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Gentlemen Broncos
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Regie
Jared Hess
Drehbuch
Jared Hess, Jerusha Hess
Produzenten
John J. Kelly, Mike White
Genre Komödie FSK 12 Filmlänge 89 min Land USA Kinostart 27.05.2010 DVD-Start 22.10.2010 Verleih 20th Century Fox Germany |
Story
Der 17jährige Benjamin lebt zusammen mit seiner Mutter, der Nachthemdendesignerin Judith, in einer schmucken Kuppel mitten in Utah. Da er zu Hause unterrichtet wird, pflegt er nicht sonderlich viele soziale Kontakte. Sein einziger Zeitvertreib ist das Schreiben: Voller Leidenschaft verfasst der Teenager skurrile Science-Fiction-Romane, von denen bislang allerdings noch keiner veröffentlicht wurde. Das soll sich nun jedoch ändern. Als Benjamin erfährt, dass sein Schriftstelleridol, der Science-Fiction-Bestsellerautor Dr. Ronald Chevalier, auf dem ‚Cletus Festival‘ ein Seminar geben wird, sieht er darin die Chance seines Lebens. Fest entschlossen packt er sofort seine sieben Sachen und macht sich auf den Weg zum Festival. Dort drückt er Chevalier sein bestes Manuskript in die Hand. Anstatt Benjamin nach der Lektüre ein Feedback zu geben, verwendet der Erfolgsautor die Geschichte allerdings lieber für sich selbst. Sich gerade in einer Schaffenskrise befindend, kann er das überzeugende Manuskript mehr als gut gebrauchen. Hemmungslos ändert Chevalier daher einfach die Namen der Figuren und verkauft das ganze Werk als seinen neuen Bestseller. Währenddessen setzt sich Benjamin nichtsahnend weiterhin mit seiner irren Mutter und einigen Kids, die sein Buch verfilmen wollen, auseinander. Von der Urherberrechtverletzung erfährt Benjamin erst, als der Roman bereits veröffentlicht ist…
Schauspieler
Michael Angarano, John Baker, Robin Ballard, Steve Berg, Jemaine Clement, Kristie Conway, Jennifer Coolidge, Rod Decker, Isaac Demke, Johnny Hoops, Héctor Jiménez
Filmkritik von Kathrin Lang
Es ist nicht das erste Mal, dass uns Jared und Jerusha Hess das Drehbuch für eine irrwitzige Komödie liefern. Bereits 2004 zeichneten sich die Brüder für die kuriose Indie-Komödie „Napoleon Dynamite“ verantwortlich und feierten damit immensen Erfolg. Die Komödie gewann etliche Preise, wurde für beinahe ebenso viele nominiert und spülte mehrere Millionen Dollar in die amerikanischen Kinokassen. Ihr nächster Streich, die Jack Black-Komödie „Nacho Libre“, folgte 2006 hingegen viel zu stark den üblichen Hollywoodkonventionen und fiel daher beim Publikum durch. Mit „Gentlemen Broncos“ knüpfen Jared und Jerusha Hess nun an alte Indie-Wurzeln an und bringen uns erneut eine bizarre Komödie auf die Leinwände, die sich hemmungslos bei der skurrilsten aller skurrilen Ideenkiste bedient. Keine Idee scheint irre, keine Kulisse flippig und kein Dialog unterirdisch genug, um einen Platz in der neuen Komödie aus dem Hause Hess zu finden. Frei nach dem Motto „Verrückt ist nicht verrückt genug!“ schöpfen die Brüder bei der Gestaltung ihres Filmes aus den Vollen und lassen „Gentlemen Broncos“ damit zu einem der schrulligsten Filme des bisherigen Kinojahres werden.
„Das Ganze haben sich Leute mit außergewöhnlicher Fantasie ausgedacht,“ stellt Produktionsdesigner Richard A. Wright fest und trifft damit voll ins Schwarze. So weit, so gut! Letztlich dürften jedoch selbst hartgesottene Fans trashiger Komödien ihre Probleme mit „Gentlemen Broncos“ haben. Die neue Hess´sche Indie-Komödie erweist sich nicht nur als extrem verrückt, sondern mindestens ebenso stark auch als chaotisch. Rücksichtslos wechseln sich die verschiedenen Handlungsstränge ab und kämpfen bitter um die Poleposition. Mal darf sich Protagonist Benjamin mit seiner irren Mutter auseinandersetzten, mal mit dem merkwürdigen Schriftsteller Chevalier, mal mit den Kids, die sein Script verfilmen wollen. Dazwischen flattern wild einige Nebenfiguren. Schließlich: Cut! Wir befinden uns in einer Sci-Fi-Welt und inmitten des abgefahrenen Plots von Benjamins Science-Fiction-Roman. Der große Zusammenhang zwischen all den Erzählebenen kann innerhalb der knappen 90 Filmminuten nur dürftig hergestellt werden. Letztlich fehlt es „Gentlemen Broncos“ trotz allem Irrwitz am eleganten Bogenschlag und zudem, was noch viel schwerer wiegt, an den wirklich großen Lachern. Immer wieder erweist sich die Komödie als überfrachtet, wodurch der Eindruck zurückbleibt, dass weniger sicherlich mehr gewesen wäre. Weniger Extravaganz, dafür mehr Treffsicherheit. Mit diesem Rezept hätte „Gentlemen Broncos“ zu einem wahren Hit im skurrilen Independentfach werden können. So jedoch schwimmt die Komödie lediglich im netten Mittelfeld. Fans von Trash-Komödien dürfen sich dennoch auf einige lustige Momente freuen. Im großen Gesamteindruck drohen die jedoch schnell unterzugehen. Unter dem Strich: Ganz nett, aber: Nett ist nicht genug!
Der Film wurde im englischen Original gesehen und bewertet.