Staffel lässt.
Auch gelingt „Damages“ eine hervorragende Einsicht in das amerikanische Recht, welches oftmals von Machtspielen und Betrügereien ad absurdum geführt und ausgenutzt wird. „Damages“ bewegt sich hierbei in der absoluten Oberschicht der New Yorker High Society, die politisch und gesellschaftlich Macht und Einfluss besitzt, sich selbst aber immer als sauber herauskehrt.
So wundert sich dann Frobishers Frau auch, dass die Medien entsetzt davon sind, dass sie ihren Kindern Schuhe kaufen geht, wo doch die Arbeiterschaft des Unternehmens nicht mal die Stromrechnungen bezahlen kann. Für Frau Frobisher natürlich total unverständlich, schließlich seien dass ja “nur“ 300 Dollar Schuhe gewesen – Also nichts Teures.
Die Perversität dieses ganzen Systems und die Schmierigkeit einer solchen Gesellschaft stellt „Damages“ beeindruckend dar. So schauen wir immer auf die so genannten Problemviertel und Ghettos, wenn wir von „verkommen“ reden, doch ist es in der Oberschicht nicht anders. Nur dass dort all diese Verkommenheit hinter einer netten und unschuldig wirkenden Fassade ihren Lauf nimmt. Da stellt sich dann tatsächlich die Frage, ob es nicht sogar anständiger ist, jemanden auf offener Straße zu erschießen, als jemanden heimtückisch und aus sicherer Warte zu zermürben und ihn um zig Ecken schließlich hinterrücks zu „erdolchen“.
Schon Abraham Lincoln sagte: „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht." - So ist ein Arthur Frobisher vielleicht genau so ein ekliger und verachtenswerter Mensch, wie ein Drogenlord im Ghetto. Wie gesagt, nur die Fassade zählt.
So ist „Damages“ juristisch wie auch gesellschaftlich sehr interessante Unterhaltung. Intelligente Dialoge wie auch stille Momente führen dem Zuschauer eine Welt vor Augen, die grausam und unerbittlich ist. So fragt sich der Zuschauer schon ab der ersten Minute, wo da bitteschön das Leben bleibt? Ellen ist verlobt und möchte heiraten, doch ihr Job nimmt ihr alle Zeit und frisst sich langsam auf. Privatleben gibt es da nicht mehr. Und was aus Ellen in vierzig Jahren einmal geworden ist, kann der Zuschauer dann an Patty Hewes sehen. Kalt, hart und gefühllos. Das Einzige, was in diesem System, das dich gefangen hält, dann noch zählt, sind die Machtkämpfe, die dir das Gefühl geben, du würdest noch etwas Sinnvolles tun, obwohl du im Inneren weißt, dass du dein ganzes Leben mit Arbeit praktisch „verschlafen“ hast.
All diese menschlichen und moralischen Konflikte werden aber noch von einem Faktor in den Schatten gestellt. Das Cast in „Damages“ ist einfach unglaublich. Allen voran natürlich Altmeisterin Glenn Close, die mit ihren Blicken und ihrer Mimik solch eine eisige Kälte versprüht, dass der Zuschauer schon nach wenigen Sekunden Gänsehaut bekommt. Wenn dann mal die menschliche Seite an Patty Hewes durchbricht und sie Gefühle zeigt, ist Glenn Close auf den Punkt genau da. Eine sehr differenzierte und einnehmende Darstellung, die Glenn Close auf jeden Fall zu recht den Emmy Award und den Golden Globe einbrachte.
Ebenfalls herausragend sind natürlich die Leistungen von Emmy-Preisträger Zeljko Ivanek und von Rose Byrne. Das gesamte Cast drückt der Serie seinen Stempel auf und ist einfach nur hervorragend ausgewählt. Hier knistert und brodelt es unter den Charakteren. Das gewisse Etwas ist in den Darstellungen des Ensembles stets präsent. Großartig!
So hat man mit „Damages“ auf jeden Fall einen enorm schlagkräftigen Geheimtipp erschaffen. Juristisch relevant und gesellschaftsanalysierend zeigt sich das Format genauso, wie gefühlsbetont und selbstreflektierend. Die größte Stärke liegt bei „Damages“ in der sehr komplizierten aber enorm spannenden Rahmenhandlung, die aus allen Blickwinkeln logisch und nachvollziehbar, aber auch schockierend und überraschend ist. „Damages“ ist ein 13 Episoden anhaltender Thriller über Macht, Korruption und Vermögen.
Das Ensemble ist erstklassig und wird durch Glenn Close atemberaubend angeführt.
Bei „Damages“ stimmt einfach alles! Intelligente Unterhaltung in Perfektion. Schwachpunkte Fehlanzeige. Man kann sich auf die nächste Staffel freuen!
Wissenswertes
„Damages“ war ursprünglich nur für eine Staffel konzipiert. Aufgrund des Erfolges wurde die Serie jedoch vom Sender FX Network um eine zweite Staffel verlängert.
In Deutschland war die Serie nicht erfolgreich.
„Damages“ ist im amerikanischen Recht der Begriff für „Schadensersatz“.
Episodenguide:
• Ein Traumjob
• Die Zeugin
• Todesangst
• Die Aussage
• Meineid
• Wahre Gesichter
• Die Vorladung
• Der Verräter
• Schweigegeld
• Der Informant
• Die Beweise
• Kein Weg zurück
• Die Entscheidung
Auszeichnungen
Emmy Nominierungen: Beste TV-Serie – Drama, Bester Nebendarsteller (TV-Serie – Drama) – Ted Danson, Bestes Drehbuch („Ein Traumjob“), Beste Regie („Ein Traumjob“)
Gewonnene Emmys
Bester Hauptdarstellerin (TV-Serie – Drama) – Glenn Close, Bester Nebendarsteller (TV-Serie – Drama) - Zeljko Ivanek, Bestes Casting
Golden Globes Nominierungen:
Beste TV-Serie – Drama, Beste Nebendarstellerin (TV-Serie) – Rose Byrne, Bester Nebendarsteller (TV-Serie) – Ted Danson
Gewonnen Golden Globes:
Beste Schauspielerin (TV-Serie) – Glenn Close
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